Ausbildungsmesse GO! 2026 setzt ein Gegengewicht
Andernach. Auch in diesem Jahr war die Ausbildungsmesse GO! 2026 in Andernach ein großer Erfolg. Die Messe ist eine Kooperationsveranstaltung des Landrats Mayen-Koblenz, der städtischen Tochtergesellschaft Andernach.net, des Jobcenters Mayen-Koblenz, der Bundesagentur für Arbeit sowie der BBS Andernach und brachte rund 750 Schülerinnen und Schüler sowie weitere Gäste mit 65 regionalen Unternehmen und Bildungseinrichtungen zusammen. Ziel war es, die vielfältigen Ausbildungsangebote zu präsentieren und den Dialog zwischen jungen Menschen und potenziellen Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern zu fördern.
„Die negativen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt haben mittlerweile auch den Ausbildungsmarkt erreicht. Um dem ein Gegengewicht entgegenzusetzen sind wir heute hier“, mit diesen Worten eröffnete Andernachs Oberbürgermeister und Schirmherr, Christian Greiner, die Messe.
Je größer die wirtschaftlichen Probleme, desto weniger Ausbildungsplätze werden angeboten. Mittlerweile hat mehr als ein Viertel der Unternehmen seine Ausbildungsplätze reduziert. Das zeigt eindeutig, dass die Rezession nach dem Arbeitsmarkt jetzt auch auf dem Ausbildungsmarkt ankommt. Doch, die fehlende Ausbildung heute verschärft den Fachkräftemangel von morgen.
Auch der ungebrochene Trend zum Studium hat negative Folgen. Dieses Bild zu verändern und den Fokus, zugunsten des Fachkräftemangels, aufzubrechen, dauert weiter an. Erschwerend kommt mittlerweile hinzu, dass aktuell längst nicht alle jungen Menschen in Deutschland einen Ausbildungsplatz finden. In Andernach gab es im Ausbildungsjahr 2024/2025 noch einen Ausbildungsstellenüberhang, der die Entwicklungen des Fachkräfteengpasses verdeutlicht. Auf 100 Berufsausbildungsstellen kamen 2024/2025 in Andernach 86 Bewerberinnen und Bewerber.
Der langfristige Strukturwandel auf dem Ausbildungsmarkt zwingt zum Umdenken und wirft unangenehme Fragen auf. „Wir müssen uns die Frage stellen, wie die Arbeit mit weniger Personal geleistet werden kann. Hier kommt wahrscheinlich jedem die KI in den Sinn. Doch, bedenken Sie, auch diese hat ihre Grenzen“, so der Oberbürgermeister. „Die Ausbildungsmesse ist eine hervorragende Plattform, um den Dialog zwischen Unternehmen und Jugendlichen zu fördern und die vielfältigen Karrierewege aufzuzeigen, die unsere Region zu bieten hat.“ Auch die Stadtverwaltung Andernach stellte, neben weiteren zahlreichen lokalen Unternehmen, mit einem Stand ihre vielfältigen Ausbildungsangebote vor.
„Ich möchte alle Unternehmen ermutigen, weiterhin in die Ausbildung zu investieren und innovative Wege zu finden, um junge Menschen für ihre Berufe zu begeistern“, so Greiner an die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber gerichtet. Gleichzeitig appellierte er an die Schülerinnen und Schüler, die Messe als Chance zu betrachten, Informationen zu sammeln, Fragen zu stellen und Kontakte zu knüpfen.
Die rege Teilnahme an der Messe unterstrich den Eindruck, dass viele Unternehmen aktiv dabei sind, durch Ausbildung eigener Fachkräfte den zukünftigen Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften zu decken und damit den eigenen Betrieb zu stabilisieren. Das große Interesse der Schülerinnen und Schüler zeigte, dass viele junge Menschen ihre berufliche Zukunft sehr ernst nehmen und aktiv gestalten möchten.