Liebe Leserin, lieber Leser,
ein Jubiläum steht an, und was für eins: in diesem Jahr sind es 700 Jahre, dass die Rückershäuser Kirche urkundlich erwähnt wurde!
Und was hat dieses Kirchlein alles mitgemacht: Herrscher kamen und gingen, es wurde umgebaut, ergänzt, renoviert, immer wieder modernisiert – viele Menschen haben sich für den Erhalt eingesetzt! - die Einführung der Reformation, später der Kirchensteuer. Wieviel Gesangbücher wurden eingeführt und wieder außer Dienst genommen…
Und was mögen diese Mauern schon alles gesehen und gehört haben?
Gebete, Predigten, Gesänge, Reden, unterschiedlichste Klänge.
Menschen hängen an ihren Kirchen. Es sind Orte, die bei uns auf dem Land eng mit dem Lebensweg verknüpft waren und noch sind: am Lebensanfang steht die Taufe – am Auftakt zur Jugend die Konfirmation – wer seine eigene Familie gründet, feierte Hochzeit nach der kirchlichen Trauung. Es folgten Jubiläen, und man begleitete Mitmenschen bei deren Übergängen. Was haben Kirchenmauern schon alles gesehen und gehört: Freudentränen bei Taufen, Konfirmationen, Trauungen, Ehejubiläen. Tränen der Trauer bei Beerdigungen, Sterbegedenken und Abschieden aller Art. Das Osterlachen, Staunen, Freuden, Ärger, Frust, Ängste, Sorgen…. Die ganze Bandbreite menschlicher Gefühle.
Und Menschen hängen an ihren Kirchengebäuden, auch wenn sie sich von der menschelnden Organisation Kriche abwenden.
„HERR, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt“ so betet König David in Psalm 27,4.
Und ich kann ihn verstehen. Unsere Kirchen sind mehr als unterhaltungsintensive Immobilien. Sie sind Sehnsuchtsorte, sie sind Tankstellen für unsere Seelen, unseren Glauben… und seit einigen Jahren auch für unsere hitzegeplagten Leiber;-)
Und wenn Sie am Sonntag, den 28.Juni, noch nichts vorhaben, und es sich einrichten können: wir feiern um 14 Uhr Festgottesdienst mit Dekan Feick und anschließend weiter auf dem Dorfplatz.
Ansonsten wünsche ich Ihnen einen erholsamen Sommer mit vielen Auftank-Momenten. Seien Sie behütet!