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Domstadt - Heimat- und Bürgerzeitung für die Stadt Limburg
Ausgabe 50/2025
Stadt Limburg
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Mitteilung des Hessischen Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz - Teil 1

Prof. Dr. Roman Poseck und Polizeipräsident Felix Paschek übergaben das Kompass-Siegel an Dr. Marius Hahn.

Roman Poseck hat Limburg für die Umsetzung eines umfassenden Maßnahmenpakets zur Verbesserung des Sicherheitsgefühls der Bürger als 51. hessische Kommune mit dem KOMPASS-Sicherheitssiegel ausgezeichnet. Im September 2018 war die Stadt der kommunalen Sicherheitsinitiative des hessischen Innenministeriums beigetreten, um mit Unterstützung der hessischen Polizei Präventionsmaßnahmen zu entwickeln.

Innenminister Roman Poseck lobte die Stadt anlässlich der Siegelverleihung für ihr Engagement in Sachen Sicherheit: „Limburg ist sicherer geworden. So ist die Zahl der Straftaten in Limburg im vergangenen Jahr um knapp 13 Prozent auf rund 2.980 Delikte zurückgegangen, die Kriminalitätsbelastung ist also deutlich gesunken. Dieser Rückgang liegt auch erheblich über dem landesweiten Rückgang der Straftaten um 2,3 Prozent. Das geht auch auf die besonders gute Arbeit der Polizei in Limburg zurück: Die Aufklärungsquote liegt mit 63,4 Prozent 1,5 Prozent über dem bereits guten Landesschnitt - fast zwei von drei Straftaten werden in der Stadt an der Lahn aufgeklärt.

Die Verantwortlichen der Stadt haben aber auch die Initiative ergriffen und in ihrer Zuständigkeit zahlreiche Dinge angestoßen, die insbesondere das Sicherheitsgefühl der Bürger Limburgs weiter stärken. Denn Sicherheit lässt sich nicht nur anhand der Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik messen, sondern es geht auch um das subjektive Sicherheitsgefühl, also das Empfinden der Menschen. Die objektive Sicherheitslage und das subjektive Sicherheitsgefühl können auseinanderfallen. Deshalb müssen Maßnahmen für mehr Sicherheit beide Komponenten in den Blick nehmen.

Als örtliche Schwerpunkte für Handlungsbedarf in Sachen Unsicherheitsgefühl wurden in einer Bürgerbefragung der Bahnhof, der Bahnhofsvorplatz sowie die Kernstadt mit dem erweiterten Bahnhofsbereich genannt. Die Analyse der Sicherheitsbedarfe ergab auch, dass sich die Menschen mehr Präsenz von Sicherheitskräften und einen Ausbau der Videoschutzanlagen im gesamten Bahnhofsbereich und im Tal ‚Josaphat‘ wünschten.

In den vergangenen sieben Jahren hat die Stadt Hand in Hand mit der Polizei und unter enger Einbindung der Bürger daran gearbeitet, das Sicherheitsgefühl in Limburg zu verbessern.

Zur Weiterentwicklung der Präventionsarbeit wurde zum Beispiel zunächst die Präventionskommission des Landkreises Limburg-Weilburg neu aufgestellt; Arbeitsgruppen entsprechend der Problemlagen wurden gegründet. Im Bereich der städtebaulichen Kriminalprävention gab es passgenaue Neuerungen: So sind defekte Leuchtmittel im Bereich der Kernstadt ausgetauscht worden, der Grünschnittplan der Stadt für mehr Sichtachsen und das Abfallmanagement für mehr Sauberkeit wurden weiterentwickelt. Zur Erhöhung des Sicherheitsgefühls der Besucher öffentlicher Veranstaltungen hat die Stadt zum Beispiel im April 2024 im Bereich des Neumarkts neue Poller als Zufahrtsschutz und im Frühjahr 2025 eine Zufahrtsschutzanlage in der unteren Bahnhofstraße in Betrieb genommen.“

„Für mehr sichtbare Präsenz von Sicherheitskräften wurde das Personal der Stadtpolizei aufgestockt. Dank der rund 20 Mitarbeiter und neuer Streifenwagen ist die Stadtpolizei an den meisten Tagen durchgängig von morgens bis spät in die Nacht im Einsatz. Im Frühjahr 2024 wurde zudem ein ‚Feldschütze‘ eingeführt, der insbesondere in den Außenbezirken als Ansprechpartner für Bürger unterwegs ist und ordnungsrechtliche Kontrollen durchführt. Der Verkehrssicherheit zugute kam die Anschaffung eines Enforcement-Trailers und jüngst eines weiteren speziell ausgerüsteten Fahrzeugs für Geschwindigkeitskontrollen.

Um die Zivilcourage zu stärken, hat die Stadt vor einem Jahr das Programm ‚Gewalt-Sehen-Helfen‘ eingeführt. Mit ihm wird vermittelt, wie man gewaltgeneigte Situation frühzeitig erkennen und entsprechend helfen kann; ein erstes Seminar fand im Mai 2025 statt. Weitere Präventionsformate und -maßnahmen, die es in Limburg gibt, sind Fahrradcodieraktionen, das Konzept ‚Bürger warnen Bürger‘ gegen Betrugsmaschen und eine aufsuchende Öffentlichkeitsarbeit, um das Anzeigeverhalten zu erhöhen und entsprechend zu sensibilisieren. Im Bereich der Jugendarbeit wurden unter anderem zwei Streetworker eingestellt, mit der Caritas ein Kooperationsvertrag zur Ausweitung der sozialen Arbeit abgeschlossen und ein Jugendparlament gegründet.