Wer Demenz aus einer anderen Perspektive betrachten möchte, hat dazu derzeit im Rathaus der Verbandsgemeinde (VG) Weißenthurm Gelegenheit. Die Cartoon-Ausstellung „DEMENSCH“ des bekannten Zeichners Peter Gaymann widmet sich mit viel Feingefühl, Menschlichkeit und einem liebevollen Augenzwinkern dem Alltag von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen.
Organisiert und begleitet wird die Präsentation in Weißenthurm vom BürgerSTÜTZPUNKT+ der VG Weißenthurm gemeinsam mit dem Netzwerk Demenz Mayen-Koblenz, dem Pflegestützpunkt Weißenthurm des Landkreises Mayen-Koblenz und der Volkshochschule der VG Weißenthurm. Auch die Gemeindeschwesterplus ist in das Angebot rund um die Ausstellung eingebunden. Jetzt hat VG-Bürgermeister Thomas Przybylla die Ausstellung mit einem kleinen Rahmenprogramm offiziell eröffnet.
Zum offiziellen Auftakt begrüßte Przybylla zahlreiche Gäste sowie Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Einrichtungen. „Demenz ist ein Thema, das viele Menschen unmittelbar oder im persönlichen Umfeld betrifft, umso wichtiger ist es, darüber ins Gespräch zu kommen und Verständnis füreinander zu schaffen“, betonte er. Die Ausstellung biete dafür einen besonderen Zugang, denn Humor könne dabei helfen, ein schwieriges Thema leichter zugänglich zu machen.
Das Netzwerk Demenz Mayen-Koblenz hat die Ausstellung, die der mit Hühner-Comics bekannt gewordene Zeichner Peter Gaymann gemeinsam mit dem Gerontologen Prof. Dr. Thomas Klie konzipiert hat, erworben. Künftig soll „DEMENSCH“ an verschiedenen Orten im Landkreis gezeigt werden. Das Rathaus der Verbandsgemeinde Weißenthurm ist dabei die erste Station der Ausstellung.
Zu sehen sind in der Schau eine Reihe von Cartoons, die typische Situationen aus dem Alltag mit Demenz aufgreifen. Dabei geht es nicht darum, über Betroffene zu lachen, sondern mit einem liebevollen Blick auf Situationen zu schauen, die Menschen mit Demenz, ihre Angehörigen und auch professionell Tätige kennen. Die Bilder schaffen Verständnis, regen zum Nachdenken an und eröffnen neue Perspektiven auf das Leben mit Demenz.
Olaf Spohr vom Netzwerk Demenz stellte bei der Eröffnung die Idee hinter der Wanderausstellung vor. Ziel sei es, das Thema Demenz an unterschiedlichen Orten sichtbar zu machen und Menschen auf eine besondere Art und Weise zu erreichen. „Dafür bietet „DEMENSCH“ einen niedrigschwelligen Zugang und kann Gespräche anstoßen, die sonst vielleicht nicht zustande kämen“, sagte Spohr.
Auch Nina Ketzner vom BürgerSTÜTZPUNKT+ unterstrich die Bedeutung eines offenen und unkomplizierten Zugangs zum Thema. Die Cartoons von Peter Gaymann könnten einen Gesprächseinstieg schaffen, wo ansonsten Unsicherheit oder Berührungsängste bestünden. „Gerade die Verbindung von Humor und Menschlichkeit macht die Ausstellung besonders und trägt dazu bei, Demenz aus der Tabuzone zu holen“, sagte die VG-Mitarbeiterin. Vor Beginn der Eröffnung hatte ihre Kollegin Andrea Reitz das Angebot des geteilten Frühstücks in die öffentlich zugängliche Kantine im VG-Rathaus verlegt. So konnte die Gruppe, die sich regelmäßig zum gemeinsamen Start in den Tag trifft, im Anschluss die Veranstaltung im Foyer besuchen. Die pädagogische Leiterin der vhs der VG Weißenthurm, Claudia Hauck betonte: „Als vhs möchten wir mit unseren Veranstaltungen dazu beitragen, Wissen zu vermitteln, den Austausch zu fördern und Menschen für das Thema Demenz zu sensibilisieren“. Demenz stoße auf ein sehr großes Interesse, um so wichtiger sei eine solch innovative Herangehensweise wie die Cartoon-Ausstellung.
Begleitend zur Ausstellungseröffnung fand am Nachmittag der Erlebnis-Workshop „Demenz mit Herz, Haltung & Humor“ mit Wolfgang Boy statt. In Kooperation mit dem Pflegestützpunkt erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dabei Impulse und praktische Anregungen für einen wertschätzenden und humorvollen Umgang mit Menschen mit Demenz. Dabei wurde deutlich: Humor kann Brücken bauen, Sicherheit geben und helfen, auch herausfordernde Situationen mit mehr Leichtigkeit zu begegnen.
Als Abschluss des kleinen Rahmenprogramms steht am Donnerstag, 10. September, von 18 bis 20 Uhr das Thema „Prävention bei Demenz“ im Mittelpunkt. Demenzberaterin Nadja Herbert informiert im Ratssaal der Verbandsgemeinde über Möglichkeiten, das Demenzrisiko zu reduzieren, und gibt praktische Anregungen für den Alltag.
„DEMENSCH“ ist noch bis zum 18. September 2026 im Rathaus der Verbandsgemeinde Weißenthurm zu sehen. Weitere Informationen und die Anmeldung zu dem Vortrag finden sich auf der Internetseite
www.vhs-weissenthurm.de oder über www.thatsit-weissenthurm.de unter BürgerSTÜTZPUNKT+ und dann Angebote.