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Mitteilungsblatt für den Bereich der Verbandsgemeinde Weißenthurm
Ausgabe 9/2018
Aktuelles MUSS
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Defizit im Kettiger Haushalt

An der alljährlichen Reinigungsaktion beteiligen sich viele Bürger und Bürgerinnen, um ihr Dorf schöner werden zu lassen

Bereitwillig beteiligen sich Gemeindeverwaltung, Vereine und Einwohner bei der Betreuung von Flüchtlingen

Der Godildaplatz an Brücken-, Kärlicher- und Bachstraße wird von Jugendlichen aus den Wohngemeinschaften gepflegt

Zahlenwerk vom Kettiger Gemeinderat einstimmig verabschiedet – Bürgermeister Peter Moskopp appelliert an Gemeinschaftsgeist der Bürger

KETTIG. (jab) „Wir entscheiden hier und heute bei dieser Gemeideratssitzung über Projekte, die unseren Standort stärken und unsere Lebensqualität verbessern sollen. Doch wir haben nun einmal auch das Problem eines Haushaltsdefizites, das wir seit Jahren versuchen in den Griff zu bekommen.

Kontinuierlich wachsende Gewerbesteuereinnahmen ließen gar die Hoffnung keimen, den Gipfel, einen ausgeglichenen Haushalt, zu erreichen. Aber immer wieder wurden - wohlgemerkt nicht von uns - die Stellschrauben und damit auch die Rahmenbedingungen geändert, was letztendlich den Gipfelsturm vereitelt hat“, erläuterte Bürgermeister Peter Moskopp.

Er betonte, dass alle hierzu vor Ort gegebenen Chancen genutzt werden müssen, Möglichkeiten der Finanzierung auszuloten, Förderanträge beim Land und der Wirtschaftsförderungsstelle zu stellen und an die Türen von Sponsoren zu klopfen.

„Mit solchen Geldern können wir weiterhin unser Dorf liebens- und lebenswert machen und den Bürgerinnen und Bürgern zeigen, dass wir sie brauchen“, gibt der Ortsbürgermeister seine Hoffnungen und Ziele bekannt.

„Ich sage es immer wieder gerne: Das Dorf sind wir alle. Je aktiver und

einsatzfreudiger die Bürgerinnen und Bürger, umso lebenswerter ist die

Gemeinschaft, in der wir leben“.

Desweiteren ist der Bürgermeister der festen Überzeugung, dass dieses Miteinander die Voraussetzung für einen etwaigen ausgeglichenen Haushalt ist. Ein entsprechender Haushaltsentwurf liegt nach Meinung von Moskopp und den im Rat vertretenen Fraktionen in jedem Fall vor und kann den Ort künftig trotz aller Probleme weiterbringen.

Mit mahnenden Worten fordert der Bürgermeister die Ratsmitglieder auf, wie in den Jahren zuvor gemeinsam an einem Strang zu ziehen und daran arbeiten, auch in 2018 erneut einen genehmigungsfähigen Haushalt zu beschließen – denn nur so kann nach seiner Ansicht weiter an an einer familien-, kinder- und seniorenfreundlichen Ortsgemeinde Kettig gearbeitet werden.

Allerdings sind sich die Ratsgmitlieder darüber einig, dass es ist für die Kommunen kaum möglich ist, sich einzig durch Einsparungen vor Ort aus dieser strukturellen Unterfinanzierung zu befreien. Der Bund und das Land müssen eindeutig mehr für die Unterstützung der Kommunen tun.

„Aber natürlich können wir nicht nur die widrigen äußeren Umstände kritisieren, wir müssen selbst und selbstbewusst unsere Aufgaben angehen und sie zu bewältigen“, gibt der Verwaltungschef zu erkennen.

Immerhin wurde in diesen Ort bereits vielfach investiert – in das Bürgerhaus, die Kita, die Hauptstraße, den Dorfplatz, das Kolumbarium, in die Herstellung des Platzes Breite Straße/Brückenstraße, in die Infrastruktur und zukünftig auch in die Sporthalle der Anne-Frank-Schule, die jetzt der Gemeinde gehört wenn die Verträge rechtsgültig unterzeichnet sind.

„Wir haben auch für attraktive Familienangebote gesorgt und gute und ausreichende Betreuungsplätze vorgehalten. Das zahlt sich perspektivisch aus. Wir müssen uns aber auf der anderen Seite bewusst sein, dass durch die millionenhohen Investitionen im Kita-Bereich der Haushalt über Jahre hinweg belastet sein wird.“

„Wir haben mit Investitionen dafür gesorgt, dass ansiedlungswillige Gewerbetreibende den Standort Kettig als attraktiv und ansiedlungsgünstig empfinden. Alle in Frage kommenden Firmen sowie weitere Gewerbetreibende in der Ortsgemeinde Kettig zahlen der Gemeinde Gewerbesteuer, auf die wir angewiesen sind und mit denen wir wiederum pro-aktiv in Projekte investieren können. Die Neuansiedlungen schaffen zusätzliche ortsnahe Arbeitsplätze. Ein großes Dankeschön geht an die Gewerbetreibenden und ihren Einsatz“, waren Bürgermeister und Ratsmitglieder dankbar für die Ansiedlung diverser Wirtschaftsbetriebe.

Moskopp beendete seine Haushaltsrede mit der Aufforderung an alle Verantwortlichen: „Lassen Sie uns überfraktionell dafür einstehen, dass wir auch in Zukunft das Leben in unserer Ortsgemeinde im Sinne unserer Einwohner gestalten können; dass uns die Pflichtaufgaben nicht erdrücken und unsere kommunale Selbstverwaltung nicht ad absurdum geführt wird.“