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Hunsrück-Mittelrhein Nachrichten Ausgabe Emmelshausen
Ausgabe 13/2026
Amtlicher Teil
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Seit dem Dieselaustritt an einer unterirdischen Pipeline im Bereich Wiebelsheim in der vergangenen Woche werden die Auswirkungen auf die Umwelt weiterhin intensiv untersucht und bewertet.

Die Kreisverwaltung hat Informationen und Hinweise für Personen bereitgestellt, die betroffene oder angrenzende Flächen nutzen oder bewirtschaften. Betroffene werden direkt kontaktiert.

Im Zuge der weiteren Aufarbeitung werden Boden- und Gewässeruntersuchungen durchgeführt. Über Erkenntnisse, die sich daraus ergeben, wird zeitnah informiert.

Am Simmerbach im Bereich Kisselbach wurden zusätzliche Ölsperren installiert, um sensible Bereiche wie Biberburgen und Dämme vor Schadstoffeinträgen zu schützen. Parallel dazu erfolgt ein begleitendes Monitoring mithilfe von Wildkameras in Zusammenarbeit mit dem Bibermanagement Rheinland-Pfalz. Nach aktuellem Stand zeigen sich die Biber weiterhin aktiv. Die Situation wird fortlaufend beobachtet; mögliche Maßnahmen werden bei Bedarf sorgfältig geprüft.

Zur Bewertung möglicher Auswirkungen auf das Ökosystem sind weitere Untersuchungen der Gewässer vorgesehen. Dabei werden unter anderem Fischbestände und wirbellose Organismen betrachtet.

Experten kontrollieren den Gewässerverlauf und lokalisieren mögliche Ansammlungen von Dieselkraftstoff. Die Kreisverwaltung bittet Bürgerinnen und Bürger, keine eigenen Maßnahmen wie das Abtragen von Erde im betroffenen Bereich vorzunehmen. Die Reinigung und weitere Schadstoffbeseitigung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Fachfirmen. „Vielen Dank an die vielen Menschen, die jetzt vor Ort aktiv helfen wollen“, sagt Landrat Volker Boch, „wir wissen dieses Engagement sehr zu schätzen. Aber es hilft am meisten, wenn wir die notwendigen Maßnahmen gezielt und systematisch auf den Weg bringen.“

Die Kreisverwaltung informiert fortlaufend über neue Erkenntnisse und notwendige Maßnahmen. Bei Auffälligkeiten und erkennbaren Schäden bittet die Kreisverwaltung um eine Nachricht mit der genauen Bezeichnung der Fläche an

umweltschaden@rheinhunsrueck.de.

Bürgerinnen und Bürger können sich jederzeit unter kreis-sim.de/Dieselaustritt über den aktuellen Stand informieren. Dort sind die wichtigsten Informationen gebündelt abrufbar. Auch auf dem Instagram-Kanal der Kreisverwaltung @kv.rhk wird fortlaufend über die Entwicklung berichtet.

FAQs zum Dieselaustritt in Wiebelsheim

1. Ist das Grundwasser betroffen?

Nach aktuellem Stand gibt es keine Hinweise auf eine Kontamination des Grundwassers.

Untersuchungen werden weiterhin durchgeführt, um mögliche Auswirkungen auszuschließen.

2. Besteht eine Gefahr für die Trinkwasserversorgung?

Derzeit liegen keine Hinweise vor, dass Diesel in das öffentliche Trinkwassernetz gelangt ist. Die Situation wird weiterhin überwacht.

3. Wie lange bestand der Dieselaustritt?

Der genaue Zeitpunkt des Austritts kann derzeit nicht eindeutig bestimmt werden. Erste Hinweise auf den Vorfall gab es am Vormittag des 11. März 2026 aufgrund einer Geruchsbelästigung. Das Leck konnte dann am selben Abend verschlossen werden.

4. Warum wurde der Schaden nicht früher erkannt?

Die Leckage war sehr klein, sodass der Druckverlust in der Pipeline im Verhältnis zum gesamten Durchfluss technisch kaum messbar war.

5. Wie weit ist der Simmerbach betroffen?

Der betroffene Gewässerabschnitt wird aktuell durch Probenahmen untersucht. Auf Basis der Ergebnisse werden weitere Maßnahmen und Empfehlungen getroffen.

6. Darf ich Fischteiche nutzen? Können Fische aus dem Gewässer gegessen werden?

Die Gewässer, insbesondere der Simmerbach bis kurz vor Simmern und in dessen unmittelbarem Umfeld angrenzende Fischteiche, dürfen bis auf Weiteres nicht genutzt werden. Das Angeln und der Verzehr von Fischen ist zu unterlassen, ebenso das Tränken von Weidetieren.

7. Was soll ich tun, wenn ich verendete Tiere (z. B. Fische) entdecke?

Tote Tiere, Unrat oder andere angeschwemmte Materialien aus dem Bereich des Simmerbachs sind in geeigneten Tüten zu verpacken und in den dafür vorgesehenen Sammelbehälter unter dem Basketballkorb am Gemeindehaus in Kisselbach einzuwerfen. Der Behälter wird regelmäßig geleert.

Eine gesonderte Untersuchung der abgegebenen Tiere oder Materialien erfolgt nicht.

8. Können landwirtschaftliche Flächen weiterhin genutzt werden? Ist Weidegang für Tiere möglich?

Ein Streifen von fünf Metern ab der maximalen Wasserlinie (dies entspricht dem äußersten Bereich des Gewässers) darf nicht bewirtschaftet werden. Dieser Bereich darf auch bis auf Weiteres nicht für Tierhaltung bzw. Beweidung genutzt werden. Die Personen, die betroffene oder angrenzende Flächen nutzen oder bewirtschaften, werden direkt kontaktiert.

9. Inwieweit ist der Biber betroffen?

Am Simmerbach im Bereich Kisselbach wurden zusätzliche Ölsperren installiert, um sensible Bereiche wie Biberburgen und Dämme vor Schadstoffeinträgen zu schützen. Parallel dazu erfolgt ein begleitendes Monitoring mithilfe von Wildkameras in Zusammenarbeit mit dem Bibermanagement Rheinland-Pfalz. Nach aktuellem Stand zeigen sich die Biber weiterhin aktiv. Die Situation wird fortlaufend beobachtet; mögliche Maßnahmen werden bei Bedarf sorgfältig geprüft.

10. Was passiert mit Dieselrückständen im Gelände?

Verunreinigungen werden soweit möglich entfernt, beispielsweise durch Absaugen von kontaminiertem Wasser oder das Entfernen belasteten Erdreichs.

11. Wer übernimmt die Kosten der Schadensbeseitigung?

Nach den derzeitigen Erkenntnissen ist davon auszugehen, dass die Betreiberfirma für die unmittelbaren Kosten der Gefahrenabwehr sowie der Entsorgung des kontaminierten Materials aufkommt. Die Verwaltung steht hierzu in einem kooperativen Austausch mit der Betreiberfirma.

12. Wird es weitere Informationen für die Bevölkerung geben?

Der Rhein-Hunsrück-Kreis informiert fortlaufend über den aktuellen Stand. Weitere Informationen werden auf der Website des Kreises veröffentlicht