Es ist eine der einfachsten Gesten unseres Alltags und doch eine der wirkungsvollsten: die Händehygiene. Zum Welttag der Händehygiene am 5. Mai erinnern die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitsamt daran, die Bedeutsamkeit sauberer Hände im privaten wie im beruflichen und medizinischen Umfeld nicht zu unterschätzen. Das Datum ist dabei kein Zufall: Der 5.5. symbolisiert die fünf Finger jeder unserer Hände.
„Vor dem Hintergrund globaler Infektionsketten und zunehmender Antibiotikaresistenzen ist gründliche Händehygiene nicht nur ein Gebot der Höflichkeit. Sie ist unser wichtigstes Werkzeug der Prävention. Da unsere Hände einer der häufigsten Übertragungswege für Krankheitserreger sind, entscheidet eine durchgeführte Händehygiene oft über unsere Gesundheit und die unserer Mitmenschen“, betont Dr. Anja Brilmayer, Leiterin des Gesundheitsamts der Kreisverwaltung.
Besonders im medizinischen Bereich spielt die Händedesinfektion eine zentrale Rolle. Hier ist sie kein bloßer Standard, sondern ein Lebensretter. Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte tragen die große Verantwortung, Infektionsketten direkt am Entstehungsort zu unterbrechen. Die sogenannten fünf Momente der Händedesinfektion nach WHO sind internationaler Standard und legen fest, wann eine Händedesinfektion erfolgen muss, um Erregerübertragungen zu minimieren.
Die WHO definiert demnach fünf Schlüsselmomente für die Händedesinfektion im medizinischen Bereich: vor dem Patientenkontakt, um den Patienten vor Umgebungskeimen zu schützen, sowie vor aseptischen Tätigkeiten wie dem Anlegen von Verbänden oder dem Umgang mit Kathetern. Nach Kontakt mit Körperflüssigkeiten oder kontaminierten Materialien ist die Händedesinfektion ebenso Pflicht – auch wenn Handschuhe getragen wurden. Gleiches gilt nach dem direkten Patientenkontakt und nach dem Kontakt mit der Patientenumgebung, etwa Bettgestell oder medizinischen Geräten. Diese fünf Momente gelten für alle im medizinischen Umfeld und sind eine der einfachsten, aber wirksamsten Methoden zur Verhütung von Infektionen.
Doch auch im privaten Umfeld lauern Gefahren: an Türklinken, Smartphones oder Haltegriffen in der Bahn. Die Faustregel für den Alltag ist simpel, aber effektiv. Gründliches Händewaschen ist unverzichtbar:
• nach dem Nachhausekommen,
• vor dem Essen oder der Zubereitung von Speisen,
• nach dem Toilettengang,
• sowie nach dem Kontakt mit Abfällen oder Tieren
• nach Kontakt mit Körperflüssigkeiten
Ein kurzes Abspülen reicht nicht aus. Erst wer seine Hände mindestens 20 bis 30 Sekunden lang gründlich mit Seife einreibt – und dabei auch die Fingerzwischenräume, die Handrücken und die Daumen nicht vergisst – gibt Krankheitserregern keine Chance. Dr. Brilmayer: „Indem wir uns diese wenigen Sekunden Zeit nehmen, schützen wir nicht nur uns selbst, sondern vor allem auch diejenigen, deren Immunsystem weniger widerstandsfähig ist.“