Dass Politik keineswegs trocken sein muss, bewies die Aktion „Meet & Eat“ am 27. April im Mehrgenerationenhaus „Alte Feuerwehr“. Der Maifelder Jugendbeirat hatte gemeinsam mit der Stadtjugendpflegerin Melanie Kostarczyk und dem Ju+X-Team der Verbandsgemeinde Maifeld dazu eingeladen, die neuen Räumlichkeiten des Jugendtreffs am Petersplatz kennenzulernen und aktiv mitzugestalten. Das Ergebnis: Ein volles Haus, ein reger Austausch auf Augenhöhe und eine Pinnwand voller Ideen für eine kinder- und jugendgerechte Zukunft der Stadt.
Bereits ab 15:00 Uhr füllten sich die neuen Räumlichkeiten des Jugendtreffs. Der „Döner-Tag“ lockte rund 40 Kinder und Jugendliche, die das kostenlose Angebot nutzten, um den Treff zu erkunden, sich mit Freunden zu treffen und gemeinsam hausgemachte Döner zu genießen. Der kulinarische Rahmen schuf dabei die ideale Basis für den Dialog am späten Nachmittag: Gegen 17:30 Uhr mischten sich Stadtbürgermeister Erich Krämer sowie sieben Vertreter des Jugendbeirats unter die Gäste, um direkt zu erfahren, was der jungen Generation in ihrer Heimatstadt am Herzen liegt. Ohne Berührungsängste wurden Wünsche und Kritikpunkte direkt an die Entscheidungsträger herangetragen.
Von der Hängematte bis zur Stadtgestaltung
Dass die Kinder und Jugendlichen ihre Chance zur Mitgestaltung engagiert wahrnehmen, zeigte ein Blick auf die bunte Pinnwand am Ende des Tages. Die Vorschläge reichten von konkreten Freizeitangeboten bis hin zu städtebaulichen Themen wie der Ausbesserung kaputter Straßen. Für den Stadtpark am Bur stehen etwa ein Kletterparcours und ein neues Netz für den Volleyballplatz hoch im Kurs. Auch der Wunsch nach einem „Bagger im Sandkasten“ für die Kleineren sowie ein öffentliches Bücherregal wurden geäußert.
Stadtbürgermeister Erich Krämer griff diese Impulse direkt auf und konnte vor Ort bereits konkrete Zusagen machen: So soll das neue Volleyballnetz bereits im kommenden Sommer installiert werden. Auch die gewünschten Klettermöglichkeiten im Park stellte er für die nahe Zukunft in Aussicht. In Bezug auf das öffentliche Bücherregal wurde eine kreative Idee diskutiert: Hier könnte eventuell eine alte Telefonzelle im Bereich der Kindertagesstätte "Pusteblume" eine neue Verwendung finden – eine Möglichkeit, die gerade durch die KiTa geprüft wird. Des Weiteren informierte Stadtbürgermeister Krämer transparent über die jüngsten Entwicklungen und den derzeitigen Stand des Projekts „Jugendplatz Münstermaifeld“. Die Baugenehmigung wurde erteilt und eine Förderzulage des Landes wurde der Stadt in Aussicht gestellt.
Für den Jugendtreff selbst gab es ebenfalls klare Vorstellungen: Neben einer Erweiterung der medialen Ausstattung (wie z.B. einer zweiten Nintendo Switch) wünschen sich die Besucher einen „Stille-Raum“ zum Entspannen, einen Boxsack und eine Hängematte. Auch die Forderung nach aktiver Mitbestimmung wurde konkret: Eine „Beschwerde- und Ideen-Box“ soll wieder eingeführt werden und sicherstellen, dass jede Stimme gehört wird und Anregungen direkt bei der Jugendtreffleitung landen.
Obwohl die Nutzung der digitalen Medien im Jugendtreff heiß begehrt ist, kam auch der Wunsch nach mehr Raum für klassische Gesellschaftsspiele auf. Da der Platz im aktuellen Treff begrenzt ist, blicken die Kinder und Jugendlichen hoffnungsvoll auf die Möglichkeiten des Mehrgenerationenhauses. Die Mitnutzung des dortigen Mehrzweckraumes im Erdgeschoss wäre eine ideale Lösung für größere Projekte, Workshops oder schlicht mehr Bewegungsfreiheit. Auch praktische Details wie ein Fahrrad-Parkplatz direkt am Treff wurden angemerkt.
„Alles, was euch wichtig ist, kann an diesem Tag auf den Tisch“, versprach das Plakat im Vorfeld – ein Angebot, das die Kids und Jugendlichen beim Wort nahmen. Die Aktion hat gezeigt, dass das Interesse an Mitbestimmung den jungen Menschen groß ist, wenn der Rahmen stimmt. In gemeinsamer Abstimmung werden die Impulse nun ausgewertet und geprüft, welche Ideen zeitnah umgesetzt werden können.
„Es ist wichtig, Räume zu schaffen, in denen junge Menschen sich treffen, aber gleichzeitig auch aktiv mitgestalten können“, resümiert Jugendpflegerin Melanie Kostarczyk. Nach diesem erfolgreichen Startschuss wurde im Mehrgenerationenhaus „Alte Feuerwehr“ der Grundstein für ein lebendiges Miteinander gelegt. Mit der Eröffnung des Jugendtreffs am neuen Standort ist ein wichtiger Meilenstein für die Stadt erreicht. Der Jugendtreff fungiert damit nun wieder als zentraler Anlaufpunkt für die junge Generation und wird auch künftig ein wichtiger Ort für Begegnung und Mitbestimmung in Münstermaifeld sein.
Der offene Treff kann ohne Voranmeldung von Kindern ab Grundschulalter und Jugendlichen besucht werden und ist regulär an folgenden Tagen geöffnet (außer an Feiertagen): Montag 15-19 Uhr, Dienstag 15-18 Uhr, Mittwoch (Mädchentreff) 15-18 Uhr und Freitag 15-19:30 Uhr. Grundschüler können den Treff jeweils bis 18 Uhr besuchen. Wir freuen uns auf euch!