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Hünstetter Nachrichten - Mitteilungsblatt für die Gemeinde Hünstetten
Ausgabe 21/2026
Kirchliche Nachrichten
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An(ge)dacht

Liebe Leserin, lieber Leser,

das Pfingstfest steht vor der Tür. Die Ausgießung des Heiligen Geistes.

Im Kindergottesdienst erfahren die Kinder, dass die Kirche an diesem Tag Geburtstag hat. Damit tut man sich leichter. Tatsächlich nahm an diesem 50. Tag nach der Auferstehung etwas Neues seinen Anfang, das in Jesu Verkündigung angelegt war. Gestärkt durch die Geist-Erfahrung bringen die Jünger dann Jesu Botschaft unter die Leute und eine große Gemeinschaft entsteht.

Ich möchte Ihnen heute etwas anderes über diesen Heiligen Geist, Gottes Geist, nahebringen: Im 1. Mosebuch stehen die Schöpfungsgeschichten: die eine mit Adam und Eva, aber die meine ich nicht, sondern die erste, die mit den sieben Tagen. Am Anfang ist der Zustand „tohu wa bohu“ erwähnt - und Gottes Geist, der darüber schwebt. Es ist dieser Geist Gottes, der das Werden der Schöpfung in Gang setzt: Gott spricht - und es wird. Ein herrliches Stück Weltliteratur. Durch diesen Geist Gottes wird die Schöpfung entstehen, in mehreren Etappen. Eine uranfängliche Ordnung löst den Urzustand des Chaos ab. Die Dinge geschehen nach einem scheinbar wohldurchdachten Plan.

Das Werden - aber auch das Vergehen gehören dazu. Es ist scheinbar Gottes guter Plan, dass Altes, Vertrautes sterben muss, damit Neues entstehen kann und so der Fortbestand seiner Schöpfung gesichert ist.

Wenn man etwas schönes Neues erlebt, wird man begeistert. Die Angst, die alles Unbekannte begleitet, wird damit ausgetrickst.

Die Vorstellung von Neuem und Unbekanntem macht Angst. Wenn es dann unvermeidlich da ist, findet sich auch immer ein Weg des Umgangs damit und man entdeckt nach und nach die Chancen. Ich sehe darin auch einen von Gottes Mechanismen, mit denen er seine Geschöpfe unterstützt und durch ihr Leben begleitet, bis er sie wieder zurückholt. Ja, der Schöpfer steht am Anfang und am Ende.

Die Geistkraft Gottes begleitet alle Geschöpfe zwischen den beiden Polen, auch Sie!

Das kommt Ihnen komisch vor? Vielleicht haben Sie schon mal jemand entgeistert angesehen, als ob er/sie von allen guten Geistern verlassen wäre oder sich gefragt, wes Geistes Kind er/sie ist? Hier auch ein paar positive Beispiele: Von Begeisterung hatten wir es bereits. Geistreichen Rednern zuzuhören, ist ein Genuss. Über Geistesblitze freut man sich und wundert sich, wo sie als Idee, als Einfall, als schlagfertiges Argument in einer Auseinandersetzung herkommen.

Zur rechten Zeit am rechten Ort sein ist auch Wirken dieses Geistes.

Auf Bildern wird der Heilige Geist als Taube dargestellt. In dieser Gestalt kam er auf Jesus bei der Taufe nieder. Ich erkenne in der Taube auch die Unverfügbarkeit des Geistes. Er weht, wo und wann er will. Gottes Geist kann erbeten werden und wird geschenkt. Er weht auch über den chaotischen Zuständen unserer Zeit und bewirkt Erkenntnis und Neuausrichtung und schenkt Kraft für die Umsetzung.

Ich wünsche Ihnen begeisternde Pfingsttage und Segen für Ihr Leben.

Agnes Schmidt-Köber
Verkündigungsteam Mittlerer Untertaunus,
Kettenbach und Rückershausen