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"tip" Heidenroder Nachrichten
Ausgabe 16/2020
Mitteilungen aus dem Rathaus
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Heidenrod bietet sich eine einmalige Chance zur Ansiedlung eines großen Gewerbebetriebes

Dutzende Arbeitsplätze können entstehen

Seit Jahren bemüht sich die Gemeinde Heidenrod um die Ansiedlung weiteren Gewerbes in unserer Gemeinde.

Die letzten für unsere Verhältnisse großen Ansiedlungen waren neben unserem Windpark in 2014 die Fa. Kopp 2004 und der REWE Markt in Kemel 2012.

Beide Unternehmen sind mittlerweile fest in unserer Gemeinde verankert und leisten einen erheblichen Anteil zu unserer Wirtschaftskraft und Standortattraktivität.

Weitere Bemühungen Gewerbe anzusiedeln, sind in der zurückliegenden Zeit oft an zu hohen Erschließungskosten und einer sehr kleinteiligen Nachfrage gescheitert.

Im Spätsommer ist die Hessen Trade & Invest GmbH (HTAI), eine Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft des Landes Hessen, mit einer Standortanfrage für einen ausländischen Holz verarbeitenden Betrieb an Kommunen im Lande herangetreten.

Im Gegensatz zu den üblichen Anfragen von Unternehmen, die eine Nähe zur Autobahn bzw. Flughafen voraussetzen und meist im Dienstleistungsgewerbe angesiedelt waren, scheint dieses Projekt insbesondere für unsere Gemeinde zu passen.

Anlass genug für Bürgermeister Diefenbach, sich intensiv um diese Anfrage zu kümmern und ein werbendes Exposé für unsere Gemeinde zu präsentieren.

Die betreffende Unternehmung, ein mittelständiger Familienbetrieb aus Frankreichs, zeigte neben anderen Standortvorschlägen aus Hessen auf Anhieb großes Interesse an Heidenrod.

In einem gemeinsamen Auswahlverfahren des HTAI und der Business France, einer Wirtschaftsförderungsorganisation der französischen Botschaft, kam Heidenrod aus den deutschlandweiten Bewerbungen in die engere Auswahl. Erste Termine vor Ort ließen nicht lange auf sich warten.

Nach mehreren direkten Kontakten und zwei Besuchen der Firmenvertreter mit den o.g. unterstützenden Organisationen, war Heidenrod zunächst unter den letzten sechs favorisierten Standorten in Deutschland mit im Rennen.

Mittlerweile hat der französische Familienbetrieb Heidenrod als Standort ausgewählt und führt mit uns exklusiv Gespräche, um Frage bezüglich eines möglichen Genehmigungsverfahrens zu klären.

Es handelt sich um die Firma Carbonex mit Standort in Gyé sur Seine, eine Ortschaft mitten in der Champagne. Der Betrieb stellt derzeit in einem patentierten Verfahren Holzkohle aus nachhaltig zertifizierten Quellen her. Die bei der Produktion anfallenden Nebenprodukte, werden umweltfreundlich in einem thermischen Prozess in Strom und Wärme umgewandelt und lassen eine vollständig emissionsfreie Herstellung der Holzkohle zu. Eine solche nach dem neuesten Stand der Technik konzipierte Anlage soll nun auch in Deutschland entstehen.

Hierzu wird ein Areal von 17 - 20 Hektar benötigt, mit guter Verkehrsanbindung und einer Möglichkeit den nebenbei produzierten Strom abzuführen.

Zusätzlich muss die jährliche Versorgung mit 150.000 Festmetern schwachem Laubholz aus der Region sicher gestellt sein.

Nahezu alternativlos ist der vorgeschlagen Standort im Wald gegenüber dem Hupperter Sportplatz.

