„In einem Garten ging die Welt verloren, in einem Garten ward die Welt erlöst.“ (Blaise Pascal)
In einem Garten, dem Paradiesgarten, da hat es begonnen - das Leben des Menschen. Und des Menschen Aufgabe ist die Hege und Pflege dieses Gartens. Und er lebt in Gemeinschaft mit Gott, dem Schöpfer. Doch dann überschreitet der Mensch eine Grenze, will sein wie Gott. So wird es uns ganz am Anfang der Bibel erzählt. Worte, die von falschen Versprechungen, von Lug und Trug, von der Scham des Menschen, sich eine Blöße zu geben, und von den Konsequenzen all dessen erzählen. Trennung ist die Konsequenz. Der Mensch, Adam und Eva, muss den paradiesischen Garten verlassen, sein Leben wird fortan Mühsal und Arbeit beinhalten. In dieser alten Erzählung wird das menschliche Leben erzählt, wie es erfahren, wie es gelebt wird, gelebt werden muss.
Der Evangelist Johannes erzählt uns dann von einem anderen Garten, einem Friedhofsgarten, malt uns vor 2000 Jahren mit seinen Worten ebenfalls ein Bild vor Augen: Maria Magdalena geht am dritten Tag nach dem Tod von Jesus zu seinem Grab und findet es leer. Sie weint, will ihn suchen, dreht sich um, sieht Jesus stehen, weiß nicht, dass er es ist, sondern meint, es sei der Gärtner. Erst als Jesus sie mit Namen anspricht, erkennt sie ihn und spricht auch ihn an: „Rabbuni, Meister!“. So wie einst im Paradiesgarten, so begegnen sie sich hier wieder: Gott und Mensch. Der Auferstandene und die Weinende. Und sie erkennen einander. Der Erste der neuen Schöpfung und der Mensch der alten Schöpfung. Gott und Mensch. An diesem ersten Ostermorgen findet das Getrennte wieder zusammen. Weil Gott es will. Mit der Auferstehung Jesu verliert der trennende Tod seine Macht. Gott selbst wendet das Blatt und schlägt ein neues Kapitel auf. Gott schenkt uns mit der Auferstehung seines Sohnes am Ende unseres Lebens einen Neuanfang. Und das kann und soll unser Leben tragen. „In einem Garten ging die Welt verloren, in einem Garten ward die Welt erlöst.“
Ihnen allen: Gesegnete Ostern!