In Kleingruppen machten sich die Teilnehmenden Gedanken über die nächsten Schritte auf dem Weg zur H2-Region Bendorf.
Bendorf. Am 29. März hatte die Stadt Bendorf zum 5. Wasserstoff-Strategiedialog ins Rathaus geladen. Im Rahmen des HyLand-Programms des Bundesverkehrsministeriums entwickelt die Kommune derzeit gemeinsam mit den Expertinnen und Experten der Spilett New Technologies GmbH ein Wasserstoffkonzept und setzt dabei auf Vernetzung in der Region.
Auch dieses Mal waren mit der Ingenion GmbH, den Stadtwerken Koblenz, der Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main eG, der Grauel + Werth GmbH und der SGD Nord einige neue Akteure mit an Bord.
Nach einem Austausch über aktuelle Entwicklungen in der Region referierte Dr. Frank Koch von den Energy Engineers über die Betankung von Bussen, Schiffen und Zügen mit Wasserstoff.
Dabei sorgte vor allem das Thema der Schiffsbetankung für rege Diskussionen. Hier ist es bislang nicht möglich, H2 in festmontierten Tanks zu transportieren. Aus heutiger Sicht bietet gasförmiger Wasserstoff in Wechselcontainern die besten Voraussetzungen, kurzfristig genutzt zu werden, wobei noch ein hoher logistischer und zeitlicher Aufwand anfällt.
Frederik Budschun von den Energy Engineers stellte den ersten Entwurf eines Technologiekonzept vor, welches die wesentlichen Elemente des Wasserstoff-Hubs am Rheinhafen Bendorf vereint und noch um weitere Daten ergänzt werden soll. Dafür wurden lokale Erzeugungskapazitäten und Bedarfe identifiziert und geprüft, wie diese sich sinnvoll verknüpfen lassen und wo Synergien entstehen. Das Konzept betrachtet alle Schritte von der Wasserstoff-Erzeugung über die Distribution bis hin zu möglichen Anwendungsfeldern.
Wie können Erneuerbare Energien genutzt werden? Wie viel H2, O2 und Abwärme können erzeugt werden? Bieten sich Methoden wie Plasmalyse, Pyrolyse oder Hydrolyse zur Produktion an?
Im Bereich Transport verfügt Bendorf durch seine gute Anbindung beim Straßen- und Schienenverkehr über Standortvorteile. Auch der Import von Wasserstoff ist eine denkbare Option.
Anwendungsmöglichkeiten liegen u.a. in der Wärmeversorgung, in der Industrie und der Mobilität.
Die ermittelten Werte erwiesen sich dabei als vielversprechend.
Gleiches gilt für den sogenannten Szenarienrechner, den Nadine Hölzinger von Spilett New Technologies entwickelt hat und in dem die unterschiedlichen Anwendungsmöglichkeiten, benötigten Energiemengen aber auch unterschiedliche Vorgaben und politische Ziele einfließen. Das Ziel ist, die Wasserstoffnachfrage der unterschiedlichen Sektoren unter dem Aspekt der Versorgungssicherheit und unter gegebenen regionalen Rahmenbedingungen auf stündlicher Basis für ein definiertes Zieljahr zu gewährleisten. Während bislang der Fokus auf Bendorf gelegt wurde, hat die Expertin die Analyse nun auf die Regiopolregion Mittelrhein ausgeweitet. Dies stieß auf Zustimmung der Akteure, die sich auch für eine regionale Betrachtung der Wasserstoffthematik aussprechen.
Nicolas Niedrig von Spilett stellte eine Unternehmensbefragung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft am Mittelrhein vor, die zeigt, dass viele Unternehmen in der Region auch kurz- und mittelfristig Bedarf und Interesse an der Nutzung von Wasserstoff haben, u.a. in den Bereichen Wärmebereitstellung und Stromversorgung und beim Thema Mobilität.
Wie die nächsten Schritte zur Initiierung der H2-Region Bendorf aussehen können, konnten die Teilnehmenden des Strategiedialogs im Rahmen eines Workshops definieren. Themenbereiche waren der Rheinhafen, die Entwicklung einer H2-Region und die H2-Produktion. Dabei galt es, jeweils Projekte, projektvorbereitende und projektbegleitende Maßnahmen zu identifizieren.