Natürlich waren die Geisiger nicht wirklich unterwegs. Das Kaffeeklatsch-Team hatte zu einem Vortrag mit anschließendem Kaffee und Kuchen eingeladen.
Constanze Paul aus Singhofen berichtete von ihrer Zeit in diesem fernen asiatischen Land zwischen China und Russland. Die Mongolei ist viermal größer als Deutschland und hat nur 3,4 Mio. Einwohner. Sie ist damit das am dünnsten besiedelte Land der Welt. Fast die Hälfte der Einwohner lebt in der Hauptstadt Ulaanbaatar (russisch: Ulan Bator, deutsch: Roter Held), einer Stadt der Gegensätze: Moderne Hochhäuser, repräsentative Regierungsgebäude, Tempelanlagen und vieles mehr in der City, in der man alles haben kann, was auch anderswo in einer modernen Großstadt geboten wird und andererseits riesengroße Außenbezirke mit einfachen Hütten, die überwiegend von Nomaden bewohnt werden, die das Nomadenleben auf dem Land aufgegeben haben und sich ein besseres Leben in der Stadt erhoffen.
Constanze Paul war im Auftrag des Auswärtigen Amtes in Ulaanbaatar als Lehrerin für Deutsch und Religion an zwei deutschen Schulen tätig. Sie berichtet: „Der Unterricht findet im Schichtbetrieb statt. Am Vormittag werden die jüngeren Schuljahrgänge und am Nachmittag die älteren Jahrgänge unterrichtet. Der Schulweg ist sehr mühsam; öffentliche Verkehrsmittel fehlen komplett und mit dem Auto kann es bis zu zwei Stunden für zwei Kilometer dauern - Staus auf allen Straßen, dazu die schlechte Luft wegen der Abgase vom Verkehr und vom Wärmen der unbeheizten Häuser.“
Die Referentin war froh, wenn sie die Stadt verlassen, und Land und Leute kennenlernen konnte - so wie man die Mongolei aus Berichten kennt: Weite Steppen, grasbewachsene Landschaften, Pferde-, Schaf- und Ziegenherden, die mit den Nomaden von einem Weideplatz zum Nächsten wandern. Die Familien leben in großen Jurten (Rundzelten aus Filz), die in Küche, Wohn- und Schlafbereich unterteilt sind.
Das mongolische Essen ist eindeutig fett- und fleischlastig und besteht meist aus getrocknetem Quark mit Fett und Fleisch, zum Beispiel gegart in Teigtaschen. Die Referentin hatte das klassische Begrüßungsgetränk mitgebracht; einen gesalzenen Milchtee, der die Senioren zum „Schütteln“ brachte.
Viele weitere Themen wie Klima, Sicherheit, Gesundheit, Religion und Kleidung sind im Vortrag und anschließend bei Kaffee und Kuchen zur Sprache gekommen. Die Geisiger Senioren bedanken sich für diesen informativen Vortrag aus dem Reich des Dschingis Khan.
Text: Anita und Berthold Krebs