zum Thema „Die Verbandsgemeindewerke Nastätten – Aufgaben, Herausforderungen und Finanzierung; Austausch mit der regionalen Wirtschaft und deren Positionen“
Am 11.09.2026 hat sich das Unternehmernetzwerk auf Einladung der Verbandsgemeinde Nastätten und der Industrie- und Handelskammer auf der Kläranlage Mühlbachtal, die im gleichnamigen Tal bei Marienfels gelegen ist, getroffen.
Im Bereich der Wasserversorgung stehen aufgrund der geologischen Bodenverhältnisse sowie der Auswirkungen des Klimawandels nicht ausreichend eigenes Wasser für die Versorgung der Bevölkerung zu Verfügung. Seit Jahren gehen die Quell- und Brunnenleistungen zurück, sodass seit Anfang der 2000er Jahre Fremdwasser für etwa 1/3 des täglichen Wasserbedarfs hinzugekauft wird. Als weitere Optimierungsstufe wurde der Hochbehälter „Horstberg“ und wird der Hochbehälter „Am Spitzen Stein“ in Kooperation mit den Verbandsgemeindewerken Loreley gebaut. Weiter ist in die Verteilung des Wassers über Verbundleitungen von den neuen Hochbehältern in die Ortsnetze zu investieren.
Gleichermaßen stehen im Bereich der Abwasserbeseitigung in den nächsten Jahren Investitionen an. So wurde die Erweiterung und Optimierung der Kläranlage Niederwallmenach in 2026 fertiggestellt. Auf verschiedenen Kläranlagen wurden bzw. werden Photovoltaikanlagen errichtet, um die Strombezugskosten zu reduzieren. Maßnahmen zur gesetzlich vorgegebenen Phosphatreduzierung für die Gewässer wurden durchgeführt. Zukünftig steht die Umsetzung der 4. Reinigungsstufe an, um u. a. Medikamentenrückstände und Schwebstoffe aus dem Wasser zu entnehmen.
Um täglich für Sie ausreichend hygienisch einwandfreies Trinkwasser als Lebensmittel Nr. 1 zu Verfügung stellen zu können, sind unsere sechs Versorger im Einsatz.
Nach dem Gebrauch des Wassers ist es als Abwasser umweltgerecht zu reinigen und möglichst frei von Schadstoffen wieder dem Wasserkreislauf zuzuführen. Diese Aufgabe wird täglich von sechs Entsorgern erledigt.
Im Rahmen der Veranstaltung führt der stellv. Abwassermeister Sven Hermann die Anwesenden über die Anlage. Nachdem das gesammelte Abwasser über rd. 280 km Kanalleitungen und Verbindungssammler zur Kläranlage gelangt ist, wird es gesiebt, getrennt, belüftet, gerührt und gepumpt. Milliarden fleißige Mikroorganismen kümmern sich um den Rest. Am Ende ist aus der trüben Brühe wieder sauberes Wasser geworden, das guten Gewissens ins Gewässer eingeleitet wird.
Die Verbandsgemeindewerke sind aufgrund gesetzlicher Regelungen gehalten, die entstehenden Kosten für jeden Betriebszweig (Wasser und Abwasser) möglichst kostendeckend durch Entgelte zu refinanzieren. Aufgrund EU-Vorgaben im Bereich der Umsatzsteuer musste zum 01.01.2023 die bisherige Erhebung von privatrechtlichen Entgelten auf öffentlich-rechtliche Entgelte umgestellt werden. Die öffentlich-rechtlichen Entgelte setzen sich aus Benutzungsgebühren und wiederkehrenden Beiträgen zusammen. Sie werden jährlich neu kalkuliert und an den Aufwandsbedarf angepasst.
Aufgrund des kleinen Teilnehmerkreises hat sich die Veranstaltung größtenteils auf die technischen Punkte bezogen. Das Entgeltsystem wurde aus dieser Runde nicht weiter hinterfragt. Gleichzeitig wurde aber am Beispiel der besichtigten Kläranlage erkannt, wofür die erhobenen Entgelte eingesetzt werden.