Zu einem Waldbegang an ungewöhnlicher Stelle hatte die Stadt Vallendar Stadtratsmitglieder, Wegepaten und interessierte Bürgerinnen und Bürger am 30.09. eingeladen. Dieses Mal ging es nicht um den klassischen Stadtwald mit den bekannten Waldflächen am Pedel oder im Hinterwald, sondern um im Zuge der Neuerstellung des Forsteinrichtungswerkes erstmals erfasste Waldflächen am sogenannten Heidepark im Rheinhang.
Hervorgegangen aus Flächen mit früherer landwirtschaftlicher Nutzung, haben sich durch deren Aufgabe ohne größere menschliche Eingriffe über mehrere Jahrzehnte Waldflächen entwickelt. Die zukünftige Behandlung und die Zielsetzung für die Flächen im Eigentum der Stadt Vallendar waren Schwerpunkt dieser Veranstaltung. Forsteinrichter Jürgen Dietz hatte diese mit Revierförster Achim Kern im Sommer kartiert und aufgenommen.
Die beiden Forstleute konnten vor Ort bereits die ersten geplanten Maßnahmen in diesen Flächen vorschlagen und zur Diskussion stellen. So soll ein Schwerpunkt auf der Entnahme geschädigter und überalterter Robinien liegen. Diese Baumart hat sich in den Flächen stark ausgebreitet und könnte langfristig die einheimischen Baumarten verdrängen, die jetzt schon durch das zunehmend wärmere und trockene Klima Probleme haben. Dies war an einigen Stellen durch abgestorbene Eschen und Bergahorn gut zu erkennen.
Mit diesen Waldbildern im Anblick kam man unweigerlich zum zweiten Maßnahmenschwerpunkt: der Anpflanzung und Pflege klimaresilienter, möglichst einheimischer Baum- und Straucharten wie Speierling, Elsbeere, Esskastanie, Feldahorn, Traubeneiche etc.
Erfreulicherweise hatte auch der Leiter des Forstamtes Koblenz, Sebastian Schmitz, die Einladung zum Waldbegang angenommen. Er konnte vom Vorgehen auf ähnlichen Flächen im Forstamtsbereich Koblenz berichten und stellte fest, dass in solchen Flächen forstwirtschaftliche Bestrebungen nicht die Erzielung eines hohen Holzertrages bezwecken, sondern den Erhalt eines möglichst vielfältigen Waldbiotops.
Der Gewinn für Waldbesitzer und Bevölkerung liegt in einem vielfältig nutzbaren und ökologisch hochwertigen Freizeitraum mit gleichzeitigem Erhalt der Schutzfunktionen. Die betreffenden Waldflächen sind als Klimaschutz- und Bodenschutzwald eingetragen und auch von der Landespflegebehörde als Biotopfläche berücksichtigt.
Im Zuge des kleinen Abendspazierganges besichtigte die Gruppe noch einen Teil des Festtagswaldes am Rheinhang. Erfreulicherweise hatten die vor einigen Jahren dort gepflanzten Speierlinge und Wildäpfel den heißen und trockenen Sommer dieses Jahr gut gemeistert. Diese Fläche stellt eine kleine Referenz für die zukünftige Baumartenwahl und Behandlung der Waldflächen am Rheinhang dar und gefiel allen Anwesenden auf Anhieb.
Schließlich konnten noch weitere Fragen der Anwesenden beantwortet und einige Anregungen mitgenommen werden. Die einbrechende Dunkelheit beendete eine gelungene Veranstaltung.
Als Vertreter der Stadt Vallendar bedankte sich Joachim Karbach als Erster Beigeordneter bei allen Teilnehmern für das Interesse und bei den drei Forstleuten für die fachkundige Präsentation.