Titel Logo
Hünstetter Nachrichten - Mitteilungsblatt für die Gemeinde Hünstetten
Ausgabe 17/2024
Hauptthemen
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe
-

Der Feld- und Flur-Knigge

Zu Gast bei Hofe

Der tut doch nichts?

Bitte respektieren Sie den Lebensraum der Wildtiere.

Manche Vögel, Hasen und Rehe ziehen ihre Jungen am Boden auf. Auch auf einige Entfernung betrachten sie Mensch und Hund als Bedrohung. Sie geraten in Panik.

Von Anfang April bis zum 15. Juli gehören Hunde an die Leine. Die Brut- und Setzzeit hat begonnen. Streunende Hunde stören die Wildtiere bei der Aufzucht des Nachwuchses und können abgelegten Laich schädigen.

Der tut doch nichts! Das wissen Sie und Ihre Familie, die Wildtiere wissen es nicht. Für Wildtiere sind Menschen und Hunde Feinde, vor denen sie sich besser in Acht nehmen und flüchten. In der Brutzeit verlassen die Wildvögel voller Panik ihre Nester, Hasen und Rehe ihre Jungtiere und Kitze. Für Alle ist das gefährlich: Eier werden die Beute von Nesträubern, aufgescheuchte Rehe geraten unter ein Auto und die Jungtiere verlieren mit der Mutter die Nahrungsquelle, verhungern oder werden auch mal Opfer des ein oder anderen mit gesundem Jagdtrieb ausgestatteten Hundes.

Und bitte: Denken Sie an die Hinterlassenschaften Ihres Hundes. Hundekot verschmutzt das Futter für die Tiere.

Hundekot auf den Feldern, auf den Wiesen oder an den Feldrändern stinkt den Landwirten gewaltig, und das hat seinen Grund. Der Hundekot verschmutzt das Futter für die Tiere. Mist, Jauche und Gülle sind "aufbereitete Dünger" in der Landwirtschaft - Hundekot gehört dagegen nicht in Futter und Lebensmittel. Der Plastikbeutel an der Hundeleine oder in der Tasche lässt das Problem verschwinden und der nächste Abfalleimer findet sich. Im Feld geht es um mehr als eine verschmutzte Schuhsohle: es geht um die Nahrung der Tiere.

Ohne Zaun … klaun?

Bitte ernten Sie kein Obst oder andere Feldfrüchte.

Sie gehören Ihnen nicht. Sie bedeuten den Lohn für die Arbeit der Landwirte und Gärtner.

Die Streuobstwiesen sind verlockend: dort wachsen rote Kirschen, schwarze Johannisbeeren, lila Pflaumen und grüngoldene Äpfel. Auch auf den Feldern wecken die verschiedensten Gemüsesorten die Lust auf eine "eigene Ernte". Irgendwie gehört aber Alles irgendwem: Den Landwirten, die die Felder anlegen und sich von der Saat bis zur Ernte um ihr Gemüse kümmern. Den Obstanbauern, die ihre Bäume und Sträucher hegen und pflegen. Den Gärtnern, die ihre Flächen über viele Jahre betreuen. Und sie Alle leben von den Erlösen. Einen Apfel für den kleinen Hunger: Daraus wird Ihnen niemand einen "Strick drehen", anders sieht es natürlich bei größeren Mengen aus.

Ab durch die Mitte ...

Bitte bleiben Sie auf den Wegen. Das Futter auf den Wiesen wird beim Zertreten verschmutzt und kann schlecht gemäht werden. Auf den Feldern wachsen wertvolle Lebensmittel. Sie sind die Grundlage für Ihre tägliche Nahrung.

Wiesen sind - in Parks oder eigens dafür angelegt - der perfekte Platz zum Toben und Spielen auch für den vierbeinigen Hausgenossen. Die Wiesen "draußen" in Feld und Flur haben eine andere Funktion. Sie sind Nahrung für viele große und kleine wildlebende Tiere: vom seltenen Schmetterling bis zum Hasen oder den Bewohnern der Wälder. Auch die Tiere der Landwirte leben vom Wiesen-Heu: Kühe ebenso wie Schafe und Pferde. Natürlich macht es Spaß, eine Wiese zu durchwandern und zu schauen, was überall grünt und blüht. Die Feldblumen als „Mitbringsel“ machen sich sicher gut in der Vase zu Hause. Bedenken Sie aber bitte: eine zertretene Wiese kann nicht gut gemäht werden.

Gräser und Halme liegen flach auf dem Boden, die Mähmaschine nimmt sie nicht auf.

Bitte werfen Sie keine "Beute" in Wiesen und Felder. Nicht zurück gebrachte Stöckchen oder Steine zerstören die landwirtschaftlichen Geräte.

Der Spaziergang mit dem Hund macht Allen Freude: Ihnen gleichermaßen wie dem Vierbeiner. Und noch mehr Spaß macht die Jagd auf Beute … auf ein Stöckchen oder ein Steinchen. Irgendwann verliert selbst der engagierteste "Jäger" jedoch die Lust oder hat andere Interessen. Die auf Wiesen und Felder geworfenen Stöcke und Steine erschweren den Erntevorgang ganz erheblich. Sie führen zu Schäden an den hochwertigen Maschinen und verbiegen die sensiblen Messer oder blockieren die Mähwerke. Statt Stock und Stein bringt das Apportieren eines Futtersäckchens auf den Wegen bestimmt ebenso große Freude, zumal das Leckerli als Belohnung gleich "mitgeliefert" wird.

Glück und Glas … Reiche Ernte?

Scherben bringen kein Glück. Weggeworfene Flaschen oder Müll geraten ins Futter der Tiere. Innere Verletzungen können den Tod bringen. Bitte entsorgen Sie Ihren Müll nicht auf den Wiesen und Feldern. Hier wachsen Lebensmittel und Futter für die Tiere. Die Landmaschinen sind zum Säen und Mähen ausgestattet, das Schreddern von Metalldosen, Glas oder Plastik zerstört die teuren Maschinen.

Bestimmt kennen Sie das alte Sprichwort "Glück und Glas … wie leicht bricht das?"

In Feld und Wiese geworfene Flaschen zerbersten und geraten bei der Ernte und beim Mähen leicht in Korn, Heu und Stroh.

Die winzigen Glassplitter gelangen ins Futter und können leicht zu inneren Verletzungen führen. Glas "fängt" die Sonne. Wenn es besonders heiß ist, wirkt die weggeworfene Flasche oder deren Scherben wie eine Lupe und bündelt die Wärme und das Licht. Schnell springt dann der buchstäbliche Funke über. Auf den Feldern wachsen Nahrungsmittel für Sie. Auch das Futter für die Tiere, die Ihnen Milch, Käse oder Wurst liefern oder auf deren Rücken Sie das Glück der Erde erleben dürfen, kommt von den Feldern. Die Erntemaschinen sind mit der Zeit gegangen und heute hochtechnisiert und spezialisiert. Sie ernten Kartoffeln, trennen Getreide schon in der Maschine in Korn und Stroh, sie säen, mähen und verarbeiten direkt vor Ort. Aber für die Entsorgung von Wohlstandsmüll sind sie nicht gebaut. Plastik, Glas, Metall, und Verpackungen verhaken sich und zerstören wichtige Teile.

Wege-Recht: Wer fährt vor

Bitte gewähren Sie dem landwirtschaftlichen Verkehr Vorrang. Der Landwirt produziert auch für Sie. Er muss die schönen Tage nutzen, um gute Qualität zu erzielen.

Heute haben viele Wege viele Funktionen. Sie sind auch Feldwege für die Landwirte und führen zu deren Arbeitsplätzen auf den Feldern. Die sind oft lehmig und nass und die dicken Reifen der Traktoren oder landwirtschaftlichen Maschinen nehmen die Erde der Felder auf … und hinterlassen ihre Spuren auf den Wegen. Das ist kein böser Wille. Die Wege sind oft der einzige Zugang zum eigenen Hof.

Gegenseitiges Verständnis und ein wenig VorAUSsicht erlaubt es Allen, sich in der Kulturlandschaft zu bewegen.

Auf Abwegen?

Bitte nutzen Sie die Feldwege nicht als Abkürzung mit Ihrem Auto.

Die Feldwege dienen Landwirtschaft und Forst und können von Radlern, Wanderern und Spaziergängern mitgenutzt werden.

Sie sind keine Straßen, Rennstrecken oder Abenteuerspielplatz für Geländefahrzeuge. Feldwege führen durch die Kulturlandschaft, die über viele Jahrhunderte entstanden ist und von Landwirtschaft und Forst gepflegt und erhalten wird. Bitte respektieren Sie diese Landschaft!

Auf dass Ihr nächster Besuch bei Mutter Natur zu einem ganz respektvollen und besonderen werden wird.