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Domstadt - Heimat- und Bürgerzeitung für die Stadt Limburg
Ausgabe 41/2026
Stadt Limburg
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Von der Schönheit der Liturgie

Spieltisch der großen Orgel in der Limburger Pallottinerkirche.

Zu einem „Emporen-Gespräch“ hatte kürzlich Frank Sittel, Organist an der Limburger Pallottinerkirche, in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft Tavola d’arte Limburg in die Klosterkirche an der Wiesbadener Straße eingeladen. Es war das zweite Gespräch dieser Art. Michael Troost, ehemals Organist der Pfarrei „St. Marien“ Limburg, referierte seinerzeit über Aufführung und Gestaltung von Orgelmusiken aus verschiedenen Epochen.

„Die Liturgie der katholischen Kirche“, so Sittel, „solle geistliche Gegenwart sinnlich erfahrbar machen. Orte, an denen die göttliche Gegenwart erfahrbar sein solle, müssten eine besondere Ästhetik aufweisen. Inzwischen allerdings hätten Schönheit und Stil vielfach dort ihre Bedeutung verloren, wo sie ihre eigentliche Heimat haben. Die Folgen für Architektur, Kunst und Musik seien sicht- und hörbar. Der Verlust der Schönheit sei auch eine Flucht in den Kitsch, in das Billige und Banale.“

Die "Missa beuronensis" für Orgel und gregorianischen Choral (Orgelmesse) aus der Feder des französischen Organisten und Komponisten Professor Daniel Roth (*1942) war Thema der Teilnehmer. Auf besondere Beispiele von "Orgelmessen" in Verbindung mit Gregorianik während der Heiligen Liturgie (Eucharistiefeier) machte Sittel aufmerksam. Sie seien u. a. bei Girolamo Frescobaldi (1583-1643) und Johann Sebastian Bach (1685-1750) zu finden. Höchst bemerkenswert sei, dass Daniel Roth aus Paris mit seinem Werk diese Tradition in zeitgenössischer Form unter Berücksichtigung der Feier der Heiligen Liturgie seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil wieder ins Bewusstsein bringt.

Als Ausklang spielte Frank Sittel Praeludium F-Dur von Max Reger (1873-1916).