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Bad Ems-Nassau aktuell, Ausgabe Bad Ems
Ausgabe 52/2021
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Neujahrsgrüße

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

während ich mir Gedanken über meine Neujahrswünsche für die Bürgerinnen und Bürger der Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau mache, höre ich meiner Amtskollegin, Cornelia Weigand, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Altenahr, im Radio zu. Sie erzählt von den Ereignissen und dem Ablauf der Flutnacht, ihrer persönlichen Betroffenheit, von Schicksalen, traumatischen Erfahrungen und der Trauer sowie den Herausforderungen bei der Bewältigung der Folgen dieser Nacht. Mir wird bewusst, wieviel Glück auch unsere Region in dieser Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 hatte.

Frau Weigand erzählt aber auch von der nie gekannten Hilfsbereitschaft auf allen Ebenen, spontanen Helfereinsätzen und Spenden in vielfältiger Weise. Auch aus der Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau und dem gesamten Rhein-Lahn-Kreis waren in dieser Nacht und Tage danach Einheiten von der Feuerwehr, dem DRK und dem THW im Einsatz. Im Flutgebiet wurden sie konfrontiert mit unvorstellbaren Bildern, menschlichem Leid, immensen Schäden und persönlichen Schicksalen. Ein herzliches Dankeschön und meinen allergrößten Respekt für die Leistung der Einsatzkräfte, zumal diese Hilfseinsätze auch die Helfer an die Grenze der Belastbarkeit gebracht haben.

Erfreulich war und ist für mich zu sehen, wie groß die Hilfsbereitschaft und Solidarität in unserem Land ist. Auch aus unserer Verbandsgemeinde haben viele Freiwillige bei den Aufräumarbeiten vor Ort geholfen, private Spenden- und Hilfsaktionen gestartet, die bis heute noch andauern.

Durch die Initiative der Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau konnte bisher ein Betrag in Höhe von 63.406,10 € an den Bürgerfonds der Verbandsgemeinde Adenau überwiesen werden. Auch hier ein herzliches Dankeschön an alle, die unserem Spendenaufruf gefolgt sind.

Es wird noch Jahre dauern, bis die betroffenen Menschen an der Ahr wieder ein Stück Normalität haben werden. Lassen Sie uns diese tolle Nachbarregion und die Menschen nicht vergessen.

Dieses schreckliche Ereignis hat uns gezeigt: Starkregenereignisse können überall niedergehen. Gerade hier in unserer Mittelgebirgsregion mit Tallagen und Bächen gilt es Schwachstellen zu finden. Im Rahmen der Erstellung des Hochwasserschutzkonzeptes der Verbandsgemeinde wurde die bestehende Situation analysiert.

Lange Hitzeperioden, wie in den Sommern der Jahre 2019 und 2020 wechseln sich ab, mit oftmals punktuellem Starkregen. Klimaschutz wird eine der Herausforderungen der Zukunft sein.

Corona, hat uns immer noch im Griff. Die Pandemie prägt jetzt schon seit fast zwei Jahren unser Leben und wir alle wollen es nicht mehr ertragen. Ich hoffe und wünsche, dass Maßnahmen, die klar kommuniziert werden, den Durchbruch und Normalität in den Alltag bringen. Auch hier gilt es zu sagen: Nur gemeinsam schaffen wir das, und ich möchte Sie alle bitten, die notwendigen Schutz- und Hygienemaßnahmen einzuhalten. Ferner appelliere ich, dass Sie sich ausreichend impfen lassen. Diese Maßnahmen schützen Sie, Ihre Familie und alle anderen.

Aus Sicht der Verbandsgemeinde erfreulich war für mich die Fertigstellung und Eröffnung der neuen Kindertagesstätte Winden, auch wenn wir die Eröffnung leider nicht in würdiger Weise feiern konnten. Hier wurden optimale Bedingungen für die Betreuung unserer Kinder geschaffen. Weitere Sanierungsprojekte zum Ausbau der Kindertagesstätten in Singhofen und Geisig wurden im Jahr 2021 begonnen. Damit wird ein wesentlicher Beitrag zur Sicherung der Kinderbetreuung innerhalb der Verbandsgemeinde geleistet.

Ein weiterer Aufgabenschwerpunkt der Verbandsgemeinde ist der Brandschutz, der einen hohen Stellenwert genießt. 2021 konnte der Bau des Feuerwehrgerätehauses in Nievern abgeschlossen werden. Im nächsten Jahr wird voraussichtlich auch der Bau des Feuerwehrgerätehauses Zimmerschied fertiggestellt und mit dem Bau des Gerätehauses Weinähr begonnen. In 2022 stehen weitere Fahrzeuganschaffungen, z.B. eine Drehleiter für die Einheit Nassau, ein Fahrzeug für die Einheit Oberwies und drei Kleinlöschfahrzeuge für Dessighofen, Geisig und Hömberg an. Im Rahmen eines 10 Jahres Planes sind weitere Anschaffungen zur Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft beabsichtigt.

