Der Plaidter Geschichtsverein vor der Tuchfabrik in Euskirchen
Die diesjährige Exkursion des Plaidter Geschichtsvereins ging zur „Tuchfabrik Müller“ nach Euskirchen.
Der Fabrikbau aus der napoleonischen Zeit 1801 ist in einem hervorragenden Erhaltungszustand.
Die sachkundigen Erläuterungen der Museumsführerinnen führten die Exkursionsteilnehmer in die Welt der Textilmaschinenproduktion der ersten drei Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts.
Neben den Maschinen blieb fast das komplette Arbeitsplatzinventar erhalten: Materialien, Garnrollen, Werkzeuge, selbstgebastelte Hilfsmittel, Ersatzteile, Hinweisschilder, Notizen der Arbeiter, Arbeitsanleitungen und persönliche Habseligkeiten.
Die Tuchfabrik Müller war eine typische kleine Volltuchfabrik. Sie bezog gewaschene Wolle und stellte daraus Streichgarntücher für den Zivilbedarf oder für Uniformen her. Streichgarntücher sind robuste, loden- oder tweedartige Wolltücher. Nach dem Weben werden sie gewalkt, um das Tuch dichter zu machen.
Nachdem die Fabrik Anfang der 1960er Jahre schließen musste, übernahm der Landschaftsverband Rheinland 1988 die Anlage. Die um 1900 beschaffte Produktionstechnik wurde kaum modernisiert. Daher blieben der Antrieb über die Dampfmaschine und die Transmission bis zur Fabrikschließung erhalten.
Besichtigt werden konnten unter anderem: Maschinenhaus mit Dampfkessel und -maschine, Färberei, Wolferei (Lockerung und Reinigung der Wolle), Krempelei (Herstellung von „Vorgarn“), Spinnerei, Weberei, Kontor und Tuchlager.