Spraydose: Flammenwerfer im Haushalt
Beim Umgang mit Spraydosen ist Vorsicht geboten. Zwar wurde das früher brennbare Treibgas gegen nicht brennbares Gas ausgetauscht, doch dieser Hinweis auf den handlichen Flaschen ist trügerisch. Die im Sprühnebel in feinsten Teile zerstäubten Kunstharz- oder Nitrolacke beispielsweise sind mit oder ohne brennbares Gas leicht entzündlich. Beim Vorhandensein von offenen Lichtquellen oder heißen Metallteilen (Kochplatten) usw. ist höchste Vorsicht geboten.
| Für den Umgang mit Sprayflaschen gilt: | |
| • | Nicht rauchen, wenn Spraydosen eingesetzt werden |
| • | Spraydosen nicht über 50 Grad Celsius erhitzen |
| • | Zündquellen aus dem Arbeitsbereich entfernen |
| • | Sprayflaschen nicht gewaltsam öffnen (Unfallgefahr!) |
| • | Räume gut lüften, wenn mit Sprayflaschen gearbeitet wird |
| • | Spraydosen sollen nach dem Gebrauch sofort dem Müll zugeführt werden (Restlos!) |
Der Umgang mit Spraydosen sollte – bei aller Arbeitserleichterung – auch einmal kritisch betrachtet werden. Sprayflaschen gehören im Sommer nicht in das Handschuhfach eines Autos. Hier wird die Grenztemperatur von 50 Grad Celsius schnell erreicht. Auch beim Frisieren sollte mit Haarspray sorgsam umgegangen werden, wenn in der Nähe die Flamme des Gasdurchlauferhitzers lauert. Keine Restewirtschaft betreiben! Keller wie auch Boden durchforsten und „alte Jahrgänge“ der Spraydosen entsorgen! Dies gilt auch für Campinggas-Flaschen, Terpentin-Dosen und andere leicht brennbare Flüssigkeiten (Sondermüll).
Häufige Ursache für Wohnungsbrände: Elektrogeräte
Haushalt herrscht Routine. Auch wer normalerweise vorsichtig und verantwortungsbewusst handelt, vergisst gelegentlich, sich noch einmal zu vergewissern, dass alle Gefahrenquellen ausgeschaltet sind. Das gilt bei so alltäglichen Dingen wie beim Umgang mit Elektrogeräten, beim Handwerken oder aber im heimischen Büro. Geräte des Haushaltsalltags, die sich erhitzen können, wie Küchenherde, Wasserkocher, Kaffeemaschine, Bügeleisen und Heizdecken, gehören zu den häufigsten Brandursachen.
Kreisbrandrat Alfons Weinzierl, Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes Bayern e.V., erklärt: „Wer hier unvorsichtig und nachlässig ist, begibt sich oft in große Gefahr. Deshalb sollten solche Geräte grundsätzliche nie unbeaufsichtigt sein!“
Potentielle Brandherde, mit denen viele nicht rechnen, sind aber auch ältere Geräte und defekte Stromleitungen oder Steckdosen. Küchenbrände entstehen häufig, wenn sich Speisen oder Speisenreste auf einem Herd befinden, der nicht abgeschaltet ist. So etwas kann recht schnell passieren, wenn etwa Ihr Nachbar an der Haustüre klingelt oder Ihr Telefonat doch länger dauert, als Sie sich das vorgenommen hatten. Dann heizt der Herd unbeaufsichtigt weiter, bis ein Brand entsteht.
Bügeleisen erreichen weitaus höhere Temperaturen, als man glauben möchte. Die praktischen Haushaltshilfen können leicht bis zu 250 Grad Celsius heiß werden. Solche Temperaturen reichen aus, um viele Textilien Feuer fangen zu lassen. Weinzierl mahnt: „Lassen Sie Ihr Bügeleisen niemals unbeaufsichtigt, wenn es eingeschaltet
ist. Sollte es doch einmal zu einem Brand kommen, ziehen Sie zuerst den Netzstecker oder schalten Sie die entsprechende Sicherung aus, alarmieren Sie die Feuerwehr und löschen Sie das Feuer erst danach – Diese Reihenfolge gilt übrigens für alle elektrischen Geräte, die in Brand geraten sind!“
Was Elektrogeräte angeht, fängt der Brandschutz bereits beim Kauf eines neuen Gerätes an. Achten Sie dabei unbedingt darauf, dass die Elektrogeräte über Prüfsiegel wie etwa GS-, VDE- oder VdS-Siegel verfügen. Außerdem sollten Sie Reparaturen immer vom Fachmann ausführen lassen. Nur so können Sie sicherstellen, dass von Ihrem Elektrogerät auch nach der Reparatur keine Gefährdungen ausgehen.
Elektrogeräte, die auch Wärme entwickeln können, wie zum Beispiel Fernseher, Computermonitore etc. sollten Sie immer so aufstellen, dass Ihre Lüftungsschlitze nicht verdeckt werden, damit die Wärme ungehindert abziehen kann. Ein Wärmestau kann im ungünstigsten Fall zu einer Selbstentzündung des Gerätes führen. Lassen Sie des Weiteren Elektrogeräte, wenn Sie sie gerade nicht benötigen, nicht längere Zeit im Standby-Modus. Das spart nicht nur Strom, sondern wirkt auch einer Überhitzung der Geräte entgegen. Geräte, die gar den Zweck verfolgen, eine größere Hitze zu entwickeln, wie Toaster oder Tischgrills, sollten Sie außerdem stets nur auf einer feuerfesten Unterlage, wie z.B. der Arbeitsplatte Ihrer Küche verwenden.
Viele Altbauten verfügen über ein erschreckend marodes Netz von Elektroleitungen. Hier kann es leicht zu Kabelbränden kommen. Das passiert besonders häufig dann, wenn zu viele Elektrogeräte den Strom aus einer Steckdose beziehen bzw. wenn esin Ihrer Wohnung zu wenige unabhängige Stromkreise gibt.
Quelle: PresseInfo des Bayerischen Landesfeuerwehrverbandes, http://www.lfv-bayern.de