Der neunte Jahrgang des Mittelrhein-Gymnasiums während der Filmvorführung ‚Je suis Karl‘.
Eine Schülerinnengruppe beim Austausch über die Hauptfiguren.
Am 15.01.2026 haben sich die die Schülerinnen und Schüler der neunten Jahrgangsstufe im Mehrzweckraum des Mittelrhein-Gymnasiums versammelt, um im Rahmen eines mehrstündigen Workshops gemeinsam über die Gefahren von Rechtsextremismus sowie rechtspopulistischer Tendenzen zu sprechen.
Konzipiert und durchgeführt wurde die Veranstaltung von Ronny Hollstein, der parallel zu seiner Lehrtätigkeit nebenamtlich am Pädagogischen Landesinstitut in Bad Kreuznach tätig ist und sich dort schwerpunktmäßig mit Extremismusprävention und den Auswirkungen auf die freiheitlich demokratische Grundordnung beschäftigt.
Zu Beginn der Veranstaltung wurde der Film ‚Je suis Karl‘ vorgeführt, um die Vorgehensweise und das Selbstverständnis rechtspopulistischer Bewegungen aufzuzeigen und somit die Neuntklässlerinnen und Neuntklässler für den nachstehenden Austausch vorzubereiten. Im Mittelpunkt der Handlung steht die junge Erwachsene Maxi, die bei einem Bombenanschlag ihre Mutter und ihre Geschwister verliert. Schnell werden ausländische Terroristen dafür verantwortlich gemacht. Letztlich war es aber Karl, Mitglied einer rechtspopulistischen Gruppierung, der in einer islamistisch anmutenden Verkleidung diesen Anschlag durchführte.
Im weiteren Verlauf des Workshops wurden dann die Hauptfiguren des Films Maxi, Karl und Maxis Vater genauer untersucht, um daran das Selbstverständnis und das methodische Vorgehen der rechtspopulistischen Identitären Bewegung aufzuzeigen. Am Beispiel der Protagonistin Maxi konnten die Jugendlichen des Mittelrhein-Gymnasiums lernen, wie unterschwellig die Einflussnahme rechtsgesinnter Gruppierungen funktioniert und wie subtil Heranwachsende dadurch negativ beeinflusst werden können.
Der Sozialkundelehrer Alexander Göbel zieht folgende Bilanz: „Die Veranstaltung hat maßgeblich dazu beigetragen, dass unsere Heranwachsenden nun gezielter zwischen völkischen, traditionellen und konservativen Aussagen differenzieren und somit Manipulationsversuche rechter Gruppierungen erkennen können.“
Das Thema Rechtsextremismus nimmt schon seit längerer Zeit eine enorme Bedeutung im schulischen Kontext, aber auch im politischen Diskurs ein. Angebote für die politische Bildung können in diesem Zusammenhang einen wichtigen Beitrag leisten. „Ich freue mich sehr darüber, dass die Schülerinnen und Schüler unseres Gymnasiums die Möglichkeit bekommen haben, in dieser Veranstaltung Einblicke hinsichtlich der Verharmlosung rechter Narrative zu erhalten“, so Michael Pahlke, Schulleiter des Mittelrhein-Gymnasiums Mülheim-Kärlich.
Das Mittelrhein-Gymnasium bedankt sich herzlich beim Pädagogischen Landesinstitut und insbesondere bei Ronny Hollstein für die Organisation der Veranstaltung.