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Kleeblatt - Amtliches Bekanntmachungsorgan der Stadt Bendorf
Ausgabe 9/2026
BenDorf greift auf
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Was für eine beeindruckende Lebensleistung im Zeichen des Brauchtums: Hanna Senke hat über Jahrzehnte hinweg den Karneval und die Vereinsarbeit in der Bendorfer NarrenZunft (BNZ) und im Festausschuss Bendorfer Karneval (FBK) nicht nur begleitet, sondern maßgeblich geprägt. Ihr Name steht für Verlässlichkeit, Leidenschaft und unermüdliches Engagement – Eigenschaften, die heute in dieser ausgeprägten Form alles andere als selbstverständlich sind.

Bereits 1988 trat sie in die BNZ ein und wurde Teil des ersten Showballetts des Vereins. Schon früh zeigte sich, dass sie nicht nur mit Herzblut dabei war, sondern bereit war, Verantwortung zu übernehmen. 1993 wurde sie von der BNZ zum FBK entsandt, wo sie zunächst zwei Jahre als Geschäftsführerin und anschließend sechs Jahre als Kassiererin tätig war. Nach Peter Karst war sie die erste Frau, die eigenverantwortlich den Romozug zusammenstellte – und das über beeindruckende sechs Jahre hinweg. Damit setzte sie ein starkes Zeichen für Kompetenz, Durchsetzungsvermögen und Vertrauen in weibliche Führung im karnevalistischen Ehrenamt.

Auch auf der Bühne begann 1993 ein besonderes Kapitel: Als Hoppediz bei Prinz Henry feierte sie ihren ersten Vortrag. Von da an war sie aus dem närrischen Programm nicht mehr wegzudenken. Unvergessen bleiben ihre zahlreichen Zwiegespräche – unter anderem mit Rudi Reichert – bei denen sie pointiert und charmant den Schlagabtausch „Mann gegen Frau“ zelebrierte. Es folgten Soloauftritte sowie Sketche mit Heinz und Thomas Appelbaum. 33 Jahre lang stand sie auf der Bühne – eine außergewöhnliche Zeit, in der sie Generationen von Karnevalisten begeisterte. Auch dem damaligen BNZ-Chor blieb sie bis zu dessen Ende treu.

Seit 1999 führte sie als Spielleitung mit großem Verantwortungsbewusstsein und organisatorischem Geschick durch unzählige Sitzungen und Veranstaltungen. 25 Jahre lang trug sie diese Aufgabe – stets mit einem Blick für das große Ganze, aber auch mit dem Herzen bei jedem einzelnen Mitwirkenden. Insgesamt war sie 36 Jahre im Vorstand von FBK und BNZ tätig. Parallel dazu engagierte sie sich vier Jahre lang auch bei den Möhnen in Weiterburg im Vorstand und stand dort im November ebenfalls zweimal auf der Bühne – ein weiteres Beispiel für ihre außergewöhnliche Energie und Einsatzbereitschaft.

Für ihr herausragendes Wirken wurde sie bei einer KuK-Prunksitzung mit der höchsten Auszeichnung geehrt: der Toni-Schmidt-Gedächtnis-Statue. Diese Ehrung ist mehr als verdient. Hanna Menke liebt den Karneval nicht nur – sie lebt ihn. Sie weiß, dass zum Gelingen von Brauchtum nicht nur Frohsinn und gute Laune gehören, sondern auch Disziplin, klare Worte und Verantwortung. Im besten Sinne war und ist sie eine „Mutter der Kompanie“ – jemand, der führt, fördert, fordert und dabei stets hinter seinem Wort steht.

Mit ihrem Abschied aus der aktiven Vorstandsarbeit endet eine Ära, doch ihr Wirken wird bleiben. Sie hat Spuren hinterlassen – in den Herzen der Menschen, in den Strukturen der Vereine und in der Geschichte des heimischen Karnevals. Ihr Engagement war nie Selbstzweck, sondern immer getragen von dem Wunsch, Traditionen zu bewahren und Gemeinschaft zu stärken. Und sie hat bereits natürlich für ein solides Fundament für die Zukunft gelegt.

Hanna Menke kann mit Stolz auf eine bewegte, erfolgreiche und erfüllte Zeit zurückblicken. Der Karneval in unserer Region wäre ohne sie nicht derselbe. Dafür gebührt ihr von Herzen Dank, Anerkennung und größter Respekt.

Ihr und Euer Ben Dorf