Vorstandsmitglieder der Kolpingfamilie St. Martin tagen mit Adolph Kolping und einem wandernden Gesellen. (Foto: Th. Schneider)
Regelmäßig kommt der Vorstand der Kolpingfamilie St. Martin zu Sitzungen im Pfarrzentrum am Europaplatz zusammen. Hier werden die Köpfe zusammengesteckt und Zukunftsideen sowie einzelne Programmpunkte von sogenannten „Kümmerern“ geplant. Im zweiten Halbjahr vorgesehen sind u.a. ein Vortragsabend über politische Thelogie gegen rechts, ein Pub-Quiz, das Totengedenken auf dem Oberlahnsteiner Friedhof sowie die Besichtigung des Saalkellers unter der Hochstraße. (nur für Mitglieder) Im Dezember wird gemeinsam der Kolping-Gedenktag gefeiert und es gibt wieder ein Adventsstündchen für den Seniorenkreis „Kolping Ü 60“. Bei den Sitzungen neuerdings zugegeben ist ein Modell des Kolping-Denkmals, welches sich im Original auf dem Kolpingplatz in Köln befindet. Der Platz ist zwischen der Minoritenkirche, wo Adolph Kolping begraben liegt und dem Generalsekretariat des internationalen Kolpingwerks Kolping International, unweit des WDR-Funkhauses. Der Entwurf des Denkmals stammt von dem Kölner Bildhauer Johann Baptist Schreiner (1866-1935), der später auch eine bekannte Portraitbüste von Beethoven (1907) geschaffen hat.
Das aus Mitgliederspenden des Kolpingwerks finanzierte Denkmal, eine Bronzestatue, wurde am 12. Juli 1903 feierlich enthüllt. Die Inschrift auf dem Sockel lautet: „Adolph Kolping. Der Gesellenvater.“ Adolph Kolping wird in etwa anderthalbfacher Lebensgröße in einer Soutane dargestellt. 1980 wurde es unter Denkmalschutz gestellt und in die Kölner Denkmalliste aufgenommen. Die Darstellung ist würdig, volkstümlich und gedankentief und hat im Wandel der Zeit nichts von ihrer Eindringlichkeit verloren. Das Denkmal stellt den Gesellenvater Kolping dar, wie er einen Gesellen, der auf die Wanderschaft geht, verabschiedet. Priester (Kolping) und Geselle stehen Hand in Hand, damit spricht aus der Darstellung in gleich hervorragender Weise der Kern dessen, was Adolph Kolping wollte und wie es wirkte: die Verbindung von Glauben und Leben, treffend mit dem Zitat Kolpings auf den Punkt gebracht: „Auf dem Glauben ruht das Leben“. „Wir erinnern mit dieser kleinen Darstellung ganz bewusst an die Wurzeln unserer Kolpingfamilie, nämlich das Vorbild des Priesters und Gesellenvaters Adolph Kolping“, so Markus Schild, der Schriftführer der Kolpingfamilie St. Martin. Auch bei den regelmäßigen Stammtischen, meist in der Gaststätte Winzerhaus, taucht das Mini-Denkmal nun auf.
Die Veranstaltungsreihe wird fortgesetzt am Montag, 28. September 2026 um 19 Uhr im Pfarrzentrum am Europaplatz. Zu Gast ist der in Koblenz geborene und in Niederlahnstein aufgewachsene Theologe und Pädagoge Joachim Schäfer, der das Projekt „Hessencam“ in der Dompfarrei Wetzlar betreut. Er informiert anschaulich über politische Thelogie gegen rechts. Gibt es das? Und: Wie geht das? Herzliche Einladung an alle Interessierten, es handelt sich um eine öffentliche Veranstaltung, nicht nur für Mitglieder. Es wird keine Teilnehmergebühr erhoben. Teilnahme ohne Voranmeldung möglich.