Titel Logo
DIEZeitung - Mitteilungsblatt der Verbandsgemeinde Diez
Ausgabe 28/2026
Aus Vereinen und Verbänden
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Verein der Freunde der Oraniensteiner Konzerte e.V.

Die junge ukrainische Geigerin Iola Selezneva bedankte sich musikalisch bei den Spender ihrer neuen Geige mit Musik von Nicolò Paganini.

 „Eine neue Geige für Iola“

Private Spendenaktion des Vereins der Freunde der Oraniensteiner Konzerte ermöglicht die Zurverfügungstellung einer kostbaren Violine für die ukrainische Musikstudentin Iola Selezneva.

Das sich traditionell an die Jahreshauptversammlung des Vereins der Freunde der Oraniensteiner Konzerte anschließende Konzert mit Nachwuchstalenten aus der Region ist ein „Dankeschön“ des Vereins an seine Mitglieder, Spender, Sponsoren und sonstigen Förderer. Bei diesem einmal im Jahr stattfindenden Konzert treten ausgezeichnete junge Musikerinnen und Musiker auf, die Garant für ein erfrischendes Musik-Erlebnis sind. Ihr Können, ihr Durchhaltewillen für die zahllosen Übungsstunden und ihre nicht erlahmende Begeisterung für die Musik lösen beim Oraniensteiner Konzertpublikum immer wieder Freude, Erstaunen und Bewunderung aus. So auch in diesem Jahr, als nach der Jahreshauptversammlung des Vereins der Freunde der Oraniensteiner Konzerte am 07. Mai 2026 mit Luise Schönberger (Posaune), Ferdinand Nierenz (Trompete) und Felix Munzlinger (Horn) ein Blechbläser-Trio des Landesmusikgymnasiums Rheinland Pfalz aus Montabaur zu hören war. Es zählte zu den frisch gebackenen Siegern des Landeswettbewerbs „Jugend musiziert“ mit Zulassung zum Bundeswettbewerb. Ihr Vortrag mit Werken von Eric Ewazen, Francis Poulenc, Arcangelo Corelli und Georg Friedrich Händel kamen bei den zahlreich anwesenden Vereinsmitgliedern blendend an. Nicht verraten hatte der Vereinsvorstand in seiner Einladung zum Konzert, dass nach den Darbietungen des Blechbläser-Trios noch die *Caprice Nr. 9“ für Violine solo von Nicolò Paganini erklingen würde – gespielt von einer jungen Frau, die ebenfalls „Danke“ sagen wollte: Die inzwischen 18-jährige Violinistin Iola Selezneva war für wenige Stunden nach Oranienstein zurückgekehrt – an jenen Ort, der ihrem Leben im vergangenen Jahr eine völlig unerwartete Wendung gegeben hatte. Denn bereits im Jahr 2025 war die junge Ukrainerin als Schülerin des Landesmusikgymnasiums Rheinland Pfalz beim „Dankeschön“-Konzert des Vereins der Freunde der Oraniensteiner Konzerte aufgetreten und musizierte damals so großartig, dass das Publikum hingerissen war. Zuvor hatte die 17-Jährige beim Landeswettbewerb „Jugend Musiziert“ in Mainz den 1. Preis gewonnen, mit einer Höchstwertung von 25 Punkten. Die Teilnahme am nachfolgenden Bundeswettbewerb war ihr jedoch verwehrt worden, da die Jury das Weiterkommen mit der Begründung ablehnte, dass „die Geige der Schülerin nicht den hohen Anforderungen genüge“, wie Tobias Simon, Musikkoordinator am Landesmusikgymnasium Rheinland-Pfalz in Montabaur den Oraniensteiner Konzertgästen erklärte. Die Zuhörerinnen und Zuhörer waren perplex, und Kritik an der Entscheidung der Jury wurde laut. Wie konnte man einem hervorragenden, jungen Talent solche Steine in den Weg legen? Beim anschließenden geselligen Beisammensein im Schloss sah man ungläubiges Kopfschütteln. Und was dann geschah, hat es in der 30-jährigen Geschichte der Oraniensteiner Konzerte noch nicht gegeben: Einer der Gäste regte kurzerhand eine Spendensammlung zur Finanzierung einer neuen Geige für Iola an, und tatsächlich wurden sofort erste Beträge in den Raum geworfen und weitere, nicht gerade kleine Spenden kamen im Laufe des Abends hinzu. Die Spendensumme lag schließlich in einem hohen vierstelligen Bereich, womit der Grundstock zum Erwerb eines hochwertigeren Instruments gelegt war. Tobias Simon und sein Schützling Iola Selezneva waren überwältigt.

Wie Iola später dem Vereinsvorstand schrieb, sei „mit großer Unterstützung vieler Menschen vom Landesmusikgymnasium Rheinland-Pfalz, durch Konzerte und natürlich auch mit Hilfe meiner Familie“ der noch fehlende Betrag zusammengekommen. Die neue Geige darf ich lebenslang nutzen, worüber ich unglaublich dankbar bin“. Mit der neuen Geige im Gepäck konnte die Ukrainerin mittlerweile von Montabaur nach Lübeck wechseln, wo man sie an der Musikhochschule als Kontakt-Studentin willkommen hieß. Seit April 2026 erhält sie dort Geigenunterricht bei Professorin Maria Egelhohff und setzt gleichzeitig ihr Musikstudium (online) in Charkiw fort. Wie intensiv und erfolgreich Iola Selezneva auf ihrer neuen Violine studiert, wurde in Oranienstein mit ihrer Interpretation der Caprice von Paganinis dann dem Publikum eindrucksvoll deutlich. Perfekt meisterte die junge Künstlerin alle technischen und musikalischen Herausforderungen, die der „Teufelsgeiger“ Paganini nachfolgenden Violinisten hinterlassen hat. Das Publikum war in den Bann gezogen, bis die Hochspannung jubelndem Beifall wich.

 

Neuer Vorstand: Auf der Jahreshauptversammlung des Vereins der Freunde der Oraniensteiner Konzerte standen Vorstandswahlen an. Der langjährige Schatzmeister Frank Kaltheier stand aus beruflichen Gründen nicht mehr für dieses Amt zur Verfügung. Der Vorsitzende Dr. Klaus Peter Heymann dankte ihm herzlich für seinen steten, professionellen Einsatz. Der Vorstand setzt sich nach den ohne Gegenstimmen erfolgten Neu-Wahlen nun wie folgt zusammen: Dr. Klaus-Peter Heymann, Vorsitzender (Wiederwahl) Dr. Gernot Schaefer, stellvertretender Vorsitzender (Wiederwahl) Klaus Rohletter, stellvertretender Vorsitzender (bisher Beirat) Dr. Peter Spies, Schatzmeister (bisher stellvertretender Vorsitzender) Lore Spies, stellvertretende Schatzmeisterin (Wiederwahl) Dr. Wolfgang Kollmann, Schriftführer (Wiederwahl) Marie-Theres Clessienne, Beirätin (Wiederwahl) Arnold Blaschczyk, Beirat (neu im Amt) Gerhard Maxeiner (Wiederwahl). Satzungsgemäß gehört zudem der künstlerische Leiter (Hubert Eblenkamp) dem Vorstand an.