In diesem Jahr mussten die Kameradinnen und Kameraden der Wehren wieder zu zahlreichen Einsätzen, darunter auch Großeinsätze ausrücken. Bisher 207 Einsätze (Stand 30.11.2021), davon 102 Brand, 10 Gefahrstoffe, 69 Hilfeleistungen, 18 Sondereinsätze, 4 Unwetter und 4 Wasser, bewältigten die Wehren in 2021. Aber auch in den beiden Testzentren, im ehemaligen Marienkrankenhaus in Nassau und dem „Drive in“ in der Bartholomäusmarkthalle Bad Ems, haben zahlreiche Angehörige unserer Wehren monatelang, freiwillig und zum Teil nach der Arbeit, Dienst geschoben, unterstützt von Helfern des DRK Singhofen und Bad Ems. Mein Dank verbunden mit dem Wunsch an alle Feuerwehrkameradinnen und -kameraden für 2022 ist ein ruhigeres Jahr und, dass sie alle heil und gesund von Ihren Einsätzen zurückkommen.

Eine weitere Kernaufgabe der Verbandsgemeinde stellt die Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung dar. Seit Jahren werden hier hohe Millionenbeträge in die Infrastruktur zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit investiert. Im Jahr 2021 konnten die Hochbehälter Nord in Zimmerschied und der neue Hochbehälter Eisenbach in das Wassernetz eingebunden werden. Allein diese beiden Maßnahmen stellen Investitionen in Höhe von ca. 5 Millionen Euro dar.

Landtags- und Bundestagswahlen gab es 2021. Im Land hat sich an der politischen Konstellation nichts geändert. Auf Bundesebene wurde am 08. Dezember die neue Ampelregierung mit Kanzler Olaf Scholz vereidigt. Schauen wir, ob und welche Veränderungen uns das bringt; Ihnen als Bürger*Innen und auch uns im Verwaltungsbereich.

Auch die Verwaltung ist seit Ende November wieder im Home-Office-Modus. Ich habe den Eindruck, dass mit den bereits in 2020 eingeführten Terminvereinbarungen für unsere Bürgerinnen und Bürger, dennoch ein reibungsloser Ablauf zur Erledigung von Amtsgeschäften möglich ist. Sicher hakt es auch hier und da einmal, da bitte ich um Ihr Verständnis. Mein besonderer Dank gilt hier allen Mitarbeitern*innen, die nach wie vor zusätzliche und neue Aufgaben aufgrund der Corona-Pandemie übernommen haben, sowie durch die Bereitschaft auf Home-Office die Aufrechterhaltung des Dienstbetriebes gewährleisten. Das Team der Verbandsgemeinde in der Verwaltung, den Kitas und Schulen, in den Sport- und Freizeiteinrichtungen und den Betrieben macht einen guten Job. Mein Dank gilt auch Ihnen, liebe Bürgerinnen und Bürger, die diese notwendigen Einschränkungen mittragen.

Das Vereinsleben und die Kulturbranche werden derzeit wieder eingeschränkt, das ist sehr schade. Aber auch in 2021 und jetzt noch werden viele „Alternative Projekte“ auf die Beine gestellt, um doch das ein oder andere zu ermöglichen. Wenigstens in den Sommermonaten hatte man die Möglichkeit, zahlreiche Veranstaltungen zu besuchen. Das hat gutgetan.

Liebe „Ehrenamtler“, stecken Sie den Kopf nicht in den Sand, auch wenn die Zeiten für alle schwer sind. Sobald es möglich ist, werden viele auf Ihre Angebote zukommen und gerne wieder ein aktives Freizeitangebot an Sport, Theater, Musik, Karneval etc. in Anspruch nehmen. Mein Dank gilt an dieser Stelle, allen, die sich auf vielen Ebenen ehrenamtlich betätigen.

Wie ich schon eingangs erwähnte, eigentlich geht es uns trotz aller Widrigkeiten gut. Wir wurden nicht von einer Naturkatastrophe heimgesucht, wir leben in Frieden und einer Demokratie Ich wünsche mir, dass wir dies etwas mehr wertschätzen.

Ich wünsche Ihnen, und den Menschen die Ihnen nahestehen, ein gutes neues Jahr 2022, Glück, Zufriedenheit und bleiben Sie vor allen Dingen gesund!

Ihr

Uwe Bruchhäuser, Bürgermeister