Am Restaurant „Waldfrieden“ erinnert eine Gedenktafel an die Pfarrer Josef Zilliken und Johannes Schulz, die im Konzentrationslager Dachau umkamen.
Anlässlich des Holocaustgedenktages am 27. Januar lenkte die Andernacher „Initiative Erinnern“ in diesem Jahr den Blick auf eine Gruppe, die im Gedenken an die Schrecken des Nationalsozialismus im Vergleich zu anderen Opfergruppen heute weniger im Fokus des Interesses steht. Bei Adolf Winklers Dokumentarfilm „Nicht in Gottes Namen“ konnte das Publikum anhand von exemplarischen Biografien von katholischen Pfarrern und Ordensgeistlichen sowie dem Oberrabbiner der Stadt Trier die Schicksale von Menschen nachvollziehen, die in der Zeit des Nationalsozialismus den Mut hatten, ihre Stimme gegen die menschenverachtende Ideologie und Politik der NSDAP zu erheben. Dass sich hierzu im voll besetzten Pfarrsaal der Christuskirche über 100 Interessierte versammelt hatten, hängt wohl auch mit den Konflikten unserer Gegenwart zusammen, die durch eine zunehmende Aggressivität im Diskurs geprägt ist und wo rassistische und antisemitische Äußerungen und Übergriffe leider wieder Teil unseres Alltags geworden sind. Deshalb empfanden viele es als wichtig, sich gemeinsam an das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte zu erinnern. Darüber hinaus weckte sicher auch die Tatsache, dass sehr viele Geistliche unserer eigenen Heimatregion Widerstand leisteten und dies mit ihrem Leben bezahlten, ein besonderes Interesse.
Im anschließenden Gespräch ging es um Fragen von Verantwortung, Schuld und Verdrängung durch die deutsche Bevölkerung, ebenso wie um den Gegenwartsbezug des Gesehenen. Der Abend zeigte eindrücklich, wie wichtig es ist, in dunklen Zeiten wachsam zu bleiben, mutig seine Stimme zu erheben, anstatt wegzuschauen und gegen demokratiefeindliche und menschenverachtende Botschaften Position zu beziehen.