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Verbandsgemeinde Bad Ems aktuell
Ausgabe 46/2019
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Gedanken zum Volkstrauertag 2019

Jahr für Jahr gedenken wir am Volkstrauertag der Opfer von Krieg und Gewalt. In jeder Stadt, in beinahe jedem Dorf gibt es Gedenktafeln. Aber Jahr für Jahr rückt auch die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg weiter in die Ferne. Was sagt uns dieser Gedenktag heute?

Suchen wir doch einmal ganz bewusst am Volkstrauertag die Gedenktafeln für die Gefallenen unserer Heimatgemeinde auf und schauen auf die dort verzeichneten Namen. In kleinen Gemeinden werden es nur wenige sein, in den Städten viele. Heute werden nur noch wenige von uns persönliche Erinnerungen an Gefallene haben. Aber wir lesen viele Familiennamen, die uns vertraut sind, Namen von Menschen, deren Nachfahren unsere Nachbarn oder unsere eigenen Verwandten sind. Und so kommt uns der Krieg wieder beklemmend nahe.

Vielleicht geht es Ihnen beim Anblick einer solchen Gedenkstätte wie mir. Da ist der Gedanke an das unermessliche Leid, das die beiden Weltkriege brachten. Da ist aber auch ein Gefühl der Dankbarkeit, dass wir seit nunmehr über 70 Jahren in Frieden leben. Gedenken und Trauer helfen uns, das zu schätzen, was wir in Europa in den letzten Jahrzehnten erreicht haben. Ganz gleich, wo der Toten gedacht wird, in der Normandie oder in Vilnius, in Coventry, an der Lahn oder auf Sizilien. Die Erinnerung hilft uns, zu verstehen, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit ist, sondern ein unschätzbares Gut.

Uwe Bruchhäuser, Bürgermeister