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Rhein-Lahn-Kurier - Heimat- u Bürgerzeitung für die Stadt Lahnstein
Ausgabe 22/2026
Nachrichten der Verwaltung
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Schützengräben und Bombentrichter auf den rechtsrheinischen Höhen

Referent Stefan Michels in einem Jeep der US Army des 2. Weltkriegs vor dem Theater Lahnstein (Foto: Ulrich Linnemann)

Vortragsprojekt am Theater Lahnstein sucht Zeitzeugen zum Kriegsende 1945

Bereits im Vorfeld zeichnete sich ab, dass der Vortrag von Stefan Michels aus Kestert, der im Rahmen der zeitgeschichtlichen Vortragsreihe zum Kriegsende 1945 zwischen Koblenz und Kaub am Theater Lahnstein am 12. Mai stattfand, sehr gut besucht sein würde. Tatsächlich übertraf die Kartennachfrage deutlich das Sitzplatzangebot.

In seinen kenntnisreichen, umfangreich illustrierten Ausführungen zu den Rheinüberquerungen der US-Army zwischen Braubach und Kaub stellte der Referent anschaulich seine Erkenntnisse aus langjährigen privaten Forschungen dar. Dies machte der gewählte Vortragstitel deutlich, der sich an seine 2013 erschienenen Veröffentlichung "Sturm am Mittelrhein" anlehnte. Sie soll, so der Stefan Michels in seinem Vortrag, in absehbarer Zukunft eine aktualisierte Neuausgabe erfahren.

Der Referent besprach im Detail die fünf Rheinübergänge der 3. US Army Ende März 1945 zwischen Braubach und Kaub. Dabei stellte er die Örtlichkeiten, die beteiligten militärischen Einheiten der US Army sowie die Ereignisse auf deutscher und amerikanischer Seite näher vor. Die größtenteils massive Gegenwehr der beteiligten deutschen Einheiten hinterließ auf dem hohen rechtsrheinischen Ufer gegenüber von St. Goarshausen und Boppard ihre noch heute im Gelände deutlich sichtbaren Spuren in Form von Schützenlöchern und Bombenkratern, die der Referent in Fotos zeigte.

 

Das Publikum trug durch die Erinnerungen von Zeitzeugen wesentlich dazu bei, dem Abend eine besondere atmosphärische Dichte und Emotionalität zu geben. Die Projektgruppe sieht sich in ihren Überlegungen bestätigt, diese Zeitzeugen aus erster, mitunter aber auch zweiter Hand anzusprechen, um deren Erinnerungen und persönlichen Geschichten im Nachgang des Vortragsprojektes in Bild und Ton zu dokumentieren. „Die genaue Umsetzung unseres Vorhabens und deren Finanzierung ist derzeit noch in Klärung, doch möchten wir die Chance zur Kontaktaufnahme mit Zeitzeugen nicht ungenutzt verstreichen lassen“, wie Ulrich Linnemann für die Projektgruppe betont.

Zeitzeugen können sich an die Projektgruppe an den beiden noch verbleibenden Vortragsabenden im Theater Lahnstein wenden oder den Kontakt per Telefon oder E-Mail aufnehmen (Stadtarchiv Lahnstein, Bernd Geil Tel. 02621 914-296 und archiv@lahnstein.de).

Nächster Vortrag im Juni

Am 9. Juni spricht Klaus D. Schoch über das Schicksal von Braubach und der Marksburg in den Märztagen aus dem Blickwinkel einheimischer Zeitzeugen. Der gebürtige Braubacher versucht eine komplexe Darstellung der Kriegsereignisse und -folgen rund um die Marksburg auf der Basis von Tagebucheinträgen, Brieftexten und Gesprächsnotizen. Es sind nur noch wenige Tickets an der Abendkasse erhältlich.