Ökumenisch besetzte Choralschola: v.l.n.r.: Helmut Passler, Alfred Runkler, Dr. Eberhard Dielmann, Frank Sittel, Michael Kowalsky, Klaus Kowalsky und Klaus Kremer (es fehlen: Dominik Angermaier und Stefan Bohlmann).
Heutzutage gelingt es scheinbar selten, die unterschiedlichen, durchaus legitimen Perspektiven verschiedener Menschen wirklich aufeinander wirken zu lassen. Seit der Zeit der Pandemie ist das Gegeneinander-Sprechen zu einem Reflex geworden, der aus irgendeinem Grund oft näherzuliegen scheint als das Miteinander-Sprechen.
Wir alle kennen das aus den Parlamenten, Talkshows, im familiären Umfeld, im Berufs- und Vereinsleben, aber auch in den Kirchen und christlichen Gemeinschaften. Konservative wie Progressive beispielsweise finden selten zueinander.
Mit der demokratischen Kultur in Deutschland, aber nicht nur dort, geht es bergab. Ein Austausch, der voranbringen könnte, funktioniert nur dann, wenn wir einander zuhören und den anderen verstehen wollen. Dafür braucht es Zeit.
Zeit während der Tage des Kreuzfestes in Limburg nahmen sich die Herren des Collegium Cantorum Selciensis und der Schola Choralis Schwickershausen unter der Leitung von Frank Sittel - ihre Mitglieder gehören verschiedenen Konfessionen an - nach der würdigen musikalischen Gestaltung der Eucharistiefeier in einer Taunusgemeinde - wie so oft - bei einem Glas Wein aus erlesenen Reben für ein gutes Gespräch unter Vokalisten verschiedener Konfessionen, die einander gerne zuhören.