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Infos aus der Verbandsgemeinde Loreley
Ausgabe 15/2021
Amtliche Bekanntmachungen
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Maßnahme im Bereich Friedhof

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

gerne informiere ich Sie über die Hintergründe einer auf den ersten Blick gar nicht so spektakulären Maßnahme im Bereich unseres Friedhofes. Ich nutze hierzu die Ausführungen von Herrn Dr. Achim-Rüdiger Börner, anerkannter Eidechsenexperte, die ich nachstehend anführe:

„Die seltene westliche Smaragdeidechse ist - wie die kleine braune Mauereidechse - über die burgundische Pforte aufgrund der klimatischen Besonderheiten des Rheintals zu uns eingewandert. Die Smaragdeidechse, die größte heimische Eidechse, erreicht im oberen Mittelrheintal die Nordgrenze ihrer Verbreitung und hat im Hang zwischen Kamp-Bornhofen und Filsen eine der beiden großen Populationen im oberen Mittelrheintal gebildet. Dies erlegt der Gemeinde Kamp-Bornhofen eine besondere Schutzpflicht für diese streng geschützten Tiere auf und ist Grund für verschiedenen Maßnahmen der Biotopflege und –Verbesserung. Mit der Entwidmung von Gräbern und der Beseitigung der alten Grabstellen in den oberen Terrassen auf der Ostseite des Friedhofs sind offenbar die notwendigen Strukturen für den Lebensraum von zwei dort ansässigen Pärchen entfallen. Auf Anregung des Eidechsenspezialisten Dr. Börner hat die Gemeinde die Firma Reifferscheid aus Osterspai beauftragt, in Abstimmung mit Dr. Börner eine kleine Biotopaufbesserungsmaßnahme, die sich in den Friedhof einfügt, durch zu führen. So wurden neue Steinplatten ausgelegt, die als Hitzequellen und Deckung die weggefallenen Grabplatten ersetzen sollen. Die flach aufliegenden Platten erhitzen sich stärker als der teilweise bewachsene Erdboden und schaffen so die Wärme, die die Smaragd- und Mauereidechsen benötigen. Zugleich können sich die Reptilien darunter verstecken und sind nicht nur auf die wenigen Mauselöcher als Verstecke angewiesen. Die Steinplatten werden umrahmt von einer Blühstreifensaat, die Insekten anlockt und so Futterquellen bereitstellt, aber auch insbesondere dafür sorgt, dass die grünen Smaragdeidechsen sich sonnen und bewegen können, ohne Räubern aufzufallen. Die neue Maßnahme muss noch etwas“ einwachsen“. Es wird davon ausgegangen, dass im Laufe der Zeit die Steinplatten etwas nachdunkeln und mit Aufwachsen der Vegetation weniger hervorstechen. Wenn die Maßnahme erfolgreich ist, wird sie eine gute Stelle zur Beobachtung unserer Naturschätze sein und kann ggf. auf die obere Terrasse ausgeweitet werden.“

Die Gemeinde bedankt sich herzlich bei Dr. Börner und freut sich über diesen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt.

Lene Lewentz, Beigeordnete