Was tun, wenn Kinder im Alltag einer Kindertagesstätte (Kita) an ihre Grenzen gehen – und Erwachsene gleich mit? Mit dieser Frage setzen sich derzeit alle Kita-Leitungen und stellvertretenden Kita-Leitungen des evangelischen Trägers „Evangelische KiTas Diez“ intensiv auseinander.
Die Abkürzung HeVeKi steht für „Herausforderndes Verhalten von Kindern professionell bewältigen“. Entwickelt wurde das von der Robert-Bosch-Stiftung evaluierte Konzept am Zentrum für Kinder- und Jugendforschung (ZfKJ) in Freiburg. Es unterstützt pädagogische Fachkräfte dabei, kindliches Verhalten besser zu verstehen, neue Perspektiven einzunehmen und im oft turbulenten Kita-Alltaghandlungsfähig zu bleiben.
Geleitet wird die Fortbildung von Prof. Dr. Fröhlich-Gildhoff, der das Konzept selbst entwickelt hat. Unterstützt wird er von Katja Kansu, pädagogische Fachberatung des Fachbereichs Kita der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). In der Schulung wird deutlich: Herausforderndes Verhalten ist kein „Problemkind-Thema“, sondern entsteht im Zusammenspiel vieler Faktoren. Entsprechend geht es darum, genau hinzuschauen, Ursachen zu reflektieren und die Bedürfnisse der Kinder ernst zu nehmen – immer mit einem wertschätzenden und professionellen Blick. „Der Kita-Alltag stellt unsere pädagogischen Fachkräfte immer wieder vor große Herausforderungen. Mit HeVeKi geben wir unseren Leitungen Werkzeuge an die Hand, um ihre Teams sicher und reflektiert zu begleiten – zum Wohl der Kinder und zur Entlastung der Kolleginnen“, betont Ina Maxeiner von der Tandem-Geschäftsführung Evangelische KiTas Diez.
Ein wichtiger Baustein der Fortbildung sei die Stärkung der Teams. Die Leitungen und stellvertretenden Leitungen werden gezielt als Multiplikatorinnen qualifiziert. Sie sollen das erworbene Wissen, die Methoden und die gemeinsame Haltung in ihre Einrichtungen tragen und dort an ihre Teams weitergeben. „So entstehen Schritt für Schritt eine gemeinsame Sprache und ein sicherer Umgang mit schwierigen Situationen im Alltag“, so Maxeiner.