Titel Logo
Bad Ems-Nassau aktuell, Ausgabe Bad Ems
Ausgabe 23/2020
Öffentliche Bekanntmachungen und sonstige Mitteilungen
Zurück zur vorigeren Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Präsentation: Baumschilder im Freiherr vom Stein-Park

Stadtbürgermeister Manuel Liguori (vorne) probiert im Beisein des ersten Stadtbeigeordneten Ulrich Pebler (links), den Naturexperten-Ehepaar Manfred und Ursula Braun (Mitte) und Stefan Eschenauer (rechts) vom „Naturpark Nassau“, den QR-Code aus.

Die Bestandsaufnahme, sowie deren Beschilderung der im Park befindlichen Bäume, wurden im Vorfeld von dem Naturexperten-Ehepaar Manfred und Ursula Braun ehrenamtlich durchgeführt.

Schilder und Informationen an 16 ausgewählte Baumexemplare

NASSAU. Der Nassauer Freiherr vom Stein-Park ist nicht nur in den Frühjahrs- und Sommermonaten Anziehungspunkt für Naturliebhaber, Ruhesuchende und junge Familien, sondern er ist auch ein einzigartiges Naturdenkmal: Trotzdem ahnen nur die wenigsten von ihnen, welche botanischen Schätze hier zu bewundern sind.

Wer in den letzten Tagen durch den Stein-Park spazierte, dem dürfte aufgefallen sein, dass 16 im gesamten Stein-Park verstreute Bäume, mit kleinen Schildern gekennzeichnet sind. Diese geben nicht nur den deutschen und den botanischen Namen des Baumes an, sondern auf jedem Schild gibt es auch einen QR-Code, über den man auf diese Internetseite und direkt zu weiteren ausführlicheren Informationen zur jeweiligen Baumart gelangt. Wissenswertes über Botanik, Geschichte, Herkunft, Nutzung, Mythen und vieles andere ist auf diese Weise leicht zu erfahren.

Die Initiatoren der Maßnahme waren die beiden ehemaligen Stadtbürgermeister Herbert Baum und Armin Wenzel, welche die Ausschilderung schon vor Jahren geplant hatte. Die Fördermittel für die Ausschilderung der zurzeit 16 Bäume im Stein-Park, wurde im vergangenen Jahr vom amtierenden Stadtbürgermeister Manuel Liguori beantragt. Die Förderung der Maßnahme beträgt 279 Euro, die Gesamtkosten - die Anteilweise von der Stadt Nassau und dem „Naturpark Nassau“ getragen werden - belaufen sich auf 558 Euro. Die Bestandsaufnahme der im Stein-Park befindlichen Bäume, sowie deren Beschilderung der geeigneten Bäume, wurden im Vorfeld von dem Naturexperten-Ehepaar Manfred und Ursula Braun ehrenamtlich durchgeführt.

Nach einem Findungsprozess zum Projekt der Stadt Nassau und dem „Naturpark Nassau“, war es nun soweit, dass Stadtbürgermeister Manuel Liguori, Stefan Eschenauer vom „Naturpark Nassau“, das Naturexperten-Ehepaar Manfred und Ursula Braun, sowie der erste Stadtbeigeordnete Ulrich Pebler, bei einem Kennenlern-Rundgang die 16 ausgewählte Baumexemplare besichtigten. Darunter findet man zum Teil seltene Raritäten, wie zum Beispiel der aus Asien stammende „Urweltmammutbaum“ (Metasequoia glyptostroboides), der eine rasant wachsende und laubabwerfende Konifere ist. Zunächst mit schmaler, später breit pyramidenförmiger Krone. Die Nadeln stehen auf Kurz- und Langtrieben. Sie verfärben sich im Herbst bronzebraun bis orangebraun und fallen gemeinsam mit den Kurztrieben ab. Ebenfalls aus Asien stammend, findet man auch den „Ginkgo“ (Ginkgo biloba) im Steinpark. Obwohl dieser zu den Nadelbäumen zählt, wirft er im Herbst seine Blätter ab. Zunächst wächst ein Ginkgo schmal und spreizt erst im Alter auseinander. Die Blätter und Blüten sind an Kurztrieben angeordnet. Diese Baumart gab es nachweislich bereits vor 250 Millionen. Jahren. Das älteste, heute noch lebende Exemplar ist circa 1 000 Jahre alt.

Aber auch europaweit verbreitete Baumarten wie die „Sandbirke“ (Betula pendula), mit ihrem aufragenden Wuchs, einer ovalen Kronenform, ihrer halb offenen Krone und zu den Pionierbaumarten zählt, findet man im Stein-Park. Oder auch die ebenfalls in Europa verbreitete „Gemeine Esche“ (Fraxinus excelsior), welche auf feuchten, nährstoffreichen Böden bis zu 40 Meter hoch werden kann. Aus den auffallend schwarz gefärbten Blattknospen sich bis zu 25 Zentimeter lange Blätter entwickeln. Dies sind nur vier Beispiele von den 16 beschilderten Baumarten, die in der Präsentationsliste - darunter sind auch einheimische Bäume wie zum Beispiel die Rosskastanie, der Spitzahorn, die Sommerlinde oder die Traubeneiche - enthalten sind. Weitere Baumbeschilderungen findet der aufmerksame Parkbesucher auch an den Jahrgangsbäumen der Aktion „Kinderwald“ - aber ohne QR-Code.

„Wir freuen uns, dass wir die Vielfalt an Bäumen in unserem Freiherr vom Stein-Park jetzt auch den Nassauer Bürgerinnen und Bürgern, sowie seinen Gästen näherbringen können und hoffen, dass dieses Angebot auch auf das Interesse vieler Besucher trifft,“ so Stadtbürgermeister Liguori. „Die Stadt und der „Naturpark Nassau“ möchte mit diesem Projekt nicht nur Informationen zu einzelnen, besonderen Bäumen bereitstellen, sondern es ist auch Ziel und Motivation der Stadt und dem „Naturpark Nassau“, mit diesem Projekt weiterhin den Bekanntheitsgrad des Freiherr vom Stein- Parks zu erhöhen und seine Erlebbarkeit zu fördern“, so das Stadtoberhaupt weiter, der auch allen an diesem Projekt Beteiligten seinen Dank aussprach.

Text und Fotos: Achim Steinhäuser