Bendorf. Der August war bisher der einsatzreichste Monat des Jahres für die Feuerwehr Bendorf. Neben zahlreichen kleineren Einsätzen sorgten vor allem mehrere Vegetations- und Waldbrände sowie die Unwetterlage am 19. August für eine hohe Belastung der ehrenamtlichen Einsatzkräfte. Zeit für einen Rückblick.
Den Auftakt machte am 1. August eine gemeldete kleine Flächenbrandlage auf der A48 in Fahrtrichtung Koblenz. Vor Ort konnte jedoch kein Feuer festgestellt werden. Am 3. August führte eine gemeldete Ölspur in der Bahnhofstraße zu einem Einsatz – Maßnahmen durch die Feuerwehr waren jedoch nicht erforderlich. Einen etwas ungewöhnlicheren Einsatz gab es am 4. August in der Hauptstraße: Ein zerbrochenes Honigglas an einer Tankstelle hatte zahlreiche Bienen angelockt. Nachdem der Honig entfernt war, entspannte sich die Lage wieder.
Am 5. August wurde das Pulvertanklöschfahrzeug der Einheit Mülhofen zur Unterstützung bei einem größeren Vegetationsbrand auf dem Wüstenhof in der Verbandsgemeinde Vallendar eingesetzt. Mit 4.000 Litern Wasser an Bord unterstützten die Einsatzkräfte die Brandbekämpfung. Trotz hoher Temperaturen konnte das Feuer schnell unter Kontrolle gebracht werden.
Es folgte ein Pkw-Brand in der Mühlenstraße am 6. August. Durch das schnelle Eingreifen des Fahrzeugbesitzers konnte Schlimmeres verhindert werden; die Feuerwehr führte eine Nachkontrolle durch. Am 8. August wurde eine Ölspur in der Brauereistraße abgesichert und ein Fachunternehmen mit der Reinigung beauftragt.
Am 9. August ging es gleich zweimal zur Sache: Gegen Mittag unterstützte die Feuerwehr gemeinsam mit weiteren Einsatzkräften bei einer Wasserrettung im Rhein. Eine Person konnte jedoch nicht gefunden werden. Am Abend sorgte auf der L307 ein auf dem Dach vergessenes Handy für einen kuriosen Einsatz: Das Gerät war auf die Straße gefallen und hatte selbstständig einen Notruf ausgelöst. Nach der Klärung konnte die Feuerwehr wieder abrücken.
Besonders gefordert waren die Einsatzkräfte am 10. August bei einem Waldbrand der Alarmstufe 4 in Hilgert. Der zunächst kleinere Einsatz entwickelte sich zu einem Großbrand, der sich auf rund 85.000 Quadratmeter Waldfläche ausbreitete. Auch Kräfte aus Bendorf und Mülhofen waren mit Tanklöschfahrzeugen, Mehrzweckfahrzeug und Einsatzleitwagen beteiligt. Während die Tanklöschfahrzeuge den Wassertransport unterstützten, wurde mit dem Einsatzleitwagen gemeinsam mit weiteren Kräften der Bereitstellungsraum für mehr als 100 Einsatzkräfte koordiniert. Mit Unterstützung aus der Luft, handgeführten Strahlrohren, Handwerkzeugen und Löschrucksäcken konnte eine weitere Ausbreitung schließlich verhindert werden.
Doch auch das „Tagesgeschäft“ ging weiter: Am 12. August rückten die Einsatzkräfte zunächst zu einem Fahrzeugbrand auf der A48 aus. Das brennende Fahrzeug war beim Eintreffen bereits durch Feuerwehren aus der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen gelöscht worden. Am Abend brannte Müll in einem Gully in der Bachstraße. Nach einer kurzen Flutung des Gullys konnten die Kameradinnen und Kameraden ihren Ausbildungsdienst fortsetzen.
Am 13. August wurde ein Ast auf der Fahrbahn im Sayntal gemeldet, bei der Erkundung konnte allerdings kein entsprechender Baum aufgefunden werden. Wenige Stunden später führte eine unklare Rauchentwicklung im Stadtwald Bendorf zu einer umfangreichen Erkundung. Vermutlich stand die Rauchentwicklung im Zusammenhang mit einem größeren Brand in Sessenbach. Nach umfangreicher Erkundung brachen die Kräfte den Einsatz ab.
In einem Seniorenwohnheim in der Salierstraße hatte der unsachgemäße Umgang mit einer Mikrowelle am 14. August für Rauchentwicklung im ersten Obergeschoss gesorgt. Die betroffenen Bereiche wurden mit Lüftern entraucht; bereits kurze Zeit später waren Zimmer und Flure wieder rauchfrei. Verletzt wurde niemand. Die Brandmeldeanlage hatte die Rauchentwicklung frühzeitig erkannt und damit eine schnelle Alarmierung ermöglicht.
