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Andernach aktuell
Ausgabe 42/2022
Aktuelles MUSS
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SoprAlto und KLANGWERK: Romantikkonzert vor vollem Haus

ANDERNACH. "Ich hatte kaum zu hoffen gewagt, dass so viele Sängerinnen und Sänger heute gesund auf der Bühne stehen", stellte Chorleiterin Barbara Butz erleichtert fest. Groß war auch die Freude bei allen Mitwirkenden, dass der Pfarrsaal St.-Stephan voll besetzt war.

Das ist zur Zeit keine Selbstverständlichkeit. So konnten sich Besucherinnen und Besucher neunzig Minuten lang an dem mit viel Liebe zusammengestellten Programm mit Liedern der deutschen Romantik erfreuen.

Der Frauenkammerchor SoprAlto begann mit sechs Werken verschiedener Komponisten, unter denen neben dem berühmten Johannes Brahms auch die Schwester Felix Mendelssohns, Fanny, vertreten war. In dieser Zeit konnten Komponistinnen sich selten profilieren. Die mit schönem Wohlklang geführten Stimmen der sechzehn Damen passten sich den Chorwerken fein und dynamisch an.

Besonders reizvoll und edel vorgetragen erklang eine Komposition von Alexis Holländer zu dem berühmten Eichendorff-Text "Mondnacht".

Walter Butz nahm die berühmten Textdichter der Lieder zum Anlass in Gedichten und Zitaten den Geist der Romantik aufleben zu lassen.

Er begleitete das ganze Konzert- gekleidet als romantischer Dichter- mit Lesungen, die eine schöne Verbindung zu den Künstlern der Romantik und ihrer Gedankenwelt herstellten.

Pianist Eberhard Nöst leitete mit einem sehr ausdrucksstark vorgetragenem Schubert-Impromptu zum Programmteil des Männerchores KLANGWERK über. Die Herren zeigten überzeugend, dass die romantischen Künstler durchaus dem Leben zugewandt waren und die Freude und Geselligkeit zu schätzen wussten. Das Thema "Nacht" interpretierten acht Sänger des Chores in Schuberts Komposition besonders eindrucksvoll.

Man konnte sich sehr gut vorstellen, wie der Freundeskreis des Komponisten die frisch geschriebenen Werke spontan aufführte. Ein Höhepunkt war der "Gondelfahrer" von Schubert, der im Zusammenspiel mit dem einfühlsamen Klavierbegleiter besonders gelungen war.

Eberhard Nöst leitete mit dem Stück "Erinnerung" den 3. Teil des Konzertes ein, der Robert Schumanns Oratorium "Der Rose Pilgerfahrt"

gewidmet war.

Der Komponist hatte das Werk zuerst mit Klavierbegleitung herausgegeben, sodass die Chöre die Originalfassung aufführten. Das ist ein seltener Glücksfall in der Musikgeschichte. Ausgewählte Teile für Frauenchor und Männerchor wechselten sich reizvoll ab und das Publikum konnte auch zweimal beide Chöre zusammen erleben.

Das ergab einen abwechslungsreichen Klang, der in einen traumhaften Frauenchor mündete. Er bildete einen würdigen Abschluss des Konzertes.

Das begeisterte Publikum feierte alle Mitwirkenden und bedankte sich besonders bei Chorleiterin Barbara Butz, die alle sicher und engagiert durch das Konzert geführt hatte.