Der vorgeschlagene Standort bietet folgende Vorteile:

  • verkehrsgünstig direkt an der Landstraße, nahe der Abzweigung von der B260 mit Einfädelspur und ohne jede Ortsdurchfahrt;
  • es liegt dort ein Leerrohr zum Umspannwerk nach Eisighofen, so dass die 3,3 MW Strom aus regenerativen Quellen abgeführt werden können,
  • die Fläche ist von keinem Ortsteil einsehbar und kann zur Landesstraße leicht abgeschirmt werden;
  • das Areal ist im Gemeindebesitz und damit zeitnah verfügbar;
  • der betroffene Wald ist noch jung, eine Aufforstung von 1994 nach Sturmwurf, und Fichten dominiert, so das keine naturschutzfachlichen Restriktionen zu erwarten sind und die Fläche größtenteils durch Ersatzaufforstungen ausgeglichen werden kann.

Dabei ist anzumerken, dass lt. Beschluss der Gemeindevertretung bereits ein Aufstellungsbeschluss für eine Gewerbefläche zwischen der B260 und der Straße nach Huppert besteht, womit der politische Wille ein gleich großes Gebiet im Wald mit allen verbundenen Konsequenzen auszuweisen. Diese liegt nur wenige hundert Meter südlich des vorgeschlagenen Areals. Sie umfasste eine Größe von nahezu 18 ha und liegt ebenfalls im Wald. Leider war wegen geringem Interesse des heimischen Gewerbes eine wirtschaftliche Umsetzung bisher nicht möglich.

Allerdings ist diese Fläche für das in Rede stehende Projekt landschaftlich zu exponiert und auf Grund der Hanglage nicht sonderlich für einen solchen Produktionsbetrieb geeignet.

Folgende positive Aspekte könnten für unsere Gemeinde zu Buche schlagen:

  • es wird eine seriöse und erfolgreiche Unternehmung angesiedelt was zu Einnahmen und Wirtschaftskraft führen wird;
  • es entstehen in einem nicht geringen Umfang Arbeitsplätze direkt vor Ort - gerade in der aktuellen Situation eine heilsame Botschaft;
  • es entsteht die dauerhafte Option einer zukunftsträchtigen Holzvermarktung mit kurzen Transportwegen, die aufgrund des von Carbonex gesuchten, schwachen Laubholzes eine aktive Waldpflege ermöglicht und eine Verwertung von bisher schwer vermarktbaren Sortimenten möglich macht,
  • durch den Verkauf der Fläche entstehen erhebliche Einnahmen, die die Anschubfinanzierung, des Baugebiets „Kemel Süd“ sicherstellen können,
  • das angewandte patentierte Herstellungsverfahren mit einer Stromerzeugung aus regenerativen Quellen passt zu unserem Heidenroder Leitbild als Klimaschutz und Energiegemeinde und ist ein weiterer Baustein in diesem Segment;
  • die Herstellung zertifizierter Holzkohle aus sicheren Quellen, mit dem FSC Mix Label, unterstützt unsere Bemühungen als FSC zertifizierter Forstbetrieb zu einer naturnahen und sozialen Waldwirtschaft. Unser FSC-Siegel für unseren Gemeindeforst zahlt sich aus.

Ein Besuch des Bürgermeisters mit einer kleinen Delegation in Frankreich bei Carbonex hat gezeigt, dass der Betrieb von seiner Gestalt, Größe und Wirkung sehr gut mit dem Areal der Firma Kopp in Kemel vergleichbar ist, so dass die Heidenroder eine Anschauung und Vorstellung haben.

Sollte die Gemeindevertretung der Einleitung eines Genehmigungsverfahrens zustimmen, was durchaus anzunehmen ist, da nach Vorabinformationen alle Fraktionen Zustimmung signalisiert haben, wird ein langes Prüfverfahren beginnen.

Dabei werden alle Aspekte und Belange des Immissionsschutzes (Lärm, Abluft,...), der Verkehrsbelastung, des Naturschutzes, der Land- und Forstwirtschaft, der Regionalentwicklung und vieles mehr beleuchtet und gutachtlich geprüft, so wie es in Deutschland üblich ist.

Wir werden Sie intensiv weiter auf dem laufenden halten und später in aller Öffentlichkeit und Transparenz in das Verfahren einbinden, soweit Carbonex denn die finale Entscheidung für Heidenrod trifft.