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Rhein-Lahn-Kurier - Heimat- u Bürgerzeitung für die Stadt Lahnstein
Ausgabe 13/2026
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Erfolgreiche Auftaktveranstaltung zum Kriegsende 1945 und zur 'Stunde Null' zwischen Koblenz und Kaub am Theater Lahnstein

Schirmherr Oberbürgermeister Siefert (4. v.l.) mit Initiatoren, Moderatoren und Referenten der Vortragsreihe sowie der Projektgruppe (Foto: Blanka Linnemann)

Die fünfteilige Vortragsreihe „Die Amis kommen!“ Das Kriegsende 1945 zwischen Koblenz und Kaub' am Theater Lahnstein ist am Dienstag, 17. März bei fast ausverkauftem Haus erfolgreich gestartet. Die Auftaktveranstaltung unter Anwesenheit des Lahnsteiner Oberbürgermeisters Lennart Siefert als Schirmherr der Vortragsreihe und geladener Gäste, darunter mehrere von Koblenzer Archiven, begann mit einer kurzen Begrüßung durch den Künstlerischen Leiter Jörg Altenrath, der um die Vortragsreihe ein vielseitiges Rahmenprogramm zum Thema Krieg geschaffen hatte.

Die von beiden Initiatoren Ulrich Linnemann, Bad Schwalbach und Klaus D. Schoch, Wesel moderierte Veranstaltung begann nach einem Dank an die Sponsoren und Vorbemerkungen zur Entstehung der Vortragsreihe mit einem Vortrag zum Landesprojekt „Digitale Erfassung und Präsentation von Kulturlandschaften in Rheinland-Pfalz (KuLaDig-RLP)“. Professor Dr. Michael Klemm und Florian Weber M. A. vom Institut für Kulturwissenschaft der Universität Koblenz stellten Zielsetzung, Organisation und Arbeitsweise von KuLaDig-RLP näher vor. Zur Veranschaulichung, wie Ereignisse des 2. Weltkriegs digital in das landesgeschichtliche Informationsportal KuLaDig (www.kuladig.de) eingebunden werden können, trugen sie mit dem Rheinübergang der Amerikaner bei Nierstein und der Absturzstelle eines US-Bombers bei Römerberg-Mechtersheim zwei konkrete Beispiele vor. In die Dokumentation und Präsentation beider Ereignisse in KuLaDig waren Informationen unterschiedlichster Art in verschiedenen Medienformaten eingebunden, darunter Augenzeugenberichte als Videos, die dem Gesagten eine besondere Eindrücklichkeit verliehen.

 

Kaleidoskopartige Blicke auf die frühe Nachkriegsgeschichte von Koblenz warfen anschließend Michael Koelges und Judith Höhn-Engers, beide vom Stadtarchiv Koblenz, die ihre Worte mit interessantem Archivmaterial hinterlegten. Ihr gemeinsamer, im Wechsel gehaltener Vortrag betonte die besonderen Herausforderungen, denen sich die stark kriegszerstörte Schängelstadt und ihre Bevölkerung in den Jahren 1945 bis 1948 ausgesetzt sahen. Dabei kam auch der Wechsel zweier Besatzungsmächte – zunächst die Amerikaner, dann die Franzosen – mit ihren unterschiedlichen Einstellungen und Mentalitäten zur Sprache. Von dem von ihnen präsentierten Bildmaterial gewiss den emotional stärksten Eindruck auf die Besucher hinterließ das Foto von Koblenzer Kinderfüßen. Sie waren teils barfuß, teils notdürftig mit Resten von Gummireifen als Schuhwerk versehen waren und führten das Leid der Zivilbevölkerung in Kriegs- und Nachkriegszeiten besonders eindrucksvoll vor Augen führten.

Die Veranstaltung findet ihre Fortsetzung am 14. April um 19.30 Uhr (Get-together ab 18.45 Uhr) mit einem Vortrag von Richard Schneck, Rhens zu den Übergängen der US Army zu Rhens und Brey. Die genauen Vortragstitel sowie nähere Informationen zu den Referenten und zum Inhalt der Vorträge sind auf www.lahnstein-theater.de hinterlegt.