Sommerhitze im Griff: Alltagstipps für mehr Gesundheit und Wohlbefinden
Gesundheitsamt setzt auf Prävention und gibt praktische Tipps für Bürger im Landkreis Bad Kreuznach
Wenn Temperaturen steigen und Hitzewellen häufiger und intensiver auftreten, wächst damit die Belastung für unseren Körper. Die Region Bad Kreuznach gehört regelmäßig zu den Hitzehotspots in Deutschland. Besonders ältere Menschen, chronisch Erkrankte, Kinder und Schwangere sind gefährdet. Die Leiterin des Gesundheitsamtes der Kreisverwaltung Bad Kreuznach Dr. med. Anja Brilmayer betont vor diesem Hintergrund: "Hitze beeinträchtigt nicht nur den Komfort, sondern ist ein ernstzunehmender Gesundheitsfaktor. Mit kleinen Verhaltensänderungen kann jede und jeder Einzelne viel für die eigene Gesundheit tun."
1. Trinken - bevor der Durst kommt
Ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist der wichtigste Schutz vor hitzebedingten Kreislaufproblemen.
| - | Mindestens 1,5 bis 2 Liter täglich trinken, bei großer Hitze auch mehr - sofern keine ärztlichen Einschränkungen vorliegen. |
| - | Bevorzugt werden sollten Wasser, ungesüßte Tees und stark verdünnte Saftschorlen. |
| - | Alkohol und sehr zuckerreiche Getränke belasten den Kreislauf zusätzlich und sollten reduziert werden. |
| - | Tipp: Eine Trinkflasche sichtbar bereitstellen (Schreibtisch, Wohnzimmer, Handtasche), damit das Trinken nicht vergessen wird. |
| 2. Wohnung kühlen - Hitze aussperren | |
| Mit einfachen Mitteln lässt sich die Raumtemperatur deutlich abkühlen: | |
| Richtig lüften: | |
| - | Früh morgens und spät abends Stoßlüften. |
| - | Tagsüber Fenster möglichst geschlossen halten, insbesondere auf der Sonnenseite |
| - | Rollos, Jalousien oder Vorhänge tagsüber schließen. |
| - | Tipp: Helle Vorhänge reflektieren mehr Licht und heizen sich weniger auf. |
| Wärmequelle reduzieren: | |
| - | Elektrogeräte ausschalten, wenn sie nicht benötigt werden. |
| - | Backofen und Herd in den heißesten Stunden nicht nutzen. |
| 3. Körper entlasten - Kleidung und Bewegung anpassen | |
| Wer sich auf die Hitze einstellt, kann den Alltag deutlich besser bewältigen: | |
| - | Leichte, luftige Kleidung aus Naturfasern wie Baumwolle oder Leinen tragen. |
| - | Helle Farben bevorzugen, sie reflektieren Sonnenlicht. |
| - | Körperliche Anstrengungen, Sport oder schwere Arbeit in die kühleren Tageszeiten verlegen (früher Morgen, später Abend). |
| - | Bei unvermeidbarer Aktivität: Regelmäßige Pausen im Schatten. Ausreichend trinken. Kopfbedeckung und Sonnenschutz (mindestens Lichtschutzfaktor 30). |
| 4. Ernährung und Tagesrhythmus anpassen | |
| Auch die Ernährung kann helfen, die Hitze besser zu ertragen: | |
| - | Leichte Kost bevorzugen: Gemüse, Obst, Salate, leichte Eiweißquellen (z.B. Joghurt, Fisch, Hülsenfrüchte). |
| - | Mehrere kleine Mahlzeiten statt weniger größer und schwerer Mahlzeiten. |
| - | Salz nicht zu stark reduzieren, da der Körper über das Schwitzen auch Salze verliert - bei Unsicherheiten ärztlichen Rat einholen. |
| - | Nach Möglichkeit Mittagshitze meiden und ruhige Zeit einplanen: Ein kurzer Mittagsschlaf oder eine Ruhepause unterstützt die Regeneration. |
| 5. Aufeinander achten - besonders bei gefährdeten Personen | |
| Hitze betrifft uns alle - aber nicht alle gleichermaßen. Deshalb kann gegenseitige Unterstützung entscheidend sein: | |
| - | Ältere Nachbarn, alleinlebende Personen oder Menschen mit chronischen Erkrankungen gezielt ansprechen und unterstützen: Erfragen, ob ausreichend getrunken wird und ggf. Hilfe beim Einkaufen oder Lüften anbieten. |
| - | Kinder benötigen besondere Aufmerksamkeit. Niemals Kinder oder auch Tiere im Auto zurücklassen - auch nicht bei vermeintlich milden Temperaturen. Auf ausreichenden Sonnenschutz und Flüssigkeitszufuhr achten. |
| 6. Warnzeichen ernst nehmen | |
| Typische Warnsignale bei Überhitzung sind: | |
| - | Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit |
| - | Verwirrtheit, Konzentrationsstörungen |
| - | ungewöhnliche Müdigkeit oder Abgeschlagenheit |
| - | sehr trockene Haut, fehlender Schweiß trotz Hitze |
Bei solchen Symptomen gilt: Sofort kühlen, trinken, ruhen - und im Zweifel ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Im Notfall immer den Rettungsdienst über die 112 rufen.