Philipp Rauch spendete Stammzellen, hier bei der Entnahme in Köln.
Philipp Rauch, Abiturient am Bertha-von-Suttner-Gymnasium, spendete Stammzellen
Die Suche nach Stammzellenspendern, um an Blutkrebs Erkrankten Heilung und ein zweites Leben zu geben, ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Die DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) macht dieses scheinbar Unmögliche möglich. Am Bertha-von-Suttner-Gymnasium organisiert die Schülervertretung mit der DKMS regelmäßig Infoveranstaltungen, um potenzielle Stammzellenspender zu finden. Im April 2025 hatten sich mehr als sechzig Jungen und Mädchen der Oberstufe als mögliche Spender registrieren lassen, auch Philipp Rauch, damals Jgst. 12 – und plötzlich kam er als Spender in Frage.
Hier sein Bericht:
„Anfang September 2025. Mitten im Geschichtsunterricht ploppte eine E-Mail auf meinem iPad auf. „DKMS“ sah ich: ‘Sie kommen möglicherweise als Stammzellenspender infrage. Bitte melden Sie sich schnellstmöglich.’ Vom Schulhof aus rief ich an. Es schien ernst zu sein. Eine freundliche Frau fragte, ob ich noch immer zur Spende bereit wäre. ‘Ja’.
Die Voruntersuchung in Köln sollte Anfang November stattfinden, die Behandlung am 26.11. – ich stimmte trotz der Vorabiklausuren in dieser Zeit zu. Diese hätten niemals so wichtig sein können, da für meinen genetischen Zwilling wahrscheinlich jeder Tag zählte. So begannen am 26.11. die fünf längsten Stunden meines Lebens, aus meinem Blut wurden Stammzellen gefiltert. Danach zeigte man mir den fertigen Beutel voller Stammzellen. Im Dezember erfuhr ich, wie es weiterging: Meine Spende ging in die USA, an wen, weiß ich nicht. Ich kenne denjenigen nicht und doch sind wir so tief miteinander verbunden. Ich habe das Gefühl, einem Menschen vertraut zu sein, ohne ihn jemals gesehen oder gesprochen zu haben. In neun Monaten werde ich erfahren, wie es meinem Zwilling geht.“
Philipp Rauch / Heribert Heil