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Domstadt - Heimat- und Bürgerzeitung für die Stadt Limburg
Ausgabe 30/2026
Stadt Limburg
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Erweiterte Stadtlinie Limburg: Deutliches Plus an Fahrgästen - Teil 2

Belohnt werden Stadtlinie, ÖPNV-Abteilung der Stadtverwaltung sowie das beauftragte Busunternehmen Limbus mit der Entwicklung der Fahrgastzahlen. Nach Einschätzung des Betriebsleiters der Stadtlinie bestätigen sie den eingeschlagenen Weg. Aufgrund des kürzlich installierten Fahrgastzählsystems können die genauen Zahlen nun täglich abgerufen werden, in der Vergangenheit gab es „Zähltage“, an denen die Fahrgäste manuell erfasst wurden.

Insgesamt liegen die Fahrgastzahlen über den ursprünglichen Erwartungen. Bei der Erfassung zeigt sich auch, dass auch die Fahrgastzahlen in der Kernstadt zugenommen haben. An einem Referenztag im Mai 2024 waren 2600 Fahrgäste erfasst worden, in diesem Jahr waren es 4312 Fahrgäste. Die Linie 1 ist mit 19.371 Fahrgästen (Zahlen von Mai 2026) die am stärksten genutzte Linie, auf dem zweiten Platz folgt die Linie 3 (ebenfalls in der Kernstadt unterwegs) mit 16.310 Fahrgästen. Doch dann reihen sich die neuen Linien 25 (Offheim) mit 12.261, die Linien 21/22 (Eschhofen/Lindenholzhausen über das ICE-Gebiet) mit 12.001 und die Linie 20 (Linter) mit 11.867 Fahrgästen ein.

Das neue Angebot wird in den Stadtteilen unterschiedlich stark angenommen, das zeigt vor allem ein Vergleich mit den Fahrgastzahlen aus dem Jahr 2023. Da war die Stadtlinie in den Stadtteilen noch nicht unterwegs, jedoch die Regionalbuslinien. Von diesen stammen die Zahlen für 2023 und sie tragen natürlich auch zum Ergebnis in 2026 bei. In Staffel sind 2026 447 Fahrgäste gezählt worden, in 2023 waren es 160; in Offheim 488/279, in Eschhofen 440/171, in Lindenholzhausen 349/258, in Linter 307/247 sowie in Dietkirchen 229/218. Nur in Ahlbach ist in 2026 die Zahl der Fahrgäste geringer als in 2023: 176/183. Damit haben sich die Fahrgastzahlen von 1516 auf 2998 fast verdoppelt.

„Ein gutes Nahverkehrsangebot ist kein starres System. Es lebt davon, dass wir Erfahrungen aus dem Alltag aufnehmen und unser Angebot kontinuierlich verbessern. Genau diesen Weg werden wir auch künftig gemeinsam mit unseren Fahrgästen gehen“, so Stanke. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Entwicklung sieht er da noch Entwicklungspotential.

Ganz klar: Nach einem Jahr fällt die Bilanz positiv aus: Die erweiterte Stadtlinie hat sich als wichtiger Baustein einer zeitgemäßen Mobilität in Limburg etabliert. Die Erfahrungen aus dem ersten Betriebsjahr bilden zugleich die Grundlage dafür, das Angebot Schritt für Schritt weiter zu optimieren und noch besser an die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger anzupassen. Ziel ist es, innerhalb der kommenden fünf Jahre eine durchschnittliche Auslastung der Busse von 60 bis 70 Prozent zu erreichen.

Je mehr Fahrgäste die Stadtlinie nutzen, desto größer die Entlastung für die Innenstadt durch den motorisierten Individualverkehr und die damit einher gehenden Belastungen. Und je besser die Stadtlinie angenommen wird, desto besser lassen sich auch die damit verbundenen Ausgaben rechtfertigen. „Die Stadtlinie ist eine freiwillige Leistung der Stadt Limburg. Kommunen dieser Größenordnung sind gesetzlich nicht zur Bereitstellung eines eigenen ÖPNV-Angebots verpflichtet. Mit der Erweiterung stärkt die Stadt jedoch bewusst die Mobilität vor Ort“, verdeutlicht Bürgermeister Dr. Marius Hahn als Finanzdezernent der Stadt.

Die Erweiterung der Stadtlinie verursacht über einen Zeitraum von zehn Jahren Kosten in Höhe von rund 54 Millionen Euro. Finanziert wird das Angebot aus Gewinnen der EVL, Fahrgeldeinnahmen sowie Zuschüssen der Stadt. Die Entscheidung für diese Finanzierung wurde von einer breiten Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung getragen.