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Andernach aktuell
Ausgabe 6/2026
Aus dem Rathaus
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Andernach erinnert an die Opfer des Nationalsozialismus

Kranzniederlegung am Spiegel-Container: v.r. Andreas Konrad/ Ärztlicher Direktor, Martin Engelhardt, Kaufmännischen Direktor/ Oberbürgermeister Christian Greiner/ Bürgermeister Claus Peitz/ Pflegedirektorin Yvonne Brachtendorf/ Thorsten Junkermann, stellvertretender Geschäftsführer Landeskrankenhaus

Lebendiges Mahnmal KSG Andernach mit Schirmherr Gesundheitsminister Clemens Hoch

Es braucht ein historisches Bewusstsein in aktuellen Zeiten

Andernach. In den Konzentrationslagern bündelte sich die nationalsozialistische Politik der Verfolgung, Entrechtung, Entwürdigung und systematischen Ermordung von Millionen Menschen. Vor 81 Jahren, am 27. Januar 1945, befreite die Rote Armee das Konzentrationslager Auschwitz. Dieser Tag wurde zum Symbol für eine wachsame Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen.

Die Stadt Andernach, das Landeskrankenhaus, das Landesnetzwerk "Selbsthilfe seelische Gesundheit RLP e.V." und die Rhein-Mosel-Fachklinik begingen bereits zum dritten Mal gemeinsam diesen bedeutenden Gedenktag, der 1996 von Bundespräsident a.D. Roman Herzog ausgerufen wurde.

Der Gottesdienst wurde von Pfarrer Jürgen Gundalin und Pastoralreferentin Melanie Kammerer geleitet und von Schülerinnen und Schülern der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach (RMF) mitgestaltet.

„Gedenken braucht mehr als einen isolierten, staatlichen Gedenktag: Es braucht Erzählungen von Überlebenden. Es braucht ein Begreifen der Geschehnisse von damals. Viele der Opfer von damals konnten ihre Leidensgeschichte nie erzählen. Um diesem Schweigen etwas entgegenzusetzen, gedenken wir jedes Jahr am Tag der Befreiung von Auschwitz aller Opfer des Nationalsozialismus auch hier in Andernach“, mahnte Christian Greiner, Oberbürgermeister von Andernach, in seiner Rede anlässlich des Gedenktages.

Gedacht wird am 27. Januar all jenen Menschen, die einer von den Nationalsozialisten willkürlich definierten Rasse angehörten oder vom willkürlich festgelegten Menschenbild abwichen. Sie fielen den rassistischen Kategorien der Nationalsozialisten damit zum Opfer.

Greiner appellierte dafür, „jeder Minderheiten- und Ausländerfeindlichkeit, jeder Politik der Ausgrenzung eine deutliche Absage zu erteilen“. Er wies darauf hin, dass ein historisches Bewusstsein in aktuellen Zeiten, in denen auch in Deutschland der Antisemitismus um sich greife, besonders wichtig sei.

Der Tradition folgend, legten die Vertreterinnen und Vertreter der gemeinsamen Gedenkveranstaltung im Anschluss an den Gottesdienst, am Spiegel-Container in der Andernacher Innenstadt, Kränze nieder.

Auch die Schülerinnen und Schüler des Kurfürst-Salentin-Gymnasiums in Andernach hatten in der Gedenkwoche, anlässlich der 10. Neugestaltung des „Lebendigen Mahnmals“ eingeladen. Das Projekt setzt sich unter dem Leitgedanken „Seid Menschen“ mit verschiedenen Aspekten der nationalsozialistischen Vergangenheit und dem Thema Erinnerungskultur auseinander. Es zeigt eindrucksvoll, wie wichtig die Weitergabe von Wissen über diese Zeit an die nächste Generation ist.

Christian Greiner, der leider nicht persönlich an der Veranstaltung teilnehmen konnte, lobte die engagierte Arbeit der Jugendlichen zur aktiven Auseinandersetzung mit der Geschichte: „Die Präsentationen unserer Schülerinnen und Schüler sind ein Zeichen dafür, dass das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus lebendig bleibt“, so der Oberbürgermeister. Anwesend zur Feierstunde war auch der Schirmherr des Projektes, Gesundheitsminister Clemens Hoch.

Die Stadt Andernach bedankt sich bei allen Beteiligten, insbesondere bei den Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern des Kurfürst-Salentin-Gymnasiums, dem Landeskrankenhaus, dem Landesnetzwerk "Selbsthilfe seelische Gesundheit RLP e.V." sowie der Rhein-Mosel-Fachklinik, für ihr Engagement und ihre Beiträge zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in Andernach.