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Mitteilungsblatt für den Bereich der Verbandsgemeinde Weißenthurm
Ausgabe 15/2026
Aus den Gemeinden
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„Du bist meine Mutter“: Bewegendes Demenztheater berührt Publikum

 

Mit der Aufführung des preisgekrönten Theaterstücks „Du bist meine Mutter“ ist es dem Netzwerk Demenz Mayen-Koblenz gemeinsam mit dem BürgerSTÜTZPUNKT+ der Verbandsgemeinde Weißenthurm und dem Pflegestützpunkt Weißenthurm gelungen, ein sensibles Thema auf künstlerisch herausragende Art auf die Bühne zu bringen. Das movingtheater Köln gastierte in Kooperation mit D.a.S. Theater Köln im Katholischen Vereinshaus Weißenthurm und hinterließ mit dem Ein-Mann-Stück ein nachhaltig beeindrucktes und berührtes Publikum.

 

Im Zentrum der Inszenierung stand eine ebenso schlichte wie existenzielle Begegnung: Ein Sohn besucht seine an Demenz erkrankte Mutter. Was zunächst alltäglich erscheint, entfaltete sich rasch zu einem vielschichtigen Spiel über Erinnerung, Identität und das fragile Band zwischen den Generationen. Mit reduzierten Dialogen wie „Wer sind Sie denn?“ – „Du bist meine Mutter“ verbanden sich Vertrautheit und Fremdheit, leise Komik und stille Melancholie miteinander.

 

Die Besonderheit dieser Inszenierung liegt in ihrer Form: Schauspieler Achim Conrad verkörperte sowohl den Sohn als auch die Mutter. Es gelang ihm, ohne Brüche zwischen den Rollen zu wechseln. So entstanden nicht nur zwei Figuren mit großer emotionaler Tiefe, sondern auch Atmosphären und Zwischenräume. Dass ein einzelner Darsteller beide Perspektiven zugleich erfahrbar macht und das Publikum dennoch stets unmittelbar in der jeweiligen Rolle verweilen lässt, wurde von vielen Besucherinnen und Besuchern als außergewöhnlich eindrucksvoll empfunden. Das Publikum zeigte sich begeistert davon, wie nachvollziehbar beide Perspektiven vermittelt werden konnten.

Das Stück, ursprünglich 1981 vom niederländischen Schauspieler Joop Admiraal entwickelt, basiert auf persönlichen Erfahrungen und gilt als ein zeitloses Werk über Alter, Vergänglichkeit und familiäre Nähe. Auch in Weißenthurm entfaltete es seine volle Wirkung: Viele Gäste im Publikum zeigten sich sichtlich berührt von der Intensität der Darstellung.

Im Anschluss an die Aufführung bestand die Möglichkeit zum Austausch. Das Angebot nutzten zahlreiche Besucherinnen und Besucher gerne, die von eigenen Erfahrungen mit Demenz in der Familie berichteten und ihre persönlichen Geschichten schilderten. Für viele wurde dieser Moment des Mit-Teilens zu einem ebenso wichtigen Bestandteil der rundum gelungenen Veranstaltung wie das Theaterstück selbst.

Die Theateraufführung war Teil des Engagements des Netzwerkes Demenz Mayen-Koblenz und wurde aus Mitteln der Netzwerkförderung nach § 45c Abs. 9 SGB XI finanziert. Der kostenfreie Theaternachmittag verdeutlichte eindrucksvoll, wie Kultur einen Zugang zu komplexen gesellschaftlichen Themen schaffen und zugleich Begegnung ermöglichen kann.