Ruth Drießen und Hildegard Maas zeigen voller Stolz den Innenbereich des neuen Hundedomizils mit Quarantänebereich und Behandlungsraum für die Vierbeiner.
Nach vielen Jahren intensiver Bemühungen entstand im Tierheim „In der Pluns“ für die artgerechte Unterbringung und angemessene medizinische Versorgung der Tiere der neue Hundebereich.
Eine höhenverstellbare Badewanne
MAYEN. (EB). Das (fast) Unglaubliche wurde endlich Realität. Der langgehegte Traum von einem neuen modernen und hellen Hundehaus, das sich an das Mayener Tierheim „In der Pluns“ anschließt, wurde wahr. Nachdem Anfang Mai von der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz die Betriebserlaubnis erteilt wurde, konnten die ersten Vierbeiner in das neue Domizil einziehen.
Fertiggestellt ist auch der Außenbereich, der den nötigen Auslauf für die Tiere gewährleistet. „Nun können wir, nachdem er uns eine ganze Weile aus Kapazitätsgründen unmöglich war, endlich wieder Hunde in unserem Tierheim aufnehmen“, freuen sich Tierheimleiterin Ruth Drießen und die Vorsitzende des Tierschutzvereins Mayen und Umgebung Hildegard Maas.
850.000 Euro Kosten
Die Gesamtsumme für den Neubau, für den kein Kredit aufgenommen werden musste, beläuft sich auf 850.000 Euro. „Wir sind an der Materialknappheit und den gestiegenen Kosten geradeso noch vorbei geschrammt“, so Maas.
Seit den ersten Überlegungen - das Anfang der 1980er-Jahre errichtete Hundehaus war vom Dach bis hin zu den Fliesen im Innen- und Außenbereich marode - waren Jahre ins Land gezogen. Es war höchste Zeit zu handeln.
Denn auch das Kreisveterinäramt hatte schon seit Jahren auf die nicht mehr zeitgemäße Unterbringung der Hunde hingewiesen. „Die ersten Gespräche für die neue Tierunterkunft liegen etwas sieben Jahre zurück“, erinnert sich Hildegard Maas.
Die 70-Jährige hat in den vergangenen Jahren nachts so Manches mal kein Auge zugemacht. „Als ehrenamtliche Vorsitzende habe ich wegen den hohen Kosten oft gegrübelt.“ Auch als nach dem Abriss des alten Hundehauses, der im August 2019 erfolgte, unvorhersehbare Tiefbauarbeiten für den Bau eines großes Wasserrückhaltebeckens sowie Baumfällarbeiten notwendig wurden, hatten die Haupt- und Ehrenamtlichen des Tierheims Mittel und Wege gefunden, um auch diese Kosten zu decken. (Wir berichteten)
Spenden und Fördergelder
Mit zahlreichen Aktionen und dank kleinerer und größerer Spenden und Fördermittel des Landes Rheinland-Pfalz in Höhe von 665.000 Euro sowie einem erwirtschafteten Eigenkapital konnte der Anbau, der sich harmonisch an den alten noch bestehenden Teil des Tierheims anschließt, realisiert werden.
Der neue Hundebereich erstreckt sich in Form eines längsförmigen Anbaus über die weitläufige Grünfläche im Osten des Tierheims. Der Neubau ist ein echtes Schmuckstück geworden. Mit einer Gesamtfläche von 450 Quadratmeter ist das neue Hundehaus doppelt so groß, wie das vorherige.
Mutter- und Welpenzimmer und Quarantänebereich
Das Gebäude verfügt über eine Fußbodenheizung und mit einem Lichtband versehenen Versorgungsweg. Es wird über eine Photovoltaikanlage und eine Wärmepumpe beheizt. Die acht Hundezimmer sind separiert, so dass ein geregelter Arbeitsfluss garantiert ist. Zudem gibt es ein Mutter- und Welpenzimmer, sowie einen Quarantänebereich mit separatem Eingang, zwei Zimmern, einer Küchenzeile und mit entsprechenden Schleusen sowie einen optimal eingerichteten Behandlungsraum für einen Tierarzt.
Ein Lager, ein Hundebad, eine Futterküche sowie zwei Toiletten komplettieren das neue Heim für Vier Pfoten. „Der Anbau erleichtert und unterstützt unsere tägliche Arbeit“, betont Ruth Drießen. Die komplette Baumaßnahme erfolgte bei laufendem Betrieb. „Die Zusammenarbeit mit unserem Architektenbüro Alexander von Canal, der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz, der Stadt Mayen und auch ihrem Bauamt und den beteiligten Handwerkern hat ausgezeichnet funktioniert“, heben Drießen und Maas anerkennend hervor.
Eine offizielle Einweihung der Wohlfühloase für die Vierbeiner gibt es im kommenden Jahr, wenn an Muttertag wieder das traditionelle „Volksfest der Tiere“ mit der Wahl des Mister und der Miss Mischling stattfinden wird.