Ebenfalls am 14. August waren Bendorfer Kräfte überörtlich beim Waldbrand in Langscheid im Einsatz. Zwei Einsatzkräfte unterstützten die Technische Einsatzleitung des Landkreises Mayen-Koblenz, außerdem rückte das PTLF 4000 aus Mülhofen an. Vor Ort waren zahlreiche Einsatzkräfte mit der Bekämpfung des großflächigen Waldbrandes beschäftigt. Die Bendorfer Kräfte unterstützten unter anderem bei der Brandbekämpfung und blieben teilweise bis in die Nacht im Einsatz. Der Einsatz zeigte erneut, wie wichtig die Zusammenarbeit verschiedener Hilfsorganisationen sowie die Unterstützung durch Landwirte, Unternehmen und Privatpersonen bei solchen Einsatzlagen ist.
Am 16. August brannte in der Isenburger Straße in Stromberg ein kleiner Bereich an einem Baum. Das Entstehungsfeuer konnte schnell gelöscht werden. Da der Verdacht auf eine vorsätzliche Brandlegung bestand, wurde die Polizei hinzugezogen und der Bereich bis zur Grillhütte kontrolliert.
Einen Tag später unterstützte die Feuerwehr in der Bachstraße den Rettungsdienst. Eine Person wurde nach der Erstversorgung mithilfe der Drehleiter aus dem zweiten Obergeschoss zu Boden gebracht. Bei solchen Einsätzen gilt: Bitte Abstand halten und den Einsatzkräften und Betroffenen ausreichend Platz zum Arbeiten lassen.
Für einen ungewöhnlichen Anblick sorgte am 18. August die Burg Sayn. Ein nebelartiges Naturschauspiel wurde von einer Passantin als mögliche Rauchentwicklung wahrgenommen. Nach umfangreicher Erkundung konnte jedoch kein Brand festgestellt werden. Noch am selben Abend löste in der Werftstraße eine Brandmeldeanlage aus. Die Ursache war schnell gefunden – ein Einsatz für die Feuerwehr war nicht erforderlich.
Am 19. August änderte sich die Lage dann schlagartig: Eine Unwetterfront zog über Bendorf und sorgte im Verlauf des Abends und der Nacht für insgesamt 31 Einsatzstellen im Stadtgebiet. Umgestürzte Bäume auf Straßen, Stromleitungen, Häusern und Fahrzeugen, abgebrochene Äste, lose Gegenstände, Wasser in Gebäuden, Stromausfälle und weitere Unwettereinsätze beschäftigten die Einsatzkräfte bis in die Nacht hinein. Unterstützt wurden sie dabei unter anderem vom THW Bendorf und verschiedenen Fachunternehmen. Zusätzlich musste ein Verkehrsunfall mit einem Lkw auf der Bendorfer Brücke abgearbeitet werden, bei dem der Anhänger durch einen Windstoß umgekippt war.
Am 20. August folgte in der Hauptstraße eine gemeldete Rauchentwicklung aus einem Gebäude. Vor Ort konnte die Rauchentwicklung auf eine Herdplatte zurückgeführt werden. Nach einer kurzen Kontrolle wurde sie außer Betrieb genommen.
Nach den ereignisreichen Tagen ging es am 23. August in der Isenburger Straße in Stromberg weiter: Eine brennende Tonne konnte schnell gelöscht werden. Am 25. August rückte die Feuerwehr gleich dreimal aus. In der August-Wacker-Straße hatte ein geplatzter Hydraulikschlauch eines Lkw für eine Verunreinigung der Verkehrsfläche gesorgt. Die Einsatzstelle wurde gesichert und anschließend an den Verursacher übergeben. Wenige Stunden später musste eine Ölspur auf der B42 abgesichert und an die Straßenmeisterei übergeben werden. Am Abend schließlich befreiten die Einsatzkräfte in Sayn ein Reh aus einem Graben.
Am 26. August löste in einem Einkaufscenter an der Engerser Straße eine Brandmeldeanlage aus. Grund war Rauchentwicklung durch Rauchen auf einer Toilette, ein Einsatz für die Feuerwehr war nicht erforderlich.
Den Rettungsdienst unterstützte die Feuerwehr in der Concordiastraße erneut am 28. August. Ein Patient wurde mithilfe der Drehleiter schonend zu Boden gebracht. Am Abend ging es dann in die Mühlenstraße, wo sich eine Katze hinter einen Kamin verirrt hatte und sich nicht wieder hervortraute. Nach Rücksprache mit den Besitzern wurde entschieden, der Katze mit Lockversuchen etwas Zeit zu geben, den Weg selbst zurückzufinden.
Den Abschluss des Monats bildete am 31. August ein Verkehrsunfall mit einem Lkw auf der A48 in Fahrtrichtung Dernbach. Ein Kleintransporter und ein Tanklastzug waren beteiligt, zwei Personen wurden vom Rettungsdienst gesichtet. Die Feuerwehr sicherte die Unfallstelle und kümmerte sich um auslaufende Betriebsstoffe.