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DIEZeitung - Mitteilungsblatt der Verbandsgemeinde Diez
Ausgabe 19/2026
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Agentur für Arbeit Rhein-Wied-Westerwald

Jugendliche entdecken ihre Zukunft in Montabaur

Berufsorientierung ohne Klischees: Rund 120 Schülerinnen und Schüler lernen beim Girls’ und Boys’ Day neue Perspektiven kennen

Unter dem Motto „Dein Tag, Dein Weg!“ öffneten in diesem Jahr am 23. April bundesweit wieder Unternehmen, Institutionen und Bildungseinrichtungen ihre Türen für den bundesweiten Girls’ und Boys’ Day. In Montabaur folgten rund 120 Schülerinnen und Schüler der 7. Klassen der Realschulen aus Nentershausen und Ransbach-Baumbach der Einladung der Agentur für Arbeit Rhein-Wied-Westerwald – und erlebten einen abwechslungsreichen Tag voller neuer Eindrücke.

Ziel des Aktionstages ist es, jungen Menschen frühzeitig Einblicke in unterschiedliche Berufsfelder zu ermöglichen – jenseits klassischer Rollenbilder. Denn noch immer sind viele Branchen geschlechtsspezifisch geprägt: Während Frauen in technischen Berufen unterrepräsentiert sind, fehlen Männer häufig in sozialen Tätigkeiten wie Pflege oder Erziehung. Der Girls’ und Boys’Day setzt genau hier an und ermutigt dazu, eigene Interessen zu entdecken und seinen eigenen Weg zu gehen – unabhängig von Gender und gesellschaftlichen Erwartungen.

„Der Aktionstag zeigt eindrucksvoll, wie vielfältig die moderne Arbeitswelt ist. Wenn junge Menschen die Möglichkeit bekommen, Berufe ganz praktisch kennenzulernen, entstehen oft ganz neue Perspektiven für die eigene Zukunft und auch der Mut, diese zu nutzen“, erklärt Elmar Wagner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rhein-Wied-Westerwald. „Gleichzeitig bietet sich für Unternehmen die Chance, frühzeitig mit potenziellen Fachkräften von morgen in Kontakt zu kommen.“

Die beteiligten Unternehmen und Institutionen – darunter Betriebe aus Handwerk, Industrie, Pflege sowie Dienstleistung – hatten zahlreiche Mitmachaktionen vorbereitet. Dabei stand vor allem eines im Mittelpunkt: selbst ausprobieren statt nur zuschauen.

So konnten die Schülerinnen und Schüler unter anderem Vogelhäuser, Werkzeugkisten oder kleine Fachwerkhäuser bauen, Schaltgeräte anschließen oder beim simulierten Boxenstopp Reifen wechseln – inklusive Zeitmessung. Auch handwerkliches Geschick war gefragt, etwa beim Frisieren am Übungskopf oder beim Bau stabiler Brücken. Im medizinischen und pflegerischen Bereich warteten ebenfalls spannende Aufgaben: Blutdruck messen, eine Spritze fachgerecht aufziehen oder mit Handschuhen ein Patientenhemd öffnen – eine Herausforderung, die Fingerspitzengefühl erforderte.

„Mir gefällt besonders gut, dass wir hier so viel selbst ausprobieren dürfen“, berichtet ein Schüler in der abschließenden Feedback-Runde. „Das ist etwas, wo man sonst im Alltag gar keine Gelegenheit zu bekommt. Und das Popcorn ist natürlich auch richtig cool.“ Neben den praktischen Erfahrungen kamen also auch die kleinen Extras gut an.

Wie wertvoll solche Begegnungen sein können, zeigte sich besonders im direkten Austausch mit den Unternehmen. So entwickelte sich am Stand der Firma Saveroad GmbH ein Gespräch mit einem Schüler, der großes Interesse an einer Ausbildung äußerte – zugleich aber Zweifel hatte, die 10. Klasse erfolgreich abzuschließen. Die Antwort des Unternehmens machte Mut: Entscheidend sei vor allem das Interesse und die Motivation. Man solle sich auf jeden Fall melden – auch mit einem Abschluss der 9. Klasse, um gemeinsam Perspektiven zu prüfen.

„Genau solche Gespräche sind es, die diesen Tag so besonders machen“, betont Nina Hartmann, Teamleiterin der Berufsberatung und Organisatorin des Aktionstages. „Die Jugendlichen erleben, dass ihre Zukunft nicht nur von Noten abhängt, sondern auch von Engagement, dem persönlichen Eindruck und praktischen Fähigkeiten.“

Am Ende des Tages fiel das Fazit der Schülerinnen und Schüler durchweg positiv aus: ein spannender, abwechslungsreicher Tag mit vielen neuen Eindrücken. Besonders gut kam an, dass sie an den Stationen selbst aktiv werden konnten und so ein echtes Gefühl für die jeweiligen Berufe bekamen.

Auch die beteiligten Unternehmen zeigten sich zufrieden und lobten das große Interesse und die Offenheit der Jugendlichen. Für viele steht bereits fest: Im kommenden Jahr sind sie wieder dabei.