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Rhein-Mosel Info
Ausgabe 37/2026
Touristik
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21 neue Naturerlebnisbegleiter für die Mosel

Naturerlebnisbegleiter aus dem Landkreis Mayen-Koblenz mit ihren Gratulanten: v. l. n. r. DLR-Dienststellenleiter Norbert Müller, Staatssekretärin Dr. Kristina Brixius, Rolf Bayer (Dieblich), Thorben Meischies (Alken), Brigitte Lohmeier-Eberz (Lonnig), Petra Walenta (Rhens), Mosel-Weinkönigin Teresa Oster und Erster Kreisbeigeordneter Jens Firmenich.

Wissen, Begeisterung und viele Ideen für die Region

Zwei Jahre Weiterbildung, mehr als 120 Stunden Lernen, Entdecken und Ausprobieren – und am Ende 21 Menschen mit ganz unterschiedlichen Ideen für die Moselregion: Am 18. August 2026 erhielten die neuen Naturerlebnisbegleiterinnen und Naturerlebnisbegleiter im Steillagenzentrum des DLR Mosel in Bernkastel-Kues ihre Zertifikate.

Online-Seminare, Workshops und Exkursionen führten die Teilnehmenden durch die unterschiedlichen Weinlandschaften der Mosel. Auf dem Programm standen Flora und Fauna, Geologie und Boden, Weinbau und Biodiversität, Naturschutz, Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie Methoden der Naturvermittlung. Eine eigene Projektarbeit, ein Herbarium beziehungsweise Faunarium und eine praktische Prüfung bildeten den Abschluss.

DLR-Dienststellenleiter Norbert Müller hob hervor, dass die Weiterbildung weit über die Vermittlung von Fachwissen hinausgeht. Naturerlebnisbegleiter sollen Zusammenhänge erkennen, Neugier wecken und andere Menschen für die Natur- und Kulturlandschaft begeistern. Damit werden sie zu Brückenbauern zwischen Weinbau, Natur und Umwelt, Wissenschaft und Alltag sowie Tradition und Zukunft. Rund 220 Naturerlebnisbegleiterinnen und Naturerlebnisbegleiter wurden inzwischen zertifiziert.

Staatssekretärin Dr. Kristina Brixius vom Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten stellte die Qualifizierung in den Zusammenhang aktueller Herausforderungen. Klimawandel, Artenrückgang und Strukturwandel im Weinbau verändern die Kulturlandschaft. Umso wichtiger seien Menschen, die Verantwortung übernehmen, Wissen weitergeben und andere zum Mitmachen bewegen. Naturerlebnisbegleiter können dabei als Multiplikatoren und Botschafter ihrer Region wirken.

Mosel-Weinkönigin Teresa Oster schlug den Bogen zur Mosel als Heimat und Weinkulturlandschaft und zur Bedeutung des Naturerlebens auch für die junge Generation. Kreisbeigeordneter Achim Zender betonte die Stärke des Netzwerks. Naturerlebnisbegleiter verbinden Tourismus, Weinbau und Bildung für nachhaltige Entwicklung und tragen damit zur regionalen Identität bei.

Wie konkret diese Wirkung sein kann, zeigte Birgit Ailbout-Binninger aus Briedel, selbst Naturerlebnisbegleiterin des Jahrgangs 2018. Aus ersten Naturbeobachtungen entwickelten sich bei ihr Umweltbildungsprojekte mit Kindern, Insektenhotels, Schulgarten und Trockenmauer. Ihr Beispiel machte deutlich: Wissen wird besonders wertvoll, wenn es geteilt und in gemeinsames Handeln übersetzt wird.

Im Mittelpunkt der Feierstunde standen jedoch die neuen Naturerlebnisbegleiter selbst. In kurzen persönlichen Beiträgen stellten sie ihre Abschlussprojekte vor – so vielfältig wie die Menschen dahinter. Rolf Bayer aus Koblenz verbindet in seiner „Reise durch das verborgene Moseluniversum“ Geologie, Bodenmikrobiologie und Artenvielfalt. Vanessa Gasber aus Kenn entwickelte mit den „Naturdetektiven auf Spurensuche“ ein Angebot für Kinder rund um den Kenner Bach. Thorben Meischies aus Alken zeigt, wie sich Artenvielfalt aus den Weinbergen in den eigenen Garten holen lässt, während Denise Scholtes aus Neumagen-Dhron auf einer ehemaligen Weinbergsfläche einen Artenvielfaltsgarten am Schieferfelsen entwickelt hat.

Auch Streuobstwiesen, Trockenmauern, Weinbau und Naturgenuss finden ihren Platz: Petra Walenta aus Rhens widmete sich dem „Schatz vor der Haustür“, Iris Nicolay aus Zeltingen-Rachtig der Felsenwelt rund um Erdener Treppchen und Co. und Walter Eberz und Brigitte Lohmeier-Eberz der lebendigen Weinlandschaft Winningen – vom Kinderwingert bis zur Terroir-Verkostung.

Die Weiterbildung ist ein zentraler Baustein der Initiative „Lebendige Moselweinberge“ des DLR Mosel. Seit 2013 verbindet sie Weinbau, Naturschutz, Landentwicklung, Tourismus und Umweltbildung mit dem Ziel, biologische Vielfalt und Weinkulturlandschaft zu erhalten und gemeinsam Perspektiven für die Zukunft der Mosel zu entwickeln.

Mit der Zertifikatübergabe endet die Weiterbildung – das Wirken der neuen Naturerlebnisbegleiter beginnt jedoch erst. Sie tragen ihr Wissen künftig in Gemeinden, Schulen, Vereine, Weinbaubetriebe, touristische Angebote und eigene Projekte hinein und geben ihre Begeisterung weiter.

Natur verstehen. Menschen begeistern. Zukunft gestalten.