Titel Logo
Kleeblatt - Amtliches Bekanntmachungsorgan der Stadt Bendorf
Ausgabe 5/2026
Aus dem Rathaus
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Bendorf. Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee die Gefangenen des Konzentrationslagers Auschwitz. Der Jahrestag der Befreiung wurde 1996 auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog offizieller deutscher Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Die Vereinten Nationen erklärten den 27. Januar im Jahr 2005 zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts.

Gegen das Vergessen reinigte der neue Vorstand mit Unterstützung von Freunden des Bendorfer Kulturvereins die Bendorfer Stolpersteine - ganz nach dem Vorsatz „Erinnerung kennt keinen Schlussstrich und Verantwortung deshalb auch nicht.“ Wir möchten alle Bendorfer Bürger sowie Besuchende auffordern, beim nächsten Gang über einen der vielen Stolpersteine kurz innezuhalten und zu gedenken.

Zum Bild:

Zu diesen AnwohnerInnen der Judengasse liegen bisher nur wenige Informationen vor. Die Deportationsliste der Gestapo Koblenz benennt ihren letzten Aufenthaltsort: Bachstraße 1, Bendorf. Das heißt, sie wurden vor ihrer Deportation in das sog. „Judenhaus“, das Wohnhaus der Familie Löb umgesiedelt, wo etliche Bendorfer Juden in enger Bedrängnis ausharren mussten.

Drei der fünf Verwandten wurden mit der 1.Deportation von etwa 338 jüdischen Menschen am 22. März 1942 aus Koblenz und Umgebung in das Durchgangsghetto Izbica im Bezirk Lublin/Polen verschleppt und danach sehr wahrscheinlich im neu errichteten Vernichtungslager Sobibor ermordet. Unter ihnen waren die beiden Jugendlichen Manfred, 13 Jahre, und Egon, 15 Jahre.

Pauline Heymann, *26.2.1879 in Bendorf, deportiert am 22.3.1942 nach Izbica.

Egon Heymann *23.6.1927 in Frankfurt, Schlosserlehrling, lebte in Wiesbaden und Bendorf, deportiert am 22.3.1942 nach Izbica.

Manfred Heymann *10.12.1929 in Bendorf, Schüler, deportiert am 22.3.1942 nach Izbica

Antonie Henriette „Jettchen“ Heymann geb. Strauss *8.1.1897 in Miehlen, Kreis St. Goarshausen/Hessen Nassau. Sie lebte in Bendorf und wurde am 22. März 1942 ab Koblenz nach Izbica/Ghetto deportiert und in Sobibor ermordet.

Hedwig Heymann *5.8.1920 in Bendorf wurde am 11.4.1942 ins KZ Ravensbrück eingeliefert, kam im Oktober 1942 nach Auschwitz und wurde dort am 5.11.1942 ermordet.

Quellen: Mahnmal Koblenz, Bundesarchiv.de/Gedenkbuch,

www.shoah-memorial-frankfurt.de