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Kleeblatt - Amtliches Bekanntmachungsorgan der Stadt Bendorf
Ausgabe 43/2026
Aus dem Rathaus
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Bendorf. Die Waschbärenpopulation in unserer Region wächst. Was niedlich aussieht, entwickelt sich zunehmend zu einer ernsthaften Belastung für Hausbesitzer und die heimische Natur. Die Stadtverwaltung Bendorf bittet die Bürgerinnen und Bürger um erhöhte Wachsamkeit und gibt konkrete Verhaltensregeln heraus, um eine weitere Ausbreitung in Wohngebieten zu stoppen.

In den vergangenen Wochen häufen sich die Meldungen über Waschbären, die nachts durch Gärten streifen, Mülltonnen plündern und massive Schäden an Gebäuden anrichten. Die geschickten Kletterer decken Dachziegel auf, zerstören Isolierungen und hinterlassen Unrat auf Dachböden.

Gefahr für Haustiere: Bei Bedrohung können Waschbären extrem aggressiv reagieren. Sie verletzen Hunde und Katzen oder plündern Teiche und Hühnerställe. Neben den Sachschäden und der Gefahr für Haustiere geht von den Wildtieren auch ein gesundheitliches Risiko aus: Sie können Parasiten wie den Waschbärenspulwurm übertragen, dessen Eier über den Kot verbreitet werden und für Mensch und Haustier gefährlich sind.

Füttern streng verboten: Nahrungsquellen konsequent entziehen

Die wichtigste Maßnahme zur Bekämpfung der Plage ist der Entzug von Futterquellen. „Waschbären kommen dorthin, wo es leichtes Fressen gibt." Das Auslegen von Nahrung führt dazu, dass die Tiere ihre natürliche Scheu verlieren und gezielt die Nähe zum Menschen suchen. Das Füttern von Waschbären ist gesetzlich verboten.

Die Stadtverwaltung bittet dringend um die Einhaltung folgender Schutzmaßnahmen:

  • Mülltonnen sichern: Tonnen mit schweren Steinen oder Spanngurten verschließen und erst am Morgen der Leerung an die Straße stellen.
  • Kein Tierfutter im Freien: Hunde- und Katzenfutter niemals über Nacht draußen stehen lassen.
  • Kompost überprüfen: Keine Fleischreste, Fisch oder gekochte Speisen auf den offenen Kompost werfen.
  • Fallobst entfernen: Reifes Obst zügig ernten und Herabgefallenes vom Boden aufsammeln.

Haus und Grundstück absichern

Um zu verhindern, dass Waschbären in Häuser eindringen, sollten Hausbesitzer potenzielle Aufstiegswege kappen. Äste von Bäumen, die näher als einen Meter an das Dach heranreichen, sollten zurückgeschnitten werden. Glatte Blechmanschetten an Regenrinnen verhindern das Hochklettern. Zudem sollten Einstiegslöcher am Dach oder Keller mit robustem Gitterdraht sicher versperrt werden.

Wichtig: Keine eigenmächtige Jagd

Da Waschbären dem Jagdrecht unterliegen, ist das Fangen mit Lebendfallen oder das Töten der Tiere durch Privatpersonen strengstens untersagt und steht unter Strafe. Bei akutem Befall im Haus sollten sich Betroffene an die örtliche Behörde oder an einen autorisierten, sachkundigen Schädlingsbekämpfer oder Stadtjäger wenden.