Titel Logo
Mitteilungsblatt für Mayen und Mendig
Ausgabe 29/2026
Aus der Region
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Michael Ophelders nahm die Besucher im Innenhof des Alten Arresthauses mit auf eine Zeitreise

Am Ende gab ein außergewöhnliches Ständchen für Caroline Stolz. Mit einem a-cappella gesungenen „Was kann die Caro, denn dafür, dass sie so schön ist“, gratulierte Ophelders gemeinsam mit dem Publikum, der stellvertretenden Intendantin der Burgfestspiele, zum Geburtstag.

In sein zweieinhalbstündiges Gastspiel integrierte der preisgekrönte Schauspieler Gesang, Gedichte, Wortverdrehungen, Sprachakrobatik und instrumentale Elemente – und das in Perfektion.

"Ich möchte heute ein bisschen an Thorsten zu erinnern, der bei seinen Auftritten stets die Brille von Heinz Erhardt aufhatte", so Michael Ophelders

 

 

 

Mayen/EB. Kürzlich nahm Michael Ophelders vor ausverkauftem Haus die Gäste des Burgfestspiel-Extra mit auf eine besondere Reise. Frei nach dem Motto: „Wer sich selbst auf den Arm nimmt, erspart den anderen die Arbeit“, mimte Ophelders zunächst den Künstler Heinz Erhardt. In sein zweieinhalbstündiges Gastspiel integrierte der preisgekrönte Schauspieler Gesang, Gedichte, Wortverdrehungen, Sprachakrobatik und instrumentale Elemente – und das in Perfektion. Dabei wähnte man den großen Komödianten aus den 1960er-Jahren im Innenhof des Alten Arresthauses leibhaftig vor sich zu sehen. Besonders die Gedichte mit den an „falschen Textpassagen“ gesetzten Pausen oder verdrehten Worten sorgten bei den Zuhörern für Lachsalven. Da Ophelders während seines Musikstudiums junge Menschen an die Chormusik heranführte, mussten die Zuschauer nicht lange warten, ehe sie als Chorsänger gemeinsam den Klassiker „Drei Mann in einem Boot“ sangen. Das Lied – es erzählt von einer beschwingten Bootsfahrt dreier urlaubsreifer Männer – stammt aus dem gleichnamigen Film mit Heinz Erhardt, Walter Giller und Hans-Joachim Kulenkampff. Ein besonderer Glanzpunkt war auch das „Wackellied“. Dieses hatte der Komiker und Dichter mit viel spielerischem Sprachgefühl scherzhaft seiner Ehefrau gewidmet. Sie konnte mit den Ohren wackeln. Den Refrain: „Jetzt kommt das Wacke-Wecke-Wicke-Wucke-Lied“ übte der begnadete Sänger gemeinsam mit dem Publikum ein. Obwohl einigen beim Mitsingen die Geschwindigkeit des Refrains nicht leichtfiel, beteiligten sich alle mit sichtlicher Freude. Ophelders vereinte auf der Bühne das Schauspiel auch mit dem Fußball. Für besondere emotionale Momente sorgte die Hommage an den beliebten Schauspieler Thorsten Hamer. Sie ging dem Publikum unter die Haut. Das feste Ensemblemitglied der Mayener Burgfestspiele war im Februar dieses Jahres plötzlich und unerwartet im Alter von nur 43 Jahren verstorben. Ophelders hatte deutschlandweit mit dem Heinz-Erhardt-Interpreten auf der Bühne gestanden. „Wir waren beide leidenschaftliche Heinz-Erhardt-Liebhaber. Ich habe Thorsten an diesen Heinz-Erhardt-Abenden bewundert – für die Art und Weise, wie er in der Lage war, mit dem Publikum umzugehen.“ Das sei einzigartig gewesen! „Deswegen möchte ich heute ein bisschen an Thorsten erinnern, der bei seinen Auftritten stets die Brille von Heinz Erhardt aufhatte.“