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Mitteilungsblatt für Mayen und Mendig
Ausgabe 36/2023
Aktuelles
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Willi und Ernst begeisterten ihren Fans

Das aus Funk und Fernsehen und vor allem von der Bundesgartenschau bekannte Rentnerduo Willi und Ernst machte am Freitagabend im Burginnenhof Station. Wie immer waren die beiden Singles auf Frauenjagd.

MAYEN. (EB) Claquere, also Beifallspender die gegen Bezahlung ihr Gefallen bekunden und sich auch in der Pause unter das Publikum mischen, um positive Bemerkungen über die Vorstellung fallen zu lassen, hätten sich am Freitagabend im vollbesetzten Burginnenhof nicht vom hellauf begeisterten Publikum abgehoben. Warum das so war?

Lautstarke Beifallsstürme

Ernst Schneider, alias Markus Kirschbaum brachte zum wiederholten Mal im Rahmen der Burgfestspiel-Exxtras nicht nur seinen Partner Willi Naumann (Dirk Zimmer), sondern auch das Publikum derart zum Lachen, lautstarken Beifallsstürmen, Klatschen und Grölen, sodass dies alles weithin zu hören war. Aber auch über sich selbst, mussten die beiden leidenschaftlicher Rentner oft und viel lachen.

Gleich zu Beginn hatte Alexander May, der Intendant der Mayener Burgfestspiele, die Gäste begrüßt. „Wir haben Endspurt. Gestern haben wir unsere letzten regulären Vorstellungen gespielt und nun sei er total glücklich, als Zugabe zwei großartige Comedians ankündigen zu dürfen.“ Und dann war es soweit: mit einem frenetischem Applaus hatten die Festspielbesucher die Kowelenzer Schängelche, begrüßt.

Mit im Gepäck hatten die beiden Originale jede Menge Humor und Witz, ihr gepflegtes Koblenzer Platt sowie reichlich Lokalkolorit mit einem Kaleidoskop entsprechender Spitzen. „Hören Sie auf, dass sind viel zu viele Vorschusslorbeeren“, erklärte Ernst. „Vielen, vielen Dank.“

Die Kirchturmuhr schlägt

Wie es der Zufall wollte, schlug die Kirchenuhr von Herz Jesu, just in dem Moment, als die beiden Rentner aus Leidenschaft die Bühne enterten. „Mir kommen in Mayen an und die Kirche schlägt.“ Mit ihrem geschulten Blick stellten die beiden Singles auf Anhieb fest: „Donnerwetter! Hier sind einige paarungsbereite Menschen. Wir haben ein gutes Gefühl.“ Es habe sich in den vergangenen Jahren viel geändert. „Doch wir sind immer noch zu haben.“

Mann könne ganz schnell mal die Lohnsteuerklasse ändern. Dann bekäme man auch den doppelten Energiekostenzuschuss. Aufsehen erregte bei den heißesten „Silver Ager“ vom Deutschen Eck, zunächst jedoch die auf dem Goloturm der Genovevaburg gehisste, im Wind leicht wehende Stadtfahne. „Es konnte mir keiner beantworten, was das für eine Fahne ist. Ist das die ungarische?“, fragte Willi. „Nein.“

Und an das Publikum gewandt richtete er den Appell: „Lasst uns das mal ausdiskutieren.“ Des Rätsels Lösung hatte der Mitinitiator und Darsteller des Bürgerbühnenprojektes ‚Zuckertoni’ parat: „Maye“. „Ernsthaft?“, so Willi. „Joh, Joh“, entgegnete der weit über die Grenzen von Mayen hinaus bekannte Mundartdichter.

Auch der im Mai in Mayen festgenommene beschuldigte Italiener war für das Duo ein gefundenes Fressen. Er habe Glück gehabt. Zu Genoveva-Zeiten habe er da oben auf dem Turm gesessen, „verstehst de und hätte gucken können, wie er Pizzabrötchen backt, da ove.“

Direkte und schnelle Hilfe

Über die ganzen schlagfertigen, teils grandiosen Improvisationen und Gags zu berichten, würde den Rahmen sprechen. Für einige Augenblicke wurde es nach der Pause im Burginnenhof jedoch „ernst“.

Ein Besucher schwächelte und wurde sofort von zwei Kräften des DRK betreut. Zudem eilten ein Arzt und eine Ärztin, die sich im Publikum befanden, zu demjenigen hin.

Wenige Minuten später konnte das Programm fortgesetzt werden. Zuvor hatten Willi und Ernst sichtlich besorgt gefragt: „Alles wieder gut? Geht es Ihnen wieder gut? Sagen Sie ja! Das kann doch nicht sein, wir sind doch hier um Spaß zu haben.“

Dem Betroffenen widmeten die beiden einen kleiner Witz zum wiedereingewöhnen. Wie man sieht, die Macher der Burgfestspiele sind für alle Fälle gerüstet.