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Andernach aktuell
Ausgabe 24/2026
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Exkursion des Historischen Vereins nach Bacharach

Exkursion nach Bacharach

 

Dem Jahresmotto folgend, begaben sich Mitglieder des Historischen Vereins auf Spurensuche nach Bacharach.

Hier steht die „Wernerlegende“ als erfolgreiches Geschäftsmodell lukrativer Wallfahrten im Fokus.

Im Rahmen einer kundigen Stadtführung durch Herrn Becker erfuhren die Exkursionsteilnehmer, dass der Ortsname keltischen Ursprungs ist. Im Mittelalter war B. einer der wichtigsten Handels-, Stapel- und Umschlagplätze für Wein und Holz am Mittelrhein. Eine gut erhaltene Stadtbefestigung bezog auch Burg Stahleck ein. Auf Burg Stahleck, heute Jugendherberge, fand 1194 eine politisch bedeutsame Hochzeit statt: Durch die Eheschließung von Agnes von Stahleck mit Heinrich dem Welfen wurde die Fehde zwischen den Welfen und den Hohenstaufern beendet. Der Spaziergang führte weiter an malerischen Fachwerkhäusern, dem Malerwinkel (früher Gerberviertel), dem alten Rathaus, der Peterskirche, der Münze vorbei und machte verständlich, dass vor allem im 19. Jahrhundert Bacharach ein Zentrum der Rheinromantik und ihrer Dichter wurde (Heine, Victor Hugo u. a.).

Die Mittagspause fand im alten Posthof (ehemals Pfarrhof von St. Peter) statt. Die Wernerlegende besagt, dass Werner in Oberwesel von Juden 1287 ermordet wurde, um sein Blut für rituelle Zwecke zu verwenden. Seine Leiche wurde in der Nähe von B. gefunden. Durch religiöse Propaganda angefeuert folgten grausame Pogrome und gleichzeitig wurde Werner von der Bevölkerung als Heiliger verehrt. Im 15. Jahrhundert war es Dr. Winand von Steeg, der den Bau der Wernerskapelle förderte, die zum Ziel von Wallfahrten wurde. Er versuchte, die Heiligsprechung Werners zu beschleunigen – vergeblich, mittlerweile hat die katholische Kirche Werner aus dem „Heiligenkalender“ gestrichen.