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DIEZeitung - Mitteilungsblatt der Verbandsgemeinde Diez
Ausgabe 23/2026
Sonstige Nachrichten - Verbandsgemeinde Diez
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75 Jahre Freiwillige Feuerwehr Cramberg – Ein Abend voller Gemeinschaft, Wertschätzung und gelebtem Ehrenamt

Mit einer eindrucksvollen und modernen Jubiläumsveranstaltung feierte die Freiwillige Feuerwehr Cramberg ihr 75-jähriges Bestehen – und zeigte dabei, dass Feuerwehr weit mehr ist als Technik und Einsätze: Sie steht für Zusammenhalt, generationsübergreifendes Engagement und ein starkes Miteinander innerhalb der Dorfgemeinschaft.

Bereits zu Beginn des Abends sorgte der feierliche Einmarsch der Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner in die Turnhalle von Cramberg für einen bewegenden Auftakt. Die Atmosphäre war geprägt von großer Verbundenheit.

Im historischen Rückblick wurde deutlich, wie tief der Brandschutz in der Geschichte des Ortes verwurzelt ist. Erinnerungen an frühere Brandereignisse – unter anderem den Großbrand auf dem Küppel im Jahr 1828 – spannten den Bogen bis zur offiziellen Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Cramberg im Jahr 1951. Während der Begrüßung wurde zudem in einer Schweigeminute all jener gedacht, die sich über Jahrzehnte hinweg für die Feuerwehr und die Gemeinschaft engagiert haben.

Im Mittelpunkt des Abends stand dabei immer wieder eine zentrale Botschaft: Feuerwehr ist mehr als Fahrzeuge, Technik und Einsätze – sie bedeutet Zusammenhalt, Verantwortung und das selbstverständliche Einstehen füreinander.

Besonders lebendig wurde die Veranstaltung durch zwei Podiumsdiskussionen, die bewusst auf klassische, lange Grußworte verzichteten und stattdessen auf persönliche Gespräche und echte Einblicke setzten. Die Fragen hatten zuvor Henriette Kaltheier und Dominik Meffert erarbeitet.

Die erste Diskussionsrunde widmete sich den politischen und strukturellen Herausforderungen des Feuerwehrwesens. Teilnehmer waren Landrat des Rhein-Lahn-Kreises Jörg Denninghoff, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Diez Maren Busch, Ortsbürgermeisterin von Cramberg Simone Spies sowie Brand- und Katastrophenschutzinspektor des Rhein-Lahn-Kreises Guido Erler.

Diskutiert wurden unter anderem die Zukunft der Feuerwehren im ländlichen Raum, die Nachwuchsgewinnung, personelle Herausforderungen sowie Fragen des Katastrophenschutzes und der Resilienz der Bevölkerung.

Auf die Frage, welche Herausforderungen sie künftig auf die Feuerwehren zukommen sieht, betonte Bürgermeisterin Maren Busch insbesondere die personelle Situation, die Gewinnung junger Menschen für das Ehrenamt sowie notwendige Investitionen in  Feuerwehrhäuser und Infrastruktur. Für Cramberg selbst zeigte sie sich jedoch ausgesprochen optimistisch: „Für eine Gemeinde mit rund 500 Einwohnern ist das ehrenamtliche Engagement außergewöhnlich stark. Fast 40 aktive Mitglieder engagieren sich in der Feuerwehr. Gerade die gute Nachwuchsarbeit und der ausgeprägte Gemeinschaftssinn machen die Feuerwehr Cramberg zu einem positiven Beispiel für die Zukunft des Ehrenamtes“.

Die zweite Podiumsdiskussion stellte anschließend die Menschen innerhalb der Feuerwehr in den Mittelpunkt. Gemeinsam mit dem designierten Wehrleiter der VG Diez Sebastian Kuhmann, Wehrführer der FFW Cramberg Florian Schmidt, TV-Vorsitzende Malene Wolf sowie Heiko Hensel, Vorsitzender der FFW Harbach wurde deutlich, wie eng Kameradschaft, Familie und Freundschaft miteinander verbunden sind.

Besonders persönlich wurde es, als Malene Wolf über ihre eigene Verbindung zur Feuerwehr sprach. Gemeinsam mit ihrer Schwester, ihrem Bruder, ihrem Vater und ihrem Onkel sei sie Teil einer echten Feuerwehrfamilie. Gerade dieser familiäre Zusammenhalt mache für sie den besonderen Charakter der Feuerwehr aus. Dass sich dieses generationsübergreifende Engagement auch in der Wehr widerspiegelt, zeigt ein weiteres Beispiel: Mit 66 Jahren gehört ihr Onkel Reiner Wolf noch immer als ältester aktiver Feuerwehrmann der Wehreinheit an.

Auch die langjährige Freundschaft zur Partnerwehr Harbach spielte an diesem Abend eine wichtige Rolle. Seit mittlerweile 26 Jahren verbindet beide Wehren eine enge Kameradschaft über Landesgrenzen hinweg. Mit einem Augenzwinkern wurde daran erinnert, dass die Freundschaft 1999 ursprünglich durch das gemeinsame Interesse an einer Zapfanlage entstanden sei. Über die Jahre habe sich daraus jedoch eine echte und gewachsene Verbundenheit entwickelt.

Ein besonders prägnanter Satz blieb vielen Gästen des Abends im Gedächtnis: „Katastrophenschutz und Feuerwehr sind Wahnsinn – aber Ehrenamt ist grandios und unbezahlbar“, so Guido Erler.

Diese Worte fassten die Stimmung der gesamten Veranstaltung treffend zusammen.

Für zusätzliche emotionale Momente sorgten zwei mit viel Herzblut produzierte Kurzfilme über die Feuerwehr Cramberg. Eindrucksvolle Aufnahmen – unter anderem mit Drohneneinsätzen – machten deutlich, wie viel Engagement und Leidenschaft in der Arbeit der Feuerwehr steckt.

Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt, bevor der Abend schließlich nahtlos in die Blaulichtparty überging.

Die Jubiläumsveranstaltung machte deutlich, wie lebendig, modern und gemeinschaftlich Feuerwehr heute gelebt wird – weit über Einsätze und Technik hinaus.