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Hünstetter Nachrichten - Mitteilungsblatt für die Gemeinde Hünstetten
Ausgabe 17/2026
Kirchliche Nachrichten
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An(ge)dacht

 

Christus spricht: Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.(Matthäus 11,28) Ist das nicht ein wirklich starkes Bibelwort? Es kann und soll unsere Seele stärken. Eigentlich müsste man es jeden Tag wieder neu lesen oder hören, um es immer wieder neu mitnehmen zu können in unsere Alltäglichkeiten. Denn dieser Satz von Jesus nimmt ernst, dass der Alltag mühselig und beladen ist – auch für Christen, die sich erlöst wissen. Denn die Gnade Gottes verwandelt eben nicht die ganze Welt, sondern immer nur das Herz eines Menschen. Und so ist eben unser Alltag manchmal oder oft so mühselig und beladen. Manche Menschen gehen an und in diesem mühseligen und beladenen Alltag kaputt. Sie reiben sich auf und verzweifeln an den Widrigkeiten und Ungerechtigkeiten des Lebens. Andere Menschen werden aus denselben Gründen gewalttätig und wollen sich mit Waffengewalt von der Mühsal und der Last ihres Lebens befreien. Immer mehr nimmt ja Toleranz ab und die Gewaltbereitschaft zu – sowohl in den Familien, wie auf den Straßen, wie auch in der großen Weltpolitik. Und wir werden als Menschen und als Gesellschaft dadurch immer mehr beschädigt und zerstört. Aber genau das soll nicht sein, sagt Jesus. Wir als Einzelne und als Gemeinschaft sollen nicht zerstört werden – und auch keine anderen oder anderes zerstören. Christus spricht: Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Jesus nimmt unsere Enttäuschungen und unsere Traurigkeiten und unsere Wut ernst – und er will uns in seine Arme nehmen. Will uns Trost, Ermutigung und auch Klarheit schenken. Und uns dann wieder „hinausschicken“ - zurück in unsere Alltäglichkeiten und hinein in die Alltagswelt –, um diese Welt etwas schöner und etwas menschlicher und auch etwas göttlicher zu machen. Und wenn uns diese Aufgabe zu viel wird, können wir zu ihm zurückkommen und bei ihm neue Glaubenskraft tanken, um wieder etwas weiterzuleben. Seien und bleiben Sie behütet.

Ihre Pfarrerin Petra Dobrzinski (Ev. Gesamtkirchengemeinde Mittlerer Untertaunus)