Kerbevadder Christoph Müller beim Verlesen des Kerbespruches.
Die Ehrengäste um Bürgermeister Volker Diefenbach und Ortsvorsteher aus Laufenselden Tim Engelhardt (selbst Kerbebursch), werden im festlich geschmückten Hof des Rathauses von den Kerbemädchen abgeholt.
Kerbevadder Christoph Müller und Fahnenträger Janek Feulner schwenken die Kerbefahnen unter der mächtigen Eierkrone in der Bornbachhalle.
Die Kerbegesellschaft 2026 beim Umzug am Feuerwehrgerätehaus.
Die Kerbegesellschaft beim traditionellen Umrunden des Fahlerplatzes in Rettert.
Eine große Besucherzahl konnte bei dem Freibierausschank und einem Platzkonzert des Musikzuges der Freiwilligen Feuerwehr Laufenselden am Feuerwehrgerätehaus am Samstag, den 8. August den Beginn der Fahlerkerb 2026 miterleben.
Im Anschluss an den ersten Kerbeumzug, dem viele durch den bunt geschmückten Ort folgten, ging es am Abend in der Bornbachhalle hoch her. Auf Stühlen und Tischen wurde geschunkelt, geklatscht und die alten und neuen Kerbelieder gesungen. Einige sollen den nächtlichen Umzug zur Heimbegleitung nicht mehr „erlebt“ haben.
Am Sonntag hieß es dann: Auf nach Rettert! Nachdem die Kerbemädchen erstmals in ihren schicken weißen Kerbekleidern am Kerbehaus Claudia und Michael Zimmermann abgeholt wurden und die 8 Kerbepaare mit Kerbevadder Christoph Müller und Fahnenträger Janek Feulner an der Spitze musikalisch geleitet vom Musikzug am Rathaus ankamen, wurden sie dort schon von den „Offiziellen“, mit Bürgermeister Volker Diefenbach, und einer stattlichen Zahl von Ehrengästen, erwartet.
Nach Salutschüssen der Kerbeburschen setzte sich der Zug dann in Bewegung. Bereits zum siebten Mal machte der Zug am Friedhof halt. Drei Ehrensalven und eine Gedenkminute als Ehrerbietung für die verstorbenen Fahlerkerbeidealisten verbreitete tiefe Gerührtheit. Besonders als eine Abordnung des Musikzuges der Freiwilligen Feuerwehr Laufenselden zu Ehren der Verstorbenen ein Lied auf ihren Instrumenten anstimmten, wurden Tränen der Gerührtheit vergossen.
Durch den Ort bis hin zum „Holzhäuser Weg“ sammelten sich Tausende Menschen, um die Kerbegesellschaft auf dem Weg nach Rettert zu begleiten. Trotz der sommerlichen Temperaturen ließen sich die Laufenseldener nicht davon abhalten den fünf Kilometer langen Weg auf sich zu nehmen, um die alten Rechte zu wahren. An der „Kreuzstraße“ wurde kurz Rast gemacht, der Tanz der Kerbemädchen mit den Ehrengästen, Salut und Weitermarsch zum „Rother Hof“. Dort wurden die von den Kerbeburschen mitgeführten Gewehre in Sicherheitsverwahrung gegeben.
Auf dem „Fahler“ in Rettert erwartete dann die Zugteilnehmer, die Retterter, sowie per Auto aus Laafeselle und umliegenden Ortschaften Angereiste, Bratwurst und Getränke vom Männergesangverein aus Laufenselden im Sinne des historisch zugestandenen Rechts der Kerbeausrichtung. Zur Wahrung der überlieferten Rechte wurden dann die Grenzen des „Fahlerplatzes“ unter den Klängen des Kerbemarsches von Würdenträgern und der Kerbegesellschaft dreimal umschritten. Anders als noch in früher Vergangenheit begrüßten der Ortsbürgermeister Heiko Heymann und der Kerbevadder aus Rettert Jan-Erik Graßmann die Gästeschar, Bürgermeister Volker Diefenbach bedankte sich für die Gastfreundschaft und Kerbevadder Christoph Müller verlas nach einem eindrücklichen und denkwürdigen Grußwort den überlieferten Kerbespruch.
Die Retterter luden die riesige Gästeschar nach alter Tradition zu Kaffee und Kuchen ein. Es gab auf dem Kerbeplatz einen digitalen Wegweiser mit QR-Code, der die Laufenseldenern per „Google Maps“ zu den Häusern führte, in denen Kaffee und Kuchen angeboten wurde.
Um 17:00 Uhr (vor Sonnenuntergang muss der Kerbeplatz verlassen sein) erfolgte der Rückmarsch. Am Rother Hof wurden die dort in Verwahrung gegebenen Gewehre in Empfang genommen und der Kerbevadder und der Bürgermeister tanzten dort traditionell mit der Hof-frau einen Walzer zu den Klängen des Laufenseldener Musikzuges. Nach der Ankunft in Laufenselden wurde am Abend in der Bornbachhalle noch einmal ausgiebig gefeiert.
Am Montag wurden die Laufenseldener und ihre Gäste mit dem obligatorischen Umzug zum Kerbebesuch in der Bornbachhalle abgeholt. An jedem der 10 Kerbebäume tanzten die Kerbepaare. In der Bornbachhalle wurde dann bis in die frühen Morgenstunden ausgedehnt gefeiert, bis nach alter Sitte die Gäste mit einem nächtlichen Umzug nach Hause begleitet wurden.
Am kommenden Wochenende geht’s weiter: Am Samstag ist wieder Tanz in der Bornbachhalle, am Sonntagnachmittag wird auf dem Kerbeplatz im Wald und abends in der Bornbachhalle gefeiert.
Am Montag werden in Laufenselden musikalische Ständchen gebracht, um dann abends in der Bornbachhalle die Taufe der Neubürger vorzunehmen.
Am Dienstag heißt es dann langsam Abschied nehmen von der Fahlerkerb 2026. Ab dem frühen Morgen werden Eier gesammelt, die dann in der Bornbachhalle mit Gurkensalat verzehrt werden. Es folgt dann die Übergabe von Kerbehut und Kerbetuch an besonders verdiente Kerbeteilnehmer, bis letztendlich die Kerb begraben